Schlangenkaktus, Aporocactus flagelliformis - Pflege


Der Schlangenkaktus Aporocactus flagelliformis wächst hängend und/oder kriechend. Aufgrund seiner eingeschränkten Frosthärte wird er hierzulande als Zimmerpflanze kultiviert, kann im Sommer aber auch im Freien stehen. Aus seinen gelbroten Blütenknospen entwickeln sich im Frühjahr die violettroten Blüten. Diese wachsen seitlich der graugrünen etwa 1,5 cm dicken, gerippten Triebe, zu denen sie einen schönen Kontrast bilden. Die Triebe sind über und über mit Dornen besetzt, wodurch sich das Umtopfen teilweise etwas schwierig gestaltet.

Ansprüche an Standort und Boden

Dieser Kaktus benötigt einen warmen, halbschattigen bis sonnigen Standort. Von Ende Mai bis September kann er

problemlos im Freien stehen, allerdings nicht der prallen Mittagssonne. Zudem sollte er im Freien von Wind und Regen geschützt stehen. Wird diese Kakteenart ganzjährig im Haus kultiviert, kommt sie während der Wachstumsphase mit ganz normalen Zimmertemperaturen gut zurecht, nur im Winter sollte es kühler sein. Aporocactus flagelliformis sollte  nicht zu früh rausgestellt werden, denn wird es zu kühl, reagiert er mit Knospen- und Blütenabwurf. Das Substrat sollte durchlässig und humushaltig sein mit mineralischem Anteil. Ein pH-Wert über 7 sollte vermieden werden, denn der kann die sogenannte Chlorose zur Folge haben. Das ideale Substrat sollte Feuchtigkeit nicht zu lange halten und sich nicht verdichten. Es sollte sowohl Wasser als auch Nährstoffe langsam an die Kakteen abgeben. Gut geeignet sind Kakteenerden für epiphytische Kakteen. Normale Blumenerde ist komplett ungeeignet, sie enthält zu viel Humus und würde zu einem sehr mastigen Wuchs und gegebenenfalls zu Fäulnis führen. Gegebenenfalls kann man ein Substrat aus 1 Teil Blumenerde auf Kompostbasis, 2 Teilen Lavagranulat, 3 Teilen tonhaltiger Landerde und 1 Teil Quarzsand herstellen. Bausand sollte man nicht verwenden, der ist zu kalkhaltig.

Tipp: Neu gekaufte Kakteen stehen meist in normaler Torf- oder Blumenerde. Deshalb sollte man sie nach dem Kauf in ein geeignetes Substrat umtopfen, um Schäden an der Pflanze zu vermeiden.

Gießen und Düngen
  • Während der Wachstums- und Blühphase muss gegossen werden.
  • Am besten wässert man einmal durchdringend.
  • Erst wenn das Substrat wieder komplett getrocknet ist, wird das nächste Mal gewässert.
  • Wird mäßig und häufig gegossen, führt das zu einem permanent feuchten Substrat.
  • Das erhöht die Gefahr von Fäulnisbildung.
  • Von Mai bis September alle zwei Wochen Kakteendünger verabreichen.
  • Danach bis zum Frühjahr nicht mehr düngen.
  • Normale Pflanzendünger sind ungeeignet, sie sind zu stickstoffhaltig.
  • Sie führen zu einem mastigen Wuchs und fördern die Anfälligkeit für Krankheiten und Schädlinge.
Gelegentlich umtopfen

Auch der Schlangenkaktus muss gelegentlich umgetopft werden. Im Normalfall muss er aber nicht jedes Jahr umgetopft werden, sondern erst dann, wenn das Pflanzgefäß zu klein geworden, das Substrat verbraucht ist, ein Krankheits- oder Schädlingsbefall vorliegt oder der Kaktus neu gekauft wurde. Der beste Zeitpunkt hierfür ist das Frühjahr zwischen März und Mai. Am leichtesten bekommt man ihn aus dem Topf, wenn das Substrat trocken ist. Teilweise kann man auf ein größeres Gefäß verzichten und muss lediglich das Substrat erneuern. Hat man den Kaktus aus dem Topf genommen, entfernt man vorsichtig die alte Erde. In den Topf gibt man zunächst eine Drainageschicht, darauf eine dünne Schicht Substrat, worauf man dann den Schlangenkaktus setzt. Nun füllt man den Topf um den Kaktus herum mit Substrat auf. Damit es sich gut zwischen den Wurzeln verteilt und keine Hohlräume zurückbleiben, stößt man den Topf zwischendurch einige Male vorsichtig auf.
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In den ersten 2-3 Wochen nach dem Umtopfen sollte die Pflanze nicht zu sonnig gestellt und eher trocken gehalten werden. Danach kann sie wieder gegossen und sonniger gestellt werden.

Tipp: Um sich nicht an den Dornen zu verletzen, kann man dicke Handschuhe anziehen oder Styropor zu Hilfe nehmen. Im Handel werden auch spezielle Kakteenzangen angeboten, die sich allerdings nur für kleinere Kakteenarten eignen. Wurde aufgrund eines Krankheits- oder Schädlingsbefalls umgetopft, sollte ein neuer Topf verwendet oder der alte gründlich gereinigt bzw. desinfiziert werden.

Richtig überwintern

Von Oktober bis März legt der Schlangenkaktus eine Ruhephase ein. Etwa Ende September sollte er ins Haus umziehen. Hier sollte er hell und kühl stehen, bei Temperaturen zwischen 10 und 12 Grad. Wärmer als 15 Grad sollte es während der Überwinterung nicht sein. Gegossen wird deutlich weniger, sodass das Substrat nicht vollständig austrocknet. Auf Dünger wird im Winter komplett verzichtet. Ab Februar kann Aporocactus flagelliformis etwas wärmer gestellt werden. Bevor er im Frühjahr wieder nach draußen kann, muss er langsam an mehr Sonnenlicht und wärmere Temperaturen gewöhnt werden. Dazu stellt man ihn die ersten 2-3 Wochen an ein schattigeres Plätzchen. Gegossen wird noch nicht, nur leicht mit Wasser besprüht. Erst wenn sich der Schlangenkaktus einige Tage der wärmeren Witterung ausgesetzt war, kann wieder normal gegossen werden.

Vermehrung über Stecklinge

Dieser Kaktus lässt sich am leichtesten über Stecklinge vermehren. Dazu schneidet man etwa 15 cm lange Kopf- oder Stammstecklinge, die man etwa 4 Tage trocknen lässt und anschließend etwa 2 cm tief in kleine Töpfe in ein Torf-Sandgemisch steckt. Bei Stammstecklingen kann es hilfreich sein, sie anfangs an kleine Holzstäbchen zu binden, um zu verhindern, dass sie umfallen. Das Substrat wird leicht befeuchtet und das Ganze an hellen, etwa 20 Grad warmen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung gestellt.

Tipp: Die Schnittwerkzeuge, mit denen man die Stecklinge schneidet, sollten zuvor desinfiziert werden, beispielsweise mit Waschbenzin. Nach dem Schneiden ist es wichtig, die entstandenen Schnittstellen an der Mutterpflanze mit Holzkohlepulver zu bestäuben, um das Eindringen von Krankheitserregern zu verhindern.

Mögliche Krankheiten und Schädlinge

Dünne Triebe und fehlende Blütenbildung

Eine zu dunkle und zu warme Überwinterung oder ein allgemeiner Lichtmangel kann dazu führen, dass die Triebe besonders dünn werden oder der Schlangenkaktus keine Blüten ausbildet. Dementsprechend sollten die Standortbedingungen angepasst werden.

Schmier- und Wollläuse

Ein Schmier- oder Wolllausbefall tritt am häufigsten an jungen Pflanzen und während der Überwinterung auf. Zu erkennen ist ein Befall an den kleinen weißen Läusen, die überwiegend in den Rippen der Triebe sitzen. Zur Bekämpfung ist es zunächst wichtig, die befallenen Pflanzen zu isolieren, um eine Ausbreitung zu verhindern. Je frühzeitiger ein Befall erkannt und behandelt wird, desto erfolgversprechender ist seine Bekämpfung. Zunächst müssen die Schädlinge abgesammelt werden, z.B. mit einer Pinzette. Danach bepinselt man die einzelnen Triebe mit einer Seifenlösung, was mehrere Tage hintereinander wiederholt werden sollte. Eine entsprechende Seifenlösung kann man beispielsweise aus 1 Liter Wasser, 14 ml Schmierseife und 12 ml Spiritus herstellen. Erst, wenn die Pflanze längere Zeit lausfrei ist, kann sie wieder an ihren ursprünglichen Platz gestellt werden.

Tipp: Vorbeugung ist auch bei Kakteen der beste Schutz. Deshalb sollte immer auf optimale Standortbedingungen geachtet, die Pflanzen vor zu viel Nässe und Überdüngung geschützt und neu gekaufte Exemplare unverzüglich umgetopft werden. Wichtig ist auch eine regelmäßige Schädlingskontrolle.

Fazit

Der Schlangenkaktus Aporocactus flagelliformis ist ein sehr dekorativer und teilweise auch skurriler Kaktus, der unter optimalen Bedingungen zu einer zauberhaften Ampelpflanze heranwächst. Um die Pracht so lange wie möglich zu erhalten, sollte auf bestmögliche Umgebungsbedingungen geachtet und regelmäßige Schädlingskontrollen durchgeführt werden.