Prinzessinnenblume - Pflege von Tibouchina urvilleana

Prinzessinnenblume"Blumen sind die schönen Worte und Hieroglyphen der Natur, mit denen sie uns andeutet, wie lieb sie uns hat." Johann Wolfgang von Goethe

Dieser Satz geht einem Betrachter vielleicht durch den Kopf, wenn er sich einer Tibouchina urvilleana, besser bekannt als Prinzessinnenblume, gegenübersieht.

Der Lebenszyklus und das Aussehen der Blüten

Die Blüte der Prinzessinnenblume verzaubert durch ihr prächtiges Farbenspiel, das von Lila bis Purpurrot reicht. Die aparten Blüten erreichen einen Durchmesser von 5 bis 12 Zentimetern. Ein besonderes Merkmal der

Blüte sind ihre bizarren Anhängsel an den Staubbeuteln. Sie erinnern an überlange Wimpern oder Spinnenbeine. Je nach Sonnenintensität und Wärme bleiben die Blüten bis zu vier Tage geöffnet. Bei einer sehr starken Sonneneinstrahlung erschöpft sich ihre Lebensdauer oftmals nach nur einem Tag. Das tut der Schönheit der Prinzessinnenblume keinen Abbruch. Nachdem sie einmal das Knospenstadium im Frühling (meist beginnt es im Mai) erreicht hat, setzt sich die Blütenbildung der Pflanze über mehrere Monate bis in den Herbst kontinuierlich fort. Die eigenwillig geformten, leicht pelzigen Blütenknospen, die an Vogelköpfchen erinnern, sind sehr dekorativ.

Der Strauch und das Blattwerk

PrinzessinnenblumenDer verholzend wachsende Strauch kann in der freien Natur in seinem gewohnten Habitat eine imposante Höhe von mehr als 5 Metern erreichen. Das Blattwerk der Pflanze weist eine smaragdgrün schillernde Farbe auf. Die einzelnen Blätter sind oval geformt, sie wirken wie präzise ausgesägt. Die Blattränder haben eine leuchtend rote Umrandung und sind von silbrigen Härchen umsäumt. Alte Blätter verfärben sich zum Ende der Blühphase im Herbst orange oder gelb-rötlich und fallen dann schließlich ab.

So gedeiht die Prinzessinnenblume

Der Strauch benötigt saure Erde mit einem niedrigen pH-Wert. Während der Hauptvegetationsphase vom Frühling bis in den Herbst mag es die Pflanze gerne ausreichend feucht. Es gilt aber mit dem Bewässern zu warten, bis die oberste Erdschicht wieder angetrocknet ist. Die Vermeidung von Stauwasser ist notwendig, um zu verhindern, dass das Wurzelwerk verrottet. In den Wintermonaten sollte die Flüssigkeitszufuhr nur sehr sparsam erfolgen. In jedem Fall sollte
das Wasser stets kalkarm sein.
 
Als Kübelpflanze auf Terrassen, im Haus und - wenn optimale Bedingungen in Gewächshäusern oder Wintergärten es zulassen - kann die Prinzessinnenblume eine stolze Höhe von 3 bis 5 Metern erreichen. Die Pflanze wächst meist rasch, daher ist ein Umtopfen einmal pro Jahr angebracht.
In der warmen Jahreszeit gedeiht die Pflanze an einem sonnigen, jedoch windgeschützten Platz im Freien. Zur Überwinterung ist ein helles, überdachtes Ambiente (eventuell ein Wintergarten) mit einer Temperatur um die 10°C ideal. Der Überwinterungsplatz sollte über eine hohe Luftfeuchtigkeit verfügen und so oft wie möglich belüftet werden können.

Schneiden

Prinzessinnenblume BlattNaturbelassen wächst die Prinzessinnenblume aufrecht und schwach ausladend in die Höhe. Um einen schönen und kompakten Wuchs der Pflanze zu erreichen, ihre Blüheigenschaften zu optimieren und einer Verkahlung vorzubeugen, sollten Jungtriebe entspitzt werden. Das heißt, man schneidet regelmäßig nach dem Verblühen entstehende lange Jungtriebe zurück, sobald sich an ihnen zwei Blattpaare gebildet haben. Dieses wichtige Zurückschneiden von Trieben sollte spätestens vor Eintritt

der Ruhephase in den Wintermonaten erfolgen.

Erste Hilfe bei Schädlingen

Häufig hilft bei der allgemein als schädlingsresistent geltenden Pflanze im Falle eines Blattlausbefalls ein gezieltes Abspritzen mit Wasser und bei möglichen Pilzerkrankungen das Herausschneiden des betroffenen Triebes bis in einen gesunden Bereich hinein.

So vermehrt man die Prinzessinnenblume

Leicht verholzte Stecklinge, die über mindestens zwei Blätter verfügen und gut bewurzelt sein sollten, können am besten im Hochsommer angezüchtet werden. Es bedarf dazu einer relativ hohen Substratwärme. Diese sollte zwischen 20°C und 25°C liegen. Hierfür ist Tongranulat empfehlenswert, welches ein Austrocknen der Stecklinge verhindern kann.

Prinzessinnenblume hochEine kurze Checkliste zu Pflege und Haltung
  • Wuchs und Höhe: Der Strauch kommt meist als Kübelpflanze ins Haus und erreicht möglicherweise eine Höhe von 2 Metern und mehr
  • Blütesaison: Erste Blütenknospen bilden sich im Mai, danach blüht der Strauch bis in den September hinein
  • Lieblingsstandorte: Während der Blütephase ein sonniger bis vollsonniger, windgeschützter Platz
  • Erde und Dünger: Rhododendronerde in Kombination mit Komposterde, organischem Dünger und einem Tongranulat, regelmäßige Flüssigdüngung empfohlen
  • Bewässerung: Im Sommer ausgewogen reichlich, im Winter spärlich
  • Rückschnitt: Für einen kompakten Wuchs und Formhaltung nach dem Verblühen entstehende Jungtriebe zurückschneiden
  • Vermehrung: Verwendung von leicht verholzten Stecklingen. Sie sollten über mindestens zwei Blätter verfügen und schon gut bewurzelt sein, am besten im Hochsommer anzüchten
  • Überwinterung: Optimal ist helles, überdachtes Ambiente (eventuell ein Wintergarten) mit einer Temperatur um die 10°C
  • Diese wunderschöne Pflanze aus Brasilien kann bei der nötigen Zuwendung eine Lebensdauer von mehreren Jahren erreichen und ihrem Besitzer viel Freude bereiten. Die im Umgang eher pflegeleichte Pflanze erweist sich lediglich in der Überwinterung als etwas anspruchsvoll, macht aber die Mühe wieder wett.