Passiflora - Pflege der Pflanze

PassifloraDie Passiflora ist in der südöstlichen USA beheimatet und wurde im frühen 17. Jahrhundert von Missionaren entdeckt. Sie gehört eigentlich nicht in unsere Breitengrade da sie nicht winterhart ist und wie alle anderen Kübelpflanzen vor dem ersten Frost ins Haus geholt werden muss. In Gegenden mit milden Wintern ist es aber auch möglich eine bestimmte Sorte, die Passiflora caerulea ganzjährig im Freien zu halten. Dies gilt aber nur für die blaublühenden und bis zu 4 Meter hohen Sorten. Die meisten anderen sind Warmhauspflanzen.


/>Standort

Die Passiflora sollte an einem hellen, sonnigen bis halbschattigen Standort kultiviert werden. Die meisten Passiflora Arten lieben die Sonne und vor allem die Wärme. An kühlen oder dunklen Orten bildet die Passiflora kaum Blüten. Der Boden ist idealerweise gut durchlässig und kann mit Pflanzensubstrat verbessert werden. Da es sich bei der Passiflora um eine Kletterpflanze handelt, sind Rankhilfen unbedingt notwendig. Nur so kann sich die Pflanze gut entwickeln. Ein windgeschützter und warmer Standort wird ihren Besitzer mit Blütenreichtum und Wuchsfreudigkeit belohnen.

Pflege

PassifloraGibt man auf einige grundlegende Dinge Acht, ist die Pflanze eine leicht zu kultivierende und zu pflegende. In den Monaten März bis August benötigt der Stock viel Wasser. Staunässe soll aber vermieden werden, da sonst Schäden an den Wurzeln auftreten können. Am besten verbessert man die Erde mit lockerem Substrat wie beispielsweise humoser Gartenerde. Da sie einen warmen, luftigen und hellen Platz liebt, stellt man sie in den Sommermonaten wenn möglich ins Freie. Eine zusätzliche wöchentliche Düngerzugabe oder Zugabe von Langzeitdünger  trägt zu hoher Vitalität und Blühwilligkeit der Pflanze bei.

Die Wintermonate sind zur Ruhe gedacht. Man überwintert sie am besten an einem hellen aber kühlen Standort bis maximal 15 Grad. Im Herbst reduziert man die Wasserzugabe und gießt äußerst sparsam während der Wintermonate. Das Düngen ist jetzt nicht notwendig und wird bis zum März komplett eingestellt. Bevor die Passiflora ins Winterquartier übersiedelt wird, schneidet man sie zurück.

Vermehrung

Sie kann durch Samen, Stecklinge oder Wurzelschnittlinge vermehrt werden. Durch Aussaat von Samen können Arten erzeugt werden, die krankheitsresistenter sind und stärkere Wurzeln bilden. Bei der Samenaufzucht ist allerdings Geduld vonnöten. Die Entwicklung einer von Samen gezogenen Pflanze dauert relativ lange. Frische Samen können in vier und sechs Wochen keimen, ältere Samen benötigen eventuell bis zu einem Jahr.

Bei der Stecklingsvermehrung wird der Mutterpflanze ein Stück entnommen und am besten mit Bewurzelungspulver bewurzelt. Aus der jungen Pflanze entsteht ein direkter Klon der Mutterpflanze. Hybridzüchtungen werden ausschließlich auf diese Art vermehrt.  Beispielsweise wird die Passifl. caerulea durch Stecklinge vermehrt. Zwischen Februar und April schneidet man die Stecklinge und bewurzelt sie im Anzuchtkasten.

Eine Vermehrung durch Wurzelschnittlinge ist eher
selten und eignet sich nur für sehr wenige Passionsblumen. Hier entstehen neue Triebe aus den Wurzeln der Pflanze.

Krankheiten und Schädlinge

passionsblume2_flWenn in den Wintermonaten, einige Blätter vergilben und abfallen, ist das noch kein Problem.
Unterschiedliche Krankheiten und Schädlinge können allerdings bei falscher Pflege die Pflanze dahinraffen.

