Sedum-Arten: Telephium, Reflexum & Rosea - Pflege-Tipps

FetthenneSedum-Arten wachsen krautig, ein- oder mehrjährig, teilweise auch als Halbsträucher. Sie unterscheiden sich in Wuchs, Blütezeit und Färbung der Blätter. Je nach Jahreszeit nehmen Pflanzen der Gattung Sedum verschiedene, intensive Farbtöne an. Während die meisten Sorten immer- oder wintergrün sind, verlieren einige im Winter ihre Blätter. Ihre weißen, gelben oder roten Trugdolden bestehen aus vielen, sternförmigen Einzelblüten. Man unterscheidet zwischen niedrig wachsenden Arten, als Bodendecker in Kies- und Steingärten und hohen Fetthennen, die vor allem Stauden oder Rabatten verschönern.

Sedum Telephium

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Sedum Telephium ist eine der bekanntesten hohen Sedum-Arten. Die im Spätsommer blühenden Stauden erreichen Wuchshöhen von 25-60 cm, sind ausdauernd, wintergrün und haben fleischige, eiförmige bis ovale und am Rand gezahnte Blätter. Die Stängel wachsen aufrecht und kahl. Als Solitärstaude oder in Kombination mit anderen Stauden und Gräsern sorgen die hohen Fetthennen ganzjährig für eindrucksvolle Farbspiele, vom attraktiven Austrieb über die dekorativen Blütenschirme von Juli bis Oktober bis hin zu dekorativen Samenständen im Spätherbst. Nicht zu vergessen die frisch grünen oder purpurrot Blattfärbungen, teilweise mit bläulichen Schattierungen. Die Blätter einiger Arten sind zweifarbig, andere Blattschönheiten ändern die Farbe ihrer Blätter bei Sonneneinstrahlung von Grün in Rot. Mittlerweile gibt es auch Züchtungen mit fast schwarzem und rotbraunem Laub. Die weißen, rosafarbenen oder roten Blüten zeigen sich vom Sommer bis zum Herbst.

Sedum Reflexum

Die auch als Felsenfetthenne bezeichnete Sedum Reflexum wächst krautig und mehrjährig, mit Wuchshöhen zwischen 10 und 20 cm. Sie überzeugt mit extravaganten, teils bizarren Blattformen und Blattfärbungen. Ihre leuchtend gelben Blütenstände bestehen aus bis zu 50 dicht beieinanderstehenden Einzelblüten. Die aufrechten Balgfrüchte nehmen zur Reife eine gelbe Färbung an. Sedum-Reflexum kann selbst extreme Standorte wie trockene Steingärten, Mauern oder Mauerritzen besiedeln, macht aber auch in verschiedenen Pflanzgefäßen eine gute Figur. Als Bodendecker überzieht er schnell kleinere Flächen. Die noch nicht blühenden Triebe eignen sich  zum Würzen zahlreicher Gerichte.

Sedum Rosea

FetthennenSedum Rosea, besser bekannt als Rosenwurz, ist eine langsam wachsende, ausdauernde Sukkulente mit Wuchshöhen zwischen 5 und 20 cm. Die Stängel, an denen die Blätter sitzen, wachsen zu mehreren aus einem unterirdischen dicken, knolligen Stamm. Charakteristisch für Sedum-Rosea sind die dicken, blaugrünen Blätter und der rosenartige Duft, den man allerdings nur wahrnimmt, wenn die Wurzeln angeschnitten oder verletzt werden. Von Mai bis August bilden sich die gelben Blüten, die während der Welke in Rot übergehen. Sie sind in dichten, bündeligen Blütenständen angeordnet und sitzen auf den Stängeln. Die 4-6 mm langen Früchte sind fleischige, behaarte Balgfrüchte mit einer hellroten bis roten Färbung. Diese eigentlichen Gebirgspflanzen lassen sich gut zwischen Steine und an andere nicht zu trockene Standorte pflanzen. Extrakte aus der Wurzel und dem Rhizom findet man u.a. in pflanzlichen Heilmitteln.

Standort- und Bodenansprüche

Bis auf wenige Ausnahmen bevorzugen Sedum-Arten helle Standorte mit Sonne am Morgen und in den Nachmittagsstunden. Während der Mittagsstunden im Sommer sollten sie etwas schattiert stehen, zum Schutz vor zu starker Sonneneinstrahlung und Hitze. Kurze schattige Abschnitte werden problemlos vertragen. Der Boden sollte
durchlässig, sandig-kiesig und nicht zu nährstoffreich sein. Gegebenenfalls kann man ihn mit Kies

oder Sand abmagern. Während Sedum Telephium trockene bis frische und schwach saure bis schwach alkalische Böden bevorzugt, gedeiht Sedum Reflexum auf trockenen bis mäßig trockenen, schwach sauren bis neutralen Böden am besten. Dagegen mag die Rosenwurz Böden mit saurem bis schwach saurem pH-Wert.  

Gießen und Düngen

Fetthennen benötigen kaum Pflege. Sie haben einen geringen Wasser- und Nährstoffbedarf. Sedum Telephium und Reflexum können mehrere Wochen ohne jeglichen Niederschlag auskommen. Sedum Rosea hat einen etwas größeren Wasserbedarf. Hier sollte ein Austrocknen des Bodens möglichst vermieden und regelmäßig gegossen werden. Sedum-Arten allgemein sollte man während der Wachstumsphase mäßig gießen, wobei die oberste Bodenschicht lediglich befeuchtet und nicht durchdringend gewässert wird. Vor jedem Gießen sollte der Boden gut abtrocknen. Kurze Trockenphasen zwischen den Wassergaben fördern die intensive Blattfärbung und die charakteristischen Wuchsformen. Trotz des niedrigen Nährstoffbedarfs sind Fetthennen für kleine Düngergaben während der Hauptwachstumsphase dankbar. Von April bis Oktober kann man etwa alle 2 Monate einen flüssigen Kakteendünger verabreichen. Eine weitere Düngung ist nicht erforderlich.

Tipp: Wird zu viel gegossen, hängen Blätter und Stängel schlaff herunter und die Wurzeln faulen. Weiche und umknickende Triebe können auch die Folge einer Überdüngung sein, die unbedingt vermieden werden sollte. Beim Gießen und Düngen ist hier weniger mehr.

Fetthennen schneiden
  • FetthennenAlle Sedum-Arten sind gut schnittverträglich.
  • Ein Rückschnitt ist nicht zwingend notwendig aber dennoch empfehlenswert.
  • Dieser sollte erst im Frühjahr, vor Austriebsbeginn erfolgen.
  • Die Samenstände der hohen und die Blätter der niedrigen Sorten sind im Winter sehr dekorativ.
  • Im Frühjahr entfernt man verkahlte, alte oder vertrocknete Triebe.
  • Sedum Telephium kann bis unmittelbar über den Boden zurückgeschnitten werden.
  • Sie treiben dann umso dichter wieder aus.
  • Niedrige Fetthennen werden nur eingekürzt und bilden dann dichte Polster.
Problemlose Überwinterung

Nahezu alle für den Garten geeigneten Telephium-, Reflexum- und Rosea-Arten sind gut winterhart und vertragen Temperaturen von bis zu - 20 Grad. Sie kommen komplett ohne Winterschutz aus. Im Kübel gepflanzte Sedum-Arten sollten zum Überwintern etwas erhöht stehen, beispielsweise auf  Kanthölzern. Das Pflanzgefäß kann man mit Vlies, Jute oder Luftpolsterfolie umwickeln. Meist ist es ausreichend, das Substrat mit Stroh, Tannenreisig oder trockenem Laub abzudecken. An frostfreien Tagen sollte gelegentlich minimal gegossen werden. Gedüngt wird im Winter nicht. Sedum-Arten, die im Haus überwintern sollen, benötigen ein kühles Winterquartier mit Temperaturen zwischen 5 und 12 Grad. Vor dem Ausräumen im Frühjahr sollte man Sedum-Pflanzen eine kurze Eingewöhnungsphase gönnen, um Verbrennungen durch die Sonne zu vermeiden. Hierfür stellt man sie für etwa 1-2 Wochen an ein halbschattiges Plätzchen mit etwas Sonne am Morgen oder am Abend und erst dann an einen sonnigeren Standort.

Tipp: Bei Exemplaren im Kübel, die draußen überwintern sollen, ist ein gut durchlässiges Substrat mit einem hohen Sandanteil Grundvoraussetzung. Denn dauerhaft nasses Substrat ist gerade im Winter besonders gefährlich.

Vermehrung der Sukkulenten

FetthennenDiese drei Arten der Fetthenne sind leicht über Stecklinge oder Teilung zu vermehren. Bei einer Stecklingsvermehrung gibt es die Möglichkeit über Blatt- oder Kopfstecklinge zu vermehren. Die Stecklinge werden einfach abgebrochen und sollten dann für 1-2 Tage trocknen. Blattstecklinge werden zur Bewurzelung in angefeuchtetes, nährstoffarmes Torf-Sand-Gemisch gesteckt. Kopfstecklinge, die man im Frühjahr schneidet, können im Wasserglas oder in Substrat bewurzeln. Ebenfalls im Frühjahr möglich ist eine Teilung. Dazu hebt man die betreffende Pflanze aus der Erde und entfernt die lose Erde vom Wurzelballen. Zum Teilen reißt man den Wurzelballen auseinander und pflanzt die Teilstücke getrennt voneinander wieder ein.

Tipp: Blatt- und Kopfstecklinge am besten abbrechen und nicht abschneiden. Bei niedrigen Fetthennen reicht teilweise das bloße Verteilen der Sprossen aus, um sie zu vermehren.

Fazit

Die erwähnten Sedum-Arten sind allesamt sehr robust, pflegeleicht und vielseitig verwendbar. Sie verschönern Steingärten und Staudenbeete ebenso wie Kübel, Tröge oder Pflanzschalen. Allerdings sollte man ihnen ausreichend Sonne gönnen und sie weder zu viel gießen noch überdüngen.