Pflanzen zur Fassadenbegrünung: Clematis, Wilder Wein & Co

schwarzaeugige susanneWer träumt nicht von einem romantisch wild bewachsenen Haus? Mit einer Fassadenbegrünung lässt sich dieser Traum verwirklichen. Eine bekleidete Hauswand hat jede Menge Vorteile. Sie hält Lärm ab und bietet heimischen Tieren wie Schmetterlingen, Vögeln und vielen Insekten einen neuen Lebensraum. Für die Begrünung der Fassade stehen dem Hobbygärtner die unterschiedlichsten Kletterpflanzen zur Auswahl, die mit und ohne Rankhilfe die Fassade individuell gestalten. Ob nun schnell oder langsam wachsende Kletterkünstler - für jede Hauswand und jeden Geschmack ist etwas dabei.



/>Vorteile einer Fassadenbegrünung

Die Vorteile einer begrünten Fassade liegen klar auf der Hand, weshalb die dichte Blätterwand an Hauswänden und Mauern immer beliebter wird. Schnell und relativ günstig lassen sich hässliche Mauern und triste Fassaden ohne viel Platzbedarf in optische Hingucker verwandeln. Aber die senkrechte Wiese kann noch mehr: Sie schützt das Haus vor äußeren Einflüssen wie Hitze und Kälte. Außerdem werden gesundheitsschädliche Stoffe einfach weggefiltert und Vögel sowie andere Kleinlebewesen bietet die begrünte Fassade neben Nahrung auch Unterschlupf und Nistplatz.

Weiterhin wird das Mauerwerk durch die Kletterkünstler vor Wetterextremen wie Sturm oder Hagel geschützt. Die Pflanzen sorgen für Abkühlung im Sommer, befeuchten die Luft und im Winter bilden sie eine schützende und isolierende Barriere.

Zusammengefasst ergeben sich folgende Vorteile:
  • Kletterpflanzen benötigen kaum Platz und legen sich wie eine schützende Schicht auf die Fassade
  • bieten Schutz vor Wind, Kälte, Hagel, Sturm, Schlagregen, UV-Strahlun
  • Lärm, Schadstoffe und Staub werden weggefiltert
  • Kleinklima wird verbessert
  • schafft neuen Lebensraum für Vögel und Kleinlebewesen
  • komplette Begrünung und Teilbegrünung möglich
Arten der Fassadenbegrünung

prunkwindeWer seine Fassade begrünen möchte, nutzt in erster Linie Kletterpflanzen, die entweder mit oder ohne unterstützende Hilfe in die Höhe wachsen. Ausschlaggebend sind das Kletterverhalten und der optimale Standort. Die große Familie der Kletterpflanzen wird grundsätzlich in zwei Hauptgruppen eingeteilt. Es gibt Selbstklimmer, also selbstkletternde Pflanzen und Gerüstkletterpflanzen. Diese sind auf Kletterhilfen angewiesen.

Selbstklimmende Kletterpflanzen
Selbstklimmer halten sich mittels Haftscheiben oder Haftwurzeln an fast jedem Untergrund fest. Besonders beliebt sind Trompetenblume, Efeu, Kletterhortensie oder der Wilde Wein. Werden diese Pflanzen anfangs angebunden, kann ihnen der Aufstieg erleichtert werden.

Gerüstkletterpflanzen
Im Gegensatz zu den Selbstklimmern sind Gerüstkletterpflanzen nicht in der Lage, sich selbstständig an Oberflächen hochzuziehen. Vielmehr benötigen sie unterstützende Hilfe in Form von Gerüsten. Unter den Gerüstkletterpflanzen wird wiederum zwischen folgenden Arten unterschieden:

Schlingpflanzen
... klettern durch schlingende Bewegungen der Triebe und benötigen Kletterhilfen wie Seile oder Stäbe, die dünn und senkrecht geführt sind. Zu den Schlingpflanzen zählen Hopfen, Knöterich, Geißblatt und Wisteria.

Rankpflanzen
... beispielsweise Wein- oder Waldrebe, Wicke und Clematis nutzen Blattstiel- oder Sprossranken, mit denen sie sich an der Kletterhilfe festhalten. Als Rankhilfe eignen sich gitterartige Kletterhilfen, da diese Kletterkünstler
sowohl an diagonal als auch an waagerecht und senkrecht verlaufende Stützen wachsen.

Spreizklimme
... sind im Grunde genommen keine Kletterpflanzen, da sie sich nur mit ihren Stacheln, Hakensprossen oder Seitentrieben klammern und verspreizen. Dadurch vergrößern sie die Auflagefläche. Zu dieser Gruppe zählen Winterjasmin, Brombeeren oder Kletterrose.

Wahl der Pflanzen

Bei der Auswahl der richtigen Pflanzen für die Fassadenbegrünung spielen stets Pflegeaufwand, Standort, Wind- und

Lichtverhältnisse eine wesentliche Rolle.

Himmelsrichtung

Jede Kletterpflanze stellt unterschiedliche Anforderungen an den Standort. Generell gilt:

Nordseiten
eignen sich am besten für Pflanzen, die im Schatten optimal gedeihen. Hier können sich Pfeifenwinde und Efeu gut entfalten. Der immergrüne Selbstklimmer Efeu schützt zudem noch vor Auskühlung und Feuchtigkeit, da er seine Blätter nicht verliert.