Man unterscheidet

zwischen

  • Viren (gelbe Flecken, mosaikartige Muster, unvollständig ausgebildete Blätter)
  • Schädlingen (Spinnmilben, Wollläuse, Tripse, Trauermuecken)
  • Chlorosen (Lichtmangel, Eisenmangel, Winterchlorose, Sonnenbrand)
Da sich die Pflanze vegetativ vermehrt, können Viren von anderen Pflanzen oder von der Passiflora selbst übertragen werden. Die Ansteckung erfolgt durch den Austausch der Pflanzensäfte. Diese können durch Verletzungen, saugende oder beißende Schädlinge übertragen werden.
Schädlinge wie Läuse, Spinnmilben und Trauermücken treten vor allem in Winterquartier auf. Trauermücken selbst richten noch keinen Schaden an, allerdings fressen die Larven die ohnehin schon schwachausgebildeten Wurzeln und tragen so zur Schädigung der Pflanze bei.  Man kann Trauermücken mit Giessinsektiziden im Winter bekämpfen oder aber mit einer Leuchte und Gelbtafeln - denn Trauermücken lieben das Licht.

Chlorose, wie Eisenmangelchlorose oder Winterchlorose kommt man am besten mit eisenhaltiger Düngung oder kühlerer Raumluft bei. Die Winterchlorose zeigt sich mit ausbleichenden, durchsichtigen Blättern. In Folge ist das ein Hinweis, dass der Wurzelballen der Pflanze zu kalt steht. Hier schränkt man entweder das Wachstum in Form von kühlerer Raumluft ein oder man stellt den Wurzelballen mit Hilfe einer Wärmematte oder Styroporplatte wärmer.

PassionsblumenEinige besonders schöne Sorten
  • Passifl. gracilis: Höhe 1 - 1,5 Meter, weiße Blüten
  • Passifl. x "Amethyst":Höhe 3 - 9 Meter, violettfarbige Blüten
  • Passifl. Lady Margaret: Höhe 2 - 6 Meter, rubinrote Blüten
  • Passifl. x "Sunburst": Höhe 2 - 6 Meter, orangefarbige Blüten
  • Passifl. citrina: Höhe bis zu 6 Meter, gelbe Blüten
  • Passifl. venosa violacea: Höhe bis zu 3 Meter, violette Blüten
  • Passifl. Manta: Höhe bis zu 6 Meter, schwarz gelbe Blüten
Sie ist eine wunderschöne exotische Pflanze, die sich als Balkon- und Kübelpflanze, aber auch in exotischen und mediterranen Wintergärten besonders schön macht. Gibt man ihr die notwendige Aufmerksamkeit und Pflege, hat man viele Jahre Freude an der Blütenpracht.
 
Pflege der Passiflora caerulea

Die Passionsblume braucht viel Licht und kann im Sommer ganztägig in der vollen Sonne stehen, wenn sie vorher langsam an den Aufenthalt im Freien gewöhnt wurde. Dadurch bilden sich viele ihrer großen Blüten bis zum Herbst und eventuell sogar essbare Früchte. Im Schatten gedeiht sie zwar auch, dann leidet jedoch ihre Blühfreudigkeit unter der fehlenden Sonne. Die Passionsblume muss regelmäßig gegossen werden und braucht besonders während der Wachstumsperiode viel Wasser. Hierbei sollte Staunässe jedoch unbedingt vermieden werden, weil sonst ihre Wurzeln zu faulen beginnen. Während des Sommers wird die Passiflora einmal pro Woche mit einem herkömmlichen Dünger für Blühpflanzen gedüngt. Als sehr schnell wachsende Pflanze braucht sie eine Rankhilfe, an der sie sich hinaufwinden kann.

Überwinterung der Passionsblume

Bevor die Passionsblume an ihr Winterquartier gebracht wird, sollte sie zurückgeschnitten werden. Dazu werden der Haupttrieb und auch die Seitentriebe stark eingekürzt, sodass nur einige Augen stehen bleiben. Sie blüht im folgenden Jahr an den neuen Trieben, sodass ein Rückschnitt keinen Einfluss auf die Blütenbildung in der nächsten Saison hat. Soweit sie im Freiland gepflanzt war, wird dann ihr Wurzelstock ausgegraben und in einem Topf an einen mäßig hellen und kühlen Ort mit einer Temperatur von rund 10° C gestellt. Dort sollte sie nur noch sparsam gegossen werden, sodass die Erde nur noch leicht feucht ist, nur völlig austrocknen sollte sie auch im Winter nicht.