Duftende Orchideen - Sorten und Pflege

Cattleyen gehören zu den besonders duftenden OrchideenOrchideen sind eine weltweit verbreitete Pflanzenfamilie. Viele stammen zwar aus wärmeren Regionen der Erde, doch gibt es auch in unseren Breiten sogenannte Erdorchideen. Das sind Arten, die im Winter ihre oberirdischen Teile verlieren.

Es wird geschätzt, dass es mehr als 30.000 Orchideenarten gibt. Dazu kommen noch unzählige Züchtungen, die in ihrer Farbenpracht kaum zu überbieten sind. Oftmals sind die bei uns erhältlichen Zimmerorchideen leichter zu pflegende Zuchtformen. So unterschiedlich die Pflanzen auch sind, gibt es doch

einige allgemein geltende Pflegetipps.

Das richtige Substrat für Orchideen

Da viele Orchideen ursprünglich auf anderen Pflanzen wachsen und sich über ihre Wurzeln beziehungsweise Luftwurzeln versorgen, brauchen sie einen sehr durchlässigen Pflanzstoff, damit ausreichend Luft an die Wurzeln gelangen kann. Die Wachstumsform auf beispielsweise Bäumen wird als epiphytisch bezeichnet. Aus diesem Grund ist herkömmliche Blumenerde nicht geeignet. Die Wurzeln würden innerhalb kürzester Zeit verfaulen. Hauptbestandteile von Orchideensubstraten sind
  • grober Torf,
  • Rinde,
  • Kokosfasern,
  • Mineralwolle
  • oder Styropor
  • und manchmal Blähton.
Sie können Wasser gut speichern. Fertige Substrate für die unterschiedlichen Orchideenarten sind im Handel erhältlich. Darüber hinaus sollte nach circa zwei Jahren eine Orchidee umgetopft werden.

Gießen mit Fingerspitzengefühl

Der Wasserbedarf von Orchideen ist natürlich von der Art abgängig, jedoch sterben viele Orchideen aufgrund von Gießfehlern, und meistens, ist es auf zu viel Wasser zurückzuführen. Das Wasser fließt schnell durch das Orchideensubstrat und verbleibt oft im Übertopf. Die Wurzeln stehen daher ständig im Wasser, was wiederum zu Fäulnis führt. Eine kleine Hilfestellung kann der Zeigefinger sein. Den Finger etwas fester auf die Erde drücken, ohne dabei hinzusehen, und wenn sich das Substrat noch kühl anfühlt, kann später gegossen werden.

Ein weiterer Trick ist, die Pflanze anzuheben. Fühlt sie sich leicht an, sollte gegossen werden, ist sie schwerer, noch nicht. Des Weiteren sollte beim Gießwasser darauf geachtet werden, dass es nicht zu kalt und außerdem abgestanden ist. Auch ist es besser für die Orchideen ein eher weicheres Wasser zu nehmen, um ein Versalzen der Pflanzen zu verhindern.

Orchideen düngen

Obwohl viele Orchideen wegen ihrer epiphytischen Lebensweise mit sehr wenigen Nährstoffen auskommen, so benötigen sie doch eine geringe Nährstoffzufuhr, wenn auch deutlich weniger als andere Pflanzen. Ein Dünger sollte folgende Nährstoffe enthalten:
  • Stickstoff
  • Phosphor
  • Kalzium
  • Kalium
  • Magnesium
  • Spurenelemente
Orchideen können mit speziellen Düngern fit gemacht werdenDer Handel bietet bereits eine große Auswahl von speziellen Orchideendüngern an. Wer normale Flüssigdünger verwendet, sollte jedenfalls mindestens um die Hälfte unter der empfohlenen Dosierung bleiben. Prinzipiell sollte mit der Düngung erst in der Wachstumsphase der Orchideen begonnen werden. Ein Zeichen dafür ist die Bildung von neuen Blättern beziehungsweise Trieben. In der Ruhephase der Pflanzen sollte auch die Düngung unterbleiben.

Die richtige
Temperatur für Orchideen


Die benötigten Temperaturen sind je nach Herkunft der Orchideen sehr unterschiedlich. Sie werden eingeteilt in kalt, temperiert und warm.
  • kalt: Winter zwischen 8 °C und 15 °C, Sommer zwischen 12 °C und 18 °C
  • temperiert: Winter zwischen 14 °C und 20 °C, Sommer zwischen 17 °C und 21 °C
  • warm: Winter zwischen 20 °C und 25 °C, Sommer zwischen 20 °C und 28 °C
Bei zu niedrigen Temperaturen

kann es zum Beispiel bei der Phalaenopsis zu klebrigen Ausscheidungen an den Blütenständen kommen.

Duftende Orchideenarten

Von den unzähligen, in der Natur vorkommenden Arten und den vielen Züchtungen gibt es einige, die besonders häufig in unseren Wohnungen vorkommen und auch noch gut duften. Darunter fallen unter anderem folgende Orchideen:
  • Phalaenopsis violacea
Die Temperatur für diese in vielen Farben erhältliche und duftende Falterorchidee sollte zwischen 18 °C und 25 °C liegen. Im Sommer vertragen sie auch bis zu 30 °C tagsüber und im Winter kann die Temperatur nachts vorübergehend auf 16 °C fallen. Diese Orchideen lieben einen halbschattigen Standort, daher sind West- oder Ostfenster besonders geeignet. Außerdem sollten sie nie vollkommen austrocknen und regelmäßig aber wenig gedüngt werden. Sie legt keine Ruhepause ein. Phalaenopsis Arlington und Phalaenopsis pulchra duften auch und haben im Wesentlichen gleiche Pflegeansprüche.
  • Dendrobium kingianum
Diese Orchidee duftet herrlich dezent und benötigt es temperiert. Im Sommer mag sie daher auch einen Aufenthalt im Freien. Direkte Sonneneinstrahlung sollte vermieden werden und beim Gießen darf keine Staunässe entstehen. Ebenfalls gut riechende Orchideen und in der Pflege sehr ähnlich sind Dendrobium fleckerii und Dendrobium loddigesii.
  • Cattleya aclandiae
Ein bis zwei große Blüten bekommt diese Orchidee. Sie bevorzugt es warm bis temperiert, allerdings sollte es nachts zu einer deutlichen Temperaturabsenkung kommen. Darüber hinaus mag sie es halbschattig bis hell. Sie braucht nur mäßig Wasser beziehungsweise Dünger. Außerdem ist zu beachten, dass die Cattleya aclandiae eine Ruhepause für die Bildung neuer Blüten benötigt.
  • Oncidium cheirophorum und Oncidium ornithorhynchum
Diese beiden Orchideen sind ebenfalls bekannt für ihren Duft. Auch Hybriden aus beiden Elternpflanzen riechen noch ausgezeichnet und stellen an ihren Besitzer geringere Pflegeansprüche. Sie benötigen einen temperierten Standort und sollten mäßig feucht gehalten werden. Im Sommer können sie draußen gepflegt werden.
  • Maxillaria picta
Sie mag einen temperierten, hellen Standort, an dem es Frischluft gibt. Bei ihr kann das Substrat leicht antrocknen bis wieder gegossen werden muss. Eine geringe und regelmäßige Düngung, ausgenommen in der Ruhezeit, trägt ebenso zu ihrem Wohlbefinden bei. Ähnlich in der Pflege ist die duftende Maxillaria tenuifolia.
  • Aerangis mooreana
Diese kleinwüchsige Orchidee liebt helle temperierte Standorte ohne direkte Sonne. Auf regelmäßiges Gießen und Frischluft sollte bei ihr geachtet werden.

Es ist wichtig, die verschiedenen Ansprüche der Orchideenarten zu kennenSo unterschiedlich Orchideen auch in ihrem Aussehen und in ihren Pflegeansprüchen sind, so haben sie doch alle eine Gemeinsamkeit: Ihre Schönheit und ihr Geruch begeistern uns seit langer Zeit.

Wissenswertes zu Orchideen in Kürze

Orchideen gehören heute schon zu den typischen Zimmerpflanzen. Denn inzwischen stehen die filigranen Dauerblüher neben Begonie und Alpenveilchen schon fast auf jeder Fensterbank. Hübsch klingende Namen wie Vanda, Cattleya oder Miltonia, unterstreichen ihren zarten Charme. Fast unerschöpflich scheint ihre Blütenvielfalt zu sein. Bizarre Formen ähneln Schmetterlingen, und exotische Farben konkurrieren problemlos mit jedem Papagei.
  • In der Natur lebt die Vielzahl der Orchideen auf Bäumen und nimmt Wasser und Nährstoffe nur über die fleischigen Laufwurzeln auf. Darum sollte für sie auch im Zimmer die Luftfeuchte entsprechend hoch sein.
  • Das Lichtbedürfnis einer Orchidee erkennen Sie an ihren Blüten. Hier gilt: je dicker, desto heller der Standort! Ob Nord- oder Südfenster: Fensterbänke sind für alle Orchideen gut geeignet.
  • Gegossen wird je nach Wachstumszustand der Pflanze. Und das erst, wenn das Substrat wieder trocken ist. Denn nasse Füße mag sie deutlich weniger.
  • Gedüngt wird bei jedem dritten Gießen mit handelsüblichen Orchideendüngern. Kräftige, gesunde Wurzeln Ihrer Pflanze bedeuten: Ich bin in Form!
Heute kann man Orchideen in fast jedem Gartengeschäft kaufen. Längst müssen für ein schönes Exemplar keine astronomischen Summen mehr bezahlt werden. Denn ihre Vermehrung bereitet keinerlei Probleme mehr. Denken Sie daran, sich schon beim Kauf vom tadellosen Zustand einer Orchidee zu überzeugen und dabei auch ihren Namen zu erfragen. Denn nur so kann sie auch optimal gepflegt werden und Ihnen lange treu bleiben.