Psychoaktive Pflanzen

Muskatnuss"Drogen sind nicht das Problem – sondern die Probleme."
Erhard Blanck (*1942), deutscher Heilpraktiker, Schriftsteller und Maler.

Psychoaktive Pflanzen, auch Biodrogen genannt, haben uralte Tradition, berauschen sie doch schon seit Urzeiten die Menschheit und sind eng mit Religion, Kultur und Spiritualismus verbunden. Die Gewächse - immerhin ist es die beeindruckende Menge von mehr als achtzig verschiedenen Pflanzen - werden in Form einfacher oder aufwendiger Zubereitung eingenommen um auf die Psyche einzuwirken oder den Bewusstseinszustand zu verändern. Sie werden wegen ihrer anregenden, beruhigenden, halluzinogenen bzw. ihrer

allgemein psychoaktiven Wirkung verwendet.

Bekannte psychoaktive Pflanzen

Betelnuss – kommt in Indien, Malaysien, Polynesien und den Südpazifischen Inseln vor; stimmuliert das Zentrale-Nerven-System, beeinflusst das Zeitgefühl, dient als Aphrodisiacum. Besonders in Indien genutzt, wie bei uns Zigaretten und Kaffee. Kauen auf einer Betelnuss ist für Inder völlig normal. Enthält Arecolin, Chavicol, Allylpyrocathechol und Chavibetol. Das Kauen der Betelnuss soll den Geist wachhalten, wenn der Körper schon müde ist. Allerdings bekommt man vom Kauen gelbe Zähne und schlechten Atem. Außerdem soll die Nuss auch Mundhöhlenkrebs verursachen.

Schlafmohn – Opium wird daraus gewonnen; stammt ursprünglich aus Vorderasien. Man erntet die unreife Samenkapsel. Diese wird angeritzt. Der austretende Milchsaft wird aufgefangen. Man lässt ihn eintrocknen und erhält so eine gummiartige Masse. Der Hauptwirkstoff ist das Alkaloid Morphin. Zusätzlich enthält Opium aber auch andere Alkaloide wie Codein, Narcotin und Heroin. Daran kann man erkennen, was für eine gefährliche Droge Opium ist. Die im Schlafmohn enthaltenen Wirkstoffe blockieren die Wirkung des vegetativen Nervensystems an den glatten Muskelzellen im Magen.Darm-Trakt. Sie beeinflussen aber auch die Atemfunktion.

Hanf – kann in allen gemäßigten Zonen der Welt angebaut wreden. Ist seit etwa 5.000 Jahren in der Medizin bekannt. Es werden die getrockneten Blüten der weiblichen Pflanzen geraucht. Man kann Hanf auch zum Essen oder Trinken zubereiten. Wirkt berauschend für zwei bis acht Stunden, je nach Verwendung und Qualität. Verantwortlich sind die Inhaltsstoffe, Cannabinole (daraus entsteht das bekannte Tetrahydrocannabinol THC). Beeinflusst werden Fühlen, Denken, Gedächtnis, Wahrnehmung, Kommunikation und Körpererleben. Das kann sowohl ins positive, als auch ins negative gehen. Dauerhafter Konsum beeinflusst die kognitive Leistungsfähigkeit, also Aufmerksamkeit, Konzentration und Lernfähigkeit.

Mutterkorn – eigentlich
Mutterkornpilz; kommt in allen gemäßigten Zonen Europas vor, außerdem in Nordafrika, Asien und Nordamerika. Bewirkt Muskelkontraktionen (bronchospasmus) und Gefäßverengung. Möglich ist eine komplizierte Teilsynthese von LSD. Enthalten sind Ergolin-Alkaloide, v.a. Derivate von Lysergsäure. Die Alkaloide sind giftig. Sie können Darmkrämpfe, Halluzinationen und das Absterben von Fingern und Zehen bewirken (Durchblutungsstörungen). Allerdings regen die Inhaltsstoffe auch Wehen bei einer Geburt an, daher der Name.

Stechapfel – gehört zu den Nachtschattengewächsen und kommt in Indien, Nordamerika und Asien vor und vereinzelt auch in Europa. Die Blätter werden geraucht. Isst man sie, kann das sehr gefährlich werden. Sie sind giftig. Enthalten sind Atropin, Hyoscyamin, Skopolamin, Mandragorin und andere Tropanalkaloide. Stechapfel ist ein Halluzinogen. Es wirkt hypnotisierend und bis zu 36 Stunden. Man hat verrückte Träume, schläft aber nicht wirklich. Oft werden auch Pflanzenteile bzw. Samen als Sud gepress oder als Tee ausgekocht.  Schon das Inhallieren der Dämpfe der Blüten kann gesundheitsschädlich sein. Stechapfel wirkt auf die Verdauung, die Speichelsekretion, den Herzschlag und die Pupillenkonzentratioin.

/>
Muskatnuss – die in der Küche verwendete Muskatnuss hat noch ein paar andere Eigenschaften, als nur Speisen zu würzen. Die Inhaltsstoffe wirken narkotisierend, verbunden mit Halluziationen, Kopfschmerzen, Übelkeit und Schwindel. In hohen Dosen ist Muskatnuss sehr giftig. Enthalten ist Myristicin (im ätherischen Öl), was im menschlichen Körper umgewandelt wird, so das Halluzinationen entstehen. Schon die alten Agypter rauchten Muskatnuss als Tabakersatz.

Varianten

Stimulanten

Stimulanten regen den Geist an, machen wach und euphorisieren teilweise – bewirken aber keine Veränderung der Wahrnehmung: Kaffee, Tee, Tabak, Alkohol, Guarana, Cola, Hanf usw. Nur etwa zehn Prozent der Deutschen kommen völlig ohne Drogen aus. Alle anderen nehmen mehr oder weniger regelmäßig zumindest Stimulanten zu sich.

Narkotika

Narkotika beruhigen und betäuben und ziehen oftmals Wahrnehmungsveränderungen wie z.B. Traumbilder nach sich: Mohn, Opium, Baldrian, Hopfen usw.

Halluzinogene

Halluzinogene bringen eine krasse Veränderung in der Wahrnehmung. Sowohl räumlich, als auch zeitlich und ebenso emotional. Dazu gehören die Nachtschattengewächse (Stechapfel, Tollkirsche, Engelstrompete, Bilsenkraut) sowie der Fliegenpilz und die Psilocybin- bzw. Zauberpilze. Der Konsum dieser berauschenden Gewächse ist äußerst gefährlich, da die Spannbreite zwischen der wirksamen und der tödlichen Dosis sehr schmal - und die Einnahme somit eine Gratwanderung ist. Für deren Verwendung bedarf es eines genauen Wissens sowohl über die Zubereitung als auch über die Dosierung.

Psychoaktive Pflanzen können Helfer, Retter oder Vernichter sein. Dadurch können unsere Sinne erwachen, sie können unser Bewußtsein stimulieren und erweitern – oder sie eingrenzen und dämpfen, eben bis zu Halluzinationen führen. Das Interesse an pflanzlichen Wirkstoffen hat mit der wachsenden wissenschaftlichen Erkenntnis gerade für medizinische Anwendungen stark zugenommen. Im gleichen Ausmaß jedoch häufen sich aber auch die Meldungen über Vergiftungen und Todesfälle.

In den Händen der Mediziner sind selbst starke Gifte ein Segen - in den Händen des Laien ein Fluch. Und die Verantwortung unserem Körper gegenüber tragen letztendlich wir selbst....