Taiga-Beere - Anbau und Wirkung

Taiga-Beere - Anbau und Wirkung

Eine gut sortierte Hausapotheke ist unerlässlich für alle Menschen, denen das Wohlbefinden Ihrer Familie am Herzen liegt. Für naturbewusste Gärtner ist es ein durchaus willkommener Gedanke, seine Hausapotheke im Garten anzureichern, mit garantiert schadstofffreien Gewächsen.

Die Taiga-Beere eignet sich als Ziergehölz für GärtenEin möglicher Kandidat für solche Gärtner ist die Taiga-Beere:

Das Wichtigste zur Taiga-Beere im Überblick

  • Die Taiga-Beere ist keine Neuentdeckung, sondern eine bei uns als Sauerdorn bzw. Berberitze altbekannte Pflanze
  • Diese lässt sich pflegeleicht

    im Garten kultivieren, ohne besondere Ansprüche an Boden und Licht
  • Berberitze bringen Beeren hervor, die zu vitaminreichen Marmeladen und Säften verarbeitet werden können
  • Weiteren Nutzen bringen sie als ökologisch wertvolles Vogelschutzgehölz und für Fachkundige als Heilpflanze (vor allem Wurzeln und Rinde)

Taiga-Beeren - was sind das eigentlich für Beeren?

Auch wenn der Name so manchen Mitbürger an ferne Steppen und sehnsuchtsvolle Lieder denken lässt, gehört die Taiga-Beere eigentlich ganz unspektakulär zu unseren “urheimischsten” Gewächsen. Der “neumodisch” als Taiga-Beere bezeichnete Strauch ist älteren Naturkundlern nämlich schlichtweg als Gemeine Berberitze oder Sauerdorn bekannt. Oder auch als Bubenstrauch, Dreidorn, Essigbeere, Essigscharf, Kuckucksbrot, Sauerdorn, Spießdorn, Spitzbeerlie oder Zitzerlstrauch, was uns schon einen kleinen Hinweis auf seine einstige Verbreitung und Beliebtheit gibt.

Viele der deutschen Namen beziehen sich auf den sauren Geschmack der Blätter und Beeren oder die dornigen Zweige, der wissenschaftliche Name Berberis vulgaris geht teils auf die Blattform zurück (“berberis” = arabisch Muschel), der Artname “vulgaris” soll uns einfach nur sagen, dass die Pflanze häufig ist. Dieser Strauch wuchs tatsächlich einmal in größeren Mengen bei uns. Er wurde wegen seiner vielfältigen Talente auch einmal sehr geschätzt.

Allerdings hatte der Sauerdorn das Pech, den Getreidebauern als Zwischenwirt eines Getreidepilzes auch wörtlich “ein Dorn im Auge” zu sein, sie unternahmen wahre Ausrottungsfeldzüge gegen ihn. Diese Bauern hatten anfangs wenigstens noch Marmeladenkocher und Färber gegen sich, die die Berberitzen retten wollten. Als unsere Gärten zudem von immer mehr neu gezüchteten oder aus fernen Kulturkreisen importierten Modepflanzen überschwemmt wurden, geriet die Berberitze längere Zeit fast vollkommen in Vergessenheit. Deshalb stimmt der Artname ´vulgaris´ heute nicht mehr, in Nordrhein-Westfalen steht die Berberitze z. B. auf der Roten Liste der gefährdeten Pflanzen.

/>Sauerdorn - schön und schmackhaft!

Verdient hat der Sauerdorn - wie so viele einheimische Sträucