Pflege von Palmen

KantiapalmeExotisches Flair mit üppigem Grün und dekorativen Wedeln - die Palmen faszinieren und sind doch erstaunlich anspruchslos in der Pflege. Ihre Heimat sind die Tropen, die Wüstengebiete und der südliche Mittelmeerraum. Lange Trockenperioden oder nährstoffarme Substrate überstehen die meisten Palmen mühelos und einige der größeren Exemplare können sogar ganzjährig im Garten ausgepflanzt werden. Ein Stück Sonne, Urlaub und Südseeflair zieht mit den geheimnisvollen und attraktiven Palmen ein.

Wichtiges im Überblick
  • luftiger, heller und warmer Standort
  • Palmensubstrat, das locker und durchlässig sein sollte
  • wenig gießen, wenig Dünger
  • keinen zu großen

    Topf wählen
  • für einen stabilen Stand sorgen.
Palmen und ihre Pflege

Palmen mögen es allgemein hell, warm und luftig. Palmen stehen gerne im Wind und vertragen dabei meist viel Sonne. An große Temperaturunterschiede sollten sie möglichst langsam gewöhnt werden. Ihre Hauptwachstumszeit beginnt mit dem Ansteigen der Temperaturen und der Lichtverhältnisse (März bis April) und endet mit dem Temperaturabfall und dem nachlassenden Tageslichteinfall. Besonders durstig sind die Palmen nicht, denn - sofern sie einen Stamm ausbilden - speichern sie dort Wasser und Nährstoffe. Eine größere Gefahr als zu wenig Wasser und Dünger ist gerade bei den Palmen ein Zuviel des Guten.

PalmenwedelÜbergießen oder Überdüngen führt bei den Palmen zum Tod - auch wenn dies aufgrund ihrer Robustheit meist relativ lange  dauert. Besteht der Verdacht, dass Übergossen oder überdüngt wurde (hängende Wedel, braune oder gelbe Blätter), heißt es schnell zu handeln: Die Palme aus dem Topf nehmen, die Wurzeln gründlich mit Wasser abspülen und das Substrat komplett ersetzen - mit nicht vorgedüngter Erde. Braune Spitzen oder Blätter an den Palmwedeln sind meist nicht zu vermeiden und finden sich auch in ihrem natürlichen Habitat. Palmen sind anspruchslos in der Versorgung, reagieren allerdings empfindlich auf ein Zuviel.

Überwintern der Palmen

Der Aufenthalt im Kübel ermöglicht eine Überwinterung im nicht allzu dunklen und kalten Innenraum (auch Keller oder Garage). Mit dem Anbruch der kühleren Jahreszeit endet auch auch die Wachstumsperiode der Palmen. Damit werden weniger Nährstoffe (Dünger) und auch weniger Wasser verbraucht. Mit dem Anbruch des Winters sollte - je nach Kübelgröße und Raumtemperatur - nur noch bei fast vollständiger Austrocknung vorsichtig gegossen werden. Wichtig ist, die Pflanze vor Frost zu schützen. Steht die Pflanze im Freien, so empfiehlt sich ein windgeschützter Standort sowie ein Winterschutz. Der Kübel sollte nicht unmittelbar auf dem Boden stehen, sondern mit kleinen (Holz-)blöcken oder Styropor auf Abstand gehalten sein. Bei anhaltendem Frost besteht die Gefahr, dass das im Substrat vorhandene
Wasser gefriert und die Pflanze verdurstet. Werden die Wedel locker hochgebunden, können diese - zusammen mit dem Stamm - mit klarer Luftpolsterfolie geschützt werden. Gelegentlich kann der Winterschutz abgenommen werden, um die Pflanze auf Schädlingsbefall zu prüfen. Je nach Temperaturtoleranz vertragen auch Palmen Minusgrade und ausgepflanzte Exemplare können mit Winterschutz im Garten verbleiben. Besonders im Garten ist auf das Gefrieren der Erde zu achten (Bodenfrost). Das Gießen mit heißem Wasser, das bei Eindringen in den kalten Boden schnell an Temperatur verliert, beugt einem Bodenfrost vor oder löst ihn auf. Nicht alle Palmen vertragen die gerade im Winter beliebten Lichterketten - auch Pflanzen bevorzugen einen geregelten Tag-Nacht-Rhythmus.

Aufzucht

und Pflege von Palmen


PhönixpalmePflanzen wie eine Kentia-Palme können unter Umständen durch Teilung des Wurzelballens vermehrt werden. Andere Palmenarten bilden Sporen aus oder Samenfrüchte. Die Vermehrung von Palmen ist eher schwierig. Die Aufzucht ist jedoch auch für Anfänger interessant, wenn es oft auch Jahre dauert, bis die Palme einen Stamm entwickelt. Zwar gedeihen die meisten Palmen auch in Blumenerde, jedoch ist die spezielle Palmenerde besser auf ihre Bedürfnisse abgestimmt. Die meisten Palmen mögen es leicht sauer (basisch)  und brauchen einen festen Stand. Ein schwerer "Fuß" schützt die Pflanze und gibt einen sicheren Halt - auch im Freien und bei stärkeren Windverhältnissen. Ist ein relativ großer Kübel und viel Mobilität erforderlich, eignen sich die leichteren Kunststoffkübel besonders gut. Ist ihr Topf gut durchwurzelt, kann umgetopft werden. Ein zu großer Topf erschwert ein gleichmäßiges saures Klima, aber auch die gleichmäßige Düngung und Wasserversorgung. Ein zu großer Topf fördert die Wurzelbildung, womit weniger Kraft für das Ausbilden der Wedel verbleibt. Auch Palmen  mögen die Drainage über den wichtigen Wasserlöchern im Fuß des Kübels, was einen gleichmäßigen Abfluss des Gieß- oder Regenwasser sicherstellt. Umtopfen lässt sich die Palme außerhalb der Wachstumsperiode, wie etwa im Frühjahr und gerade dann, wenn die Pflanze aus dem Winterschlaf erwacht.

Palmen sind langjährige, anspruchslose und bildschöne exotische Begleiter mit dem ganz besonderen Etwas. Licht, Luft und Sonne lieben sie, können kurzfristig allerdings auch weniger günstige Verhältnisse überstehen. Oft sind sie etwas teurer in der Anschaffung - da meist auch ein größere und attraktiver Kübel hinzukommt - dafür aber besonders dekorativ, langlebig und sehr anspruchslos.
 
Pflege-Tipps

In Bezug auf den Standort sollte man zusehen, dass man sehr nah an die Umweltbedingungen des Herkunftsortes herankommt. So sollte eine Palme, die viel Sonne benötigt, an ein Südfenster bzw. auf den Balkon oder die Terrasse gestellt werden.

Meistens wächst eine Palme zunächst in einem für sie geeigneten Pflanzsubstrat. Sie kann solange darin beleiben, bis die Wurzeln aus den Abzugslöchern herauswachsen, dann erfolgt die Umtopfung. Hierbei sollte das neue Substrat für die meisten Palmen leicht säuerlich sein.

Palmen müssen regelmäßig, jedoch nicht unbedingt täglich, gegossen werden, da sie oft empfindlich gegenüber Staunässe sind. Grundsätzlich sollte das Gießen am Morgen oder am Abend erfolgen und nicht um die Mittagszeit, wenn die Sonne hoch am Himmel steht. Das Gießwasser ist im Idealfall natürlich temperiertes Regenwasser, denn kaum eine Pflanze mag eiskaltes Leitungswasser.

In der Wachstumsphase sollte eine Palme zusätzlich mit einem geeigneten Dünger gedüngt werden.
Ein Geheimtipp für ein enormes Wachstum ist das regelmäßige Einsprühen der Palme mit verdünntem Algensaft. Dies fördert eine sattgrüne Farbe der Blätter und stärkt die gesamte Widerstandskraft.

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