Seidelbast - Pflege - schön, aber giftig - Vergiftung!

Seidelbast - Pflege - schön, aber giftig - Vergiftung!

Der Seidelbast (Daphne mezereum) ist ein kleiner Strauch, der durch seine frühe Blütezeit und die später erscheinenden Beeren sehr schön ist.

strauch-pflanzen2 flLeider sind diese Beeren jedoch stark giftig, deshalb sollte dieser Strauch keinesfalls dort gepflanzt werden, wo kleine Kinder ihn erreichen und diese Beeren pflücken und essen könnten. Der Seidelbast wird einen halben bis eineinhalb Meter hoch. Er bildet seine weißen oder rosa bis purpurfarbenen und stark duftenden Blüten schon

vor dem Laubaustrieb im Februar oder März. Diese Blüten ziehen sehr viele Schmetterlinge und andere Insekten an, die zu dieser Zeit ansonsten nur wenig Nahrung finden.

Eine weitere Besonderheit dieses Strauchs liegt darin, dass sich die Blüten direkt am Stamm und an den Zweigen bilden. Ab August reifen am Seidelbast die Früchte, die meist leuchtend rot, bei einigen Sorten aber auch gelb sind. In ihnen befinden sich hochgiftige Samen, die wie die Rinde des Strauchs den Giftstoff Mezerein enthalten.

Der Seidelbast als Heilpflanze

In früheren Zeiten wurde die Rinde des Seidelbasts in Essig eingelegt und dann als Zugpflaster zur Behandlung von Hauterkrankungen benutzt und auch als Abführ- und Brechmittel war der Seidelbast bekannt. Heutzutage ist dies wegen der hiermit verbundenen großen Gefahren nicht mehr üblich. Nur in der Homöopathie werden Extrakte aus
dem Seidelbast stark verdünnt noch verwendet. Dort ist er unter dem Namen Mezereum bekannt.

Vergiftungserscheinungen

Schon der Hautkontakt mit der Rinde des Strauchs kann zu gesundheitlichen Problemen führen, denn das Gift des Seidelbasts dringt auch durch geschlossene Hautschichten. Dann bilden sich Blasen und gereizte Stellen auf der Haut. Bei längerem Kontakt kann sogar eine Nekrose entstehen. Sehr viel schlimmer ist allerdings das Verschlucken der Beeren. Sie verursachen Magen- und Darmprobleme sowie Nierenschäden und können schon in kleinen Mengen tödlich sein. Ursache hierfür ist das in den Samen enthaltene Mezerein, darüber hinaus enthalten die Samen den Wirkstoff Daphnin, der Halluzinationen verursacht.

Pflege des Seidelbasts

Wer den Seidelbast trotz seiner Giftigkeit pflanzen möchte, sollte hierbei einige wichtige Regeln beachten:
  • Gepflanzt werden kann er auf jeden Boden, der ausreichend Nährstoffe enthält und feucht ist. Dort kann die Erde ruhig ein wenig kalkhaltig sein, für einen guten Wasserabzug sollte allerdings gesorgt werden, denn Staunässe verträgt dieser Strauch nicht.
  • Genauso empfindlich reagiert er allerdings auf Trockenheit, deshalb muss er in den Sommermonaten meist zusätzlich bewässert werden.
  • Für den Winter braucht der Seidelbast dagegen keinen besonderen Schutz, denn er ist als heimische Pflanze gut frosthart.
  • Der beste Standort für den Seidelbast liegt im Halbschatten, denn in freier Natur wächst er meist in Wäldern.
Seidelbast schneiden

Ein Rückschnitt ist beim Seidelbast meist nicht nötig. Bei Bedarf kann er aber ein wenig ausgelichtet werden. Die beste Zeit hierfür ist direkt nach der Blüte, also im späten Frühjahr. Beim Schneiden sollten unbedingt Handschuhe getragen werden, denn wie schon erwähnt, ist eine intakte Haut kein Schutz gegen das in der Rinde enthaltene Gift.

Vermehren

Die Vermehrung ist bei einem Seidelbast sehr leicht durch die Früchte möglich. Diese werden vom Strauch gepflückt, sobald sie vollständig ausgereift sind und danach einfach

an der gewünschten Stelle im Garten wieder ausgesät. Dieser Standort sollte sorgfältig ausgewählt werden, denn ein späteres Verpflanzen verträgt der Seidelbast wegen seines empfindlichen Wurzelwerks nur sehr schlecht.