Tonkabohne, Dipteryx odorata - Steckbrief & 11 Tipps zur Verwendung

kueche-restaurant flDie Tonkabohne ist der Samen des Tonkabaumes. Man nutzt den Samen als Gewürz für Süßspeisen. Der Geschmack ähnelt dem von Vanille, gepaart mit etwas Bittermandel. Die Tonkabohne ist preiswerter als Echte Vanille, deshalb wird sie gern in der Gastronomie genutzt. Am gebräuchlichsten ist, sie zu reiben, am besten mit einer kleinen Muskatreibe. Außerdem kann man den Samen auskochen oder in Rum einlegen. Kaufen kann man Tonkabohnen am ehesten in der Apotheke oder im Internet.
Die Tonkabohne enthält Giftstoffe,

ist mit Vorsicht zu behandeln und zu genießen!!! Einige Jahre war die Bohne in Deutschland sogar verboten.

Steckbrief
  • Der Tonkabaum ist in Guayana und Nordbrasilien beheimatet. Er wird hauptsächlich für die Holzindustrie verwendet. Die Samen sind ein Nebenprodukt.
  • Der Baum wird aber in Südamerika in vielen Ländern angebaut.
  • Die Tonkabohne ist etwa 6 cm lang und vergleichbar mit der Kakaobohne.
  • Die Farbe ist dunkelbraun bis schwarz.
  • Die Bohne wird der reifen Tonkafrucht entnommen.
Verwendung
  • (1) Ideal ist die Bohne zum Aromatisieren von Süßspeisen, zur
    Geschmacksverbesserung von alkoholischen Getränken und Tabak.
  • (2) Die Tonkabohne enthält recht viel Cumarin, etwa 2 bis 3 Prozent. Das steht wiederum im Verdacht, krebserregend zu sein. Im Vergleich, Waldmeister enthält etwa 1 Prozent Cumarin und wurde wegen seinem hohen Gehalt auch schon mal verboten.
  • (3) Man sagt der Bohne hypnotische und erotisierende Wirkung nach. Im Prinzip ist es eine Droge, mit dem Hauptwirkstoff Cumarin und Derivaten davon.
  • (4) Die Tonkabohne wird sogar bei der Parfümherstellung verwendet, in Pfeifentabak und als Räuchersubstanz.
  • (5) Besonders in Südamerika werden der Tonkabohne magische und heilende Kräfte zugesprochen.
  • (6) Große Dosen Cumarin und langfristige Verwendung können zu Leberschäden führen!
  • (7) Die bei uns im Handel angebotenen Tonkabohnen haben einen Fermentierungsprozess durchlaufen. So wird der Cumaringehalt stark gesenkt. Nur die rohe Bohne ist gefährlich.
  • (8) Die Bohne wird als Raumdeo genutzt. Der Vanilleduft ist echt stark.
  • (9) In der Medizin werden gerinnungshemmende Cumarin-Derivate eingesetzt, um ischämische Schlaganfälle, Herzinfarkte und Trombosebildung zu verhindern.
  • (10) Besonders Schwangere, Bluter und Menschen, die regelmäßig blutverdünnende Medikamente nehmen, sollten Cumarin völlig meiden!
  • (11) In der Spitzengastronomie gilt die Tonkabohen als Geheimtipp. Die Bohne ist sehr ergiebig.
Fazit

Die Tonkabohne ist noch ein Insidertipp. Spätestens, wenn die Preise für Vanille weiter steigen, wird sie in aller Munde sein. Ihr Vanilleduft ist intensiver als der von Vanille und wenn man sie richtig dosiert, eignet sie sich die Bohne hervorragend zum Kochen. Vorsicht jedoch vor rohen, unfermentierten Tonkabohnen!