Ostseiten
wilder weinGeißblatt, Wilder Wein, Hopfen oder Knöterich gedeihen an Fassaden die nach Osten zeigen genauso gut wie Pfeifenwinde oder Waldrebe.

Südseiten
Für Südfassaden können sommergrüne Sorten wie Wilder Wein, Feuerbohne, Kletterrose, Clematis-Arten, echter Wein oder Knöterich eingesetzt werden. Einige geeignete Sorten werfen ihr Laub ab, wodurch sich die unbeschattete Hauswand erwärmt.

Westseiten
Da die Westseite in den meisten Fällen auch die Wetterseite ist, eignen sich immergrüne Pflanzen wie Spindelstrauch oder Efeu. Dadurch wird die Fassade zudem das ganze Jahr vor Wind und Regen geschützt.

Tipp: An Westfassaden machen Spalierobstsorten wie Pflaume, Birne oder Apfel ebenso eine gute Figur.

Hier noch mal ein kleiner Überblick über die beliebtesten Kletterpflanzen zur Fassadenbegrünung:

Pfeifenwinde
  • Schlingpflanze
  • sonniger bis schattiger Standort
  • windgeschützt
  • frischer, nährstoffreicher, feuchter Boden
  • Wuchshöhe zehn bis 20 Meter
  • bildet dichte Laubwände
  • Blütezeit Juni / Juli
  • Düngung ist erforderlich
  • alle ein bis drei Jahre Auslichtungsschnitt
Kletterhortensie
  • Selbstklimmer
  • gelbe Färbung im Herbst
  • halbschattiger bis schattiger Standort (Nord- und Westwände)
  • Substrat sollte humos, sauer bis neutral sein
  • feuchter bis nasser Boden
  • regelmäßig bewässern
  • verträgt kein Kalk
  • Wuchshöhe bis zwölf Meter
  • April bis Oktober gelbe bis goldgelbe Laubfärbung
  • im Winter rotbraune Triebe
  • Juni / Juli dekorative Blütendolden
  • Schnitt im Frühjahr fördert Verzweigung
clematisClematis
  • Blattstielranker
  • unterschiedliche Arten
  • Wuchshöhe zwei bis drei Meter
  • halbschattiger bis sonniger Standort
  • windgeschützt
  • humoser, frischer Boden mit Drainage
  • Auslichtungsschnitt nach der Blüte
Kletterrosen
  • Spreizklimmer mit Dornen
  • sonniger bis halbschattiger Standort
  • Boden sollte tiefgründig, sandig-lehmig und nicht zu feucht und nicht zu trocken sein
  • Substrat humusartig, jedoch nicht nährstoffreich
  • Kalidüngung bis zum Frühsommer
  • Wuchshöhe, je nach Sorte zwei bis 15 Meter
  • Blütezeit ist sortenabhängig (Dauer blühend, mehrfachblühend oder einmal blühend)
  • trägt oftmals rote Hagebutten-Früchte
Efeu
  • immergrüner Selbstklimmer
  • Standort vollsonnig bis halbschattig
  • humoser, nährstoffreicher Boden
  • Wuchshöhe bis 20 Meter
  • bildet im September duftende Blüten
  • Früchte dienen Vögeln als Nahrung
  • Schnitt jederzeit möglich
Blauregen
  • giftige Schlingpflanze
  • vollsonniger Standort
  • Halbschatten ist auch möglich, allerdings weniger Blüten
  • wuchsfreudig bis 20 Meter
  • lichtfliehender Wuchs
  • gefiederte hellgrüne Blätter von Mai bis November (mitunter auch orangebraun)
  • zwei Hauptarten
  • Chinesischer Blauregen (Wisteria sinensis)
  • Japanischer Blauregen (Wisteria floribunda)
  • regelmäßiger Schnitt, damit keine Schäden an den Rankhilfen entstehen
Häufig gestellte Fragen

blauregenWir haben eine eloxierte Aluminiumfassade und suchen schnell wachsende Kletterpflanzen zur Fassadenbegrünung. Die Pflanzen sollten nicht unter den Paneelen wurzeln. Welche eignen sich?

Kletterpflanzen besitzen lichtfliehende Triebe. Zudem haben sie Haftwurzeln, die zu richtigen Wurzeln auswachsen. Mit der Zeit würden Wurzeln und Triebe die Paneele von der Fassade hebeln und es kommt zu Schäden an der Hauswand. In dem Fall empfehlen sich Rankhilfen.

Wie kann ich verhindern, dass mein Efeu an der Fassade meines Nachbarn klettert?

In erster Linie helfen regelmäßige Schnittmaßnahmen. Um den Bewuchs aufzuhalten, kann ein Holzbalken an der Fassade angebracht werden. Dieser fordert die Pflanze auf, in eine andere Richtung zu wachsen.

Da unsere Fassade saniert wird, muss der Efeu weichen. Wie entferne ich nun sämtliche Haftwurzeln?

Die Überreste des Efeus zu entfernen, kann mitunter sehr kostspielig sein. Einfacher geht es mit Drahtbürste, Handschuhen und viel Geduld. Alternativ lässt sich ein Sandstrahlgerät einsetzen.