Astrophytum - Sorten der Kakteen, Aussaat und Pflege


Sie gibt sich elitär, die kleine, aber feine Kakteen-Gattung Astrophytum. Der extravagante Habitus ist geprägt durch phänomenale Rippen, die entweder reich bedornt oder vollkommen kahl sind. Eine zarte, weiße Beflockung untermalt den exotischen Habitus. Gesellt sich im Sommer die farbenfrohe Blüte hinzu, kann sich dem Zauber dieser stacheligen Wüstenbewohner niemand entziehen. Starten Sie zu einem Streifzug durch die prägnanten Sorten der Kakteen und konsultieren Sie die praxisnahe Anleitung zu Aussaat und Pflege.

Sorten der Kakteen

Sie lassen das Herz eines jeden Kakteen-Liebhabers höher schlagen. Die Arten und Sorten von

Astrophytum bestechen mit fulminanten Formen und Farben. Einige herausragende Exemplare sind diese:

Astrophytum asterias - Seeigelkaktus

  • Graugrüner, kugelförmiger und abgeflachter Körper
  • Wuchshöhe 2-5 Zentimeter
  • Durchmesser 6-10 Zentimeter
  • Keine Dornen vorhanden
Der Kaktus des Jahres 2012 präsentiert im Sommer große gelbe Blüten mit rotem Schlund.

Astrophytum capricorne

  • Grüner, runder Pflanzenkörper, übersät mit weißen Haarbüscheln
  • Ausgeprägte Kontur mit 7-8 scharfen Rippen
  • Wuchshöhe 10-15 Zentimeter
  • Durchmesser 10-15 Zentimeter
  • Scharfe Dornen, geformt wie die Hörner eines Ziegenbocks
Die bis zu 7 Zentimeter großen gelben Blüten verströmen einen lieblichen Duft.

Astrophytum caput-medusae - Medusenhaupt

  • Die bizarre Form ist geprägt von spindelförmigen, bis zu 19 Zentimeter langen Trieben
  • Auf den Trieben sitzen Dornen und weiß bewollte Areolen
  • Auffällig ist die bis zu 15 Zentimeter lange Pfahlwurzel
Die Blüten entfalten sich aus den Areolen in leuchtendem Gelb mit orangefarbenem Schlund

Astrophytum myriostigma - Bischofsmütze

  • Kugelförmiger Wuchs mit 5 dreieckigen, breiten Rippen
  • Wuchshöhe 10-25 Zentimeter
  • Durchmesser 10-18 Zentimeter
  • Der gesamte Körper schimmert weiß unter einer dichten Beflockung
  • Keine Dornen vorhanden
Die gelbe Blüte bildet einen dekorativen Kontrast zur weiß bemehlten Epidermis.

Astrophytum ornatum

  • Rund bis zylindrisch geformte Silhouette in Dunkelgrün
  • Spiralartig angeordnete, scharfkantige Rippen
  • Gelbe, sehr kräftige Dornen entspringen gelblichen Areolen
  • Wuchshöhe 30-100 Zentimeter
  • Durchmesser 15-30 Zentimeter
Die größte Astrophytum-Art blüht ebenfalls in einem sehr hellen Gelb und gilt in freier Natur als gefährdet.

Aussaat

Anzucht und Vermehrung von Astrophytum gelingen einzig durch Aussaat. Wer einen Blick auf den kugeligen bis säulenförmigen Habitus wirft, erkennt auf Anhieb, dass Methoden, wie Stecklinge, Kindel oder Absenker nicht durchführbar sind. Die folgende Anleitung zeigt auf, wie der Plan gelingt:

Saatgut

Interessant für Anfänger ist die Tatsache, dass die Samen dieser Kakteen mit einem Durchmesser von 2,5 Millimeter vergleichsweise groß sind. Um das Saatgut zu ernten, pflücken Sie die reifen Früchte im Herbst. Diese rollen Sie zwischen den Fingern, bis die Samen herauspurzeln. Da diese Kaktusfrüchte kaum Fruchtfleisch enthalten, ist die Vorbereitung des Saatguts rasch durchzuführen:
  • Die frisch geernteten Samen für 6-8 Stunden in lauwarmem Wasser einweichen
  • In einer Thermoskanne ist die gewünschte Temperatur problemlos aufrechtzuerhalten
  • Anschließend das Saatgut im Sieb unter fließendem Wasser säubern
  • Ausbreiten auf Löschpapier oder einer Zeitungsseite, damit es trocknet
Wenn keine Thermoskanne für die Einweichung zur Verfügung steht, verwenden Sie ein anderes Gefäß. Diese muss
zwingend dunkel sein, damit die Samen nicht vorzeitig keimen.

Saatgefäß

Die Größe des Gefäßes ist in erster Linie abhängig von der Menge des Saatguts. Darüber hinaus sollte es über eine transparente Abdeckung verfügen und mindestens 4-5 Zentimeter tief sein. Ob Sie einen Behälter aus Glas oder Kunststoff wählen, bleibt Ihrer individuellen Entscheidung überlassen. Wichtig ist, es kurz vor der Verwendung mit heißem Wasser gründlich zu reinigen.

Substrat für die Aussaat

Die Anforderungen an die Saaterde sind einfach gestrickt.

Es sollte zum größten Teil aus mineralischen Komponenten bestehen, unter Zugabe von ein wenig Humus. Bestens geeignet ist hochwertige Kakteenerde, die vermischt wird mit feinkörnigem Sand, Lavagranulat oder Vermiculite im Verhältnis 1:3. So bereiten Sie das Substrat vor:
  • Die Saaterde im Sieb unter fließendes Wasser halten
  • In eine feuerfeste Schale ohne Deckel füllen
  • Für 5 Minuten in der Mikrowelle sterilisieren bei 700-800 Watt
  • Alternativ für 20 Minuten in den Backofen stellen bei 150-180 Grad Celsius
Schritt-für-Schritt-Anleitung

Die beste Zeit für die Aussaat ist der Herbst. Die Samen sind frisch geerntet und Ihre adulten Kakteen treten ein in die Winterruhe, sodass Sie der Nachzucht Ihre ganze Aufmerksamkeit schenken können. Im Anschluss an die Vorbereitungen gehen Sie so vor:
  • Das minimal feuchte Substrat in das Aussaatgefäß füllen bis 3 Zentimeter Höhe
  • Mit einem keimfreien Brettchen oder anderem glatten Werkzeug die Oberfläche glätten und andrücken
  • Die Samen im Abstand von 0,5 Zentimeter auf dem Substrat verteilen
  • Die Lichtkeimer nicht übersieben
Befeuchtet wird die Aussaat mit gesammeltem Regenwasser aus einem Handsprüher. Daran anschließend wird das Saatgefäß luftdicht verschlossen, damit sich keine Schädlinge oder Pilzsporen Zugang verschaffen. Platziert unter einer Lichtquelle, wie einer Kaltlicht Energiesparlampe mit 10 Watt, erhalten die Sämlinge täglich 15 Stunden Helligkeit. Die Temperatur darf während dieser Phase nicht unter 20 Grad Celsius sinken. Ideal ist ein Wärmeniveau von 24-26 Grad Celsius.

Tipp: Gießwasser für die Aussaat von Astrophytum wird keimfrei durch Zugabe von Chinosol aus der Apotheke.

Pikieren

Nach etwa 3 Monaten wird die Abdeckung des Saatbehälters ab und zu gelüftet, weil die jungen Astrophytum nun zu wachsen beginnen. Kann die Schale geöffnet bleiben, ohne dass die Jünglinge zu schrumpfen beginnen, wird pikiert. Übrigens lieben die Keimlinge eine enge Nachbarschaft zueinander. Je später die Vereinzelung stattfindet, desto größer sind die Erfolgsaussichten.

Pflege

Als Wüstenbewohner stellen Astrophytum im Vergleich zu klassischen Zimmerpflanzen differierende Ansprüche. Diese sind mit ein wenig Umsicht recht einfach zu berücksichtigen, wie die folgende Anleitung zur Pflege aufweist.

Standort und Substrat

Während der Wachstums- und Blühphase benötigen alle Sorten der Kakteen einen vollsonnigen Standort. Reicht die Lichtmenge nicht aus, bleibt die Blüte aus. Idealerweise verbringen Sie Astrophytum ab Mai auf den sonnendurchfluteten Balkon, denn die frische Luft tut den Pflanzen ebenfalls gut. Unter einer Markise oder einem Dachvorsprung sollten die Sukkulenten zudem vor prasselndem Regen geschützt sein. Ein vorbildliches Substrat sollte wie folgt beschaffen sein:
  • Hochwertige Kakteenerde, angereichert mit Bimskies, Lavagranulat, Sand oder Vermiculite
  • Alternativ magere Pikier- oder Einheitserde, vermischt mit feinkörnigen, mineralischen Komponenten
Spätestens im Oktober treten Astrophytum ein in ihre winterliche Ruhepause. Sie sollten nun umsiedeln in einen hellen, kühlen Raum mit Temperaturen von 8-10 Grad Celsius.

Gießen und Düngen

Ein mustergültiger Wasser- und Nährstoffhaushalt für Kakteen ist zweiteilig strukturiert. Von März bis September gießen Sie die Kakteen reichlich, wobei das Substrat zwischen den Wassergaben unbedingt antrocknen sollte. Bis Mai steigern Sie dabei schrittweise die Menge, während diese ab September zu reduzieren ist. Ab November wässern Sie Ihre Astrophytum nur so viel, dass sie nicht vertrocknen. Ein spezieller Kakteendünger enthält alle wichtigen Nährstoffe. Diesen verabreichen Sie von März bis August alle 14 Tage. Während der Winterpause wird nicht gedüngt.

Fazit

Unter den Kakteengewächsen üben Astrophytum eine faszinierende Anziehungskraft aus. Mit phänomenal geformten Pflanzenkörpern und einer eindrucksvollen Blüte, wecken Sie im Hobbygärtner die große Sammelleidenschaft. Die Aussaat ist zwar ein wenig heikel; mit der richtigen Anleitung freilich gut zu meistern. Im Hinblick auf die Pflege, verlangen die Wüstenkakteen dem Gärtner nur wenig ab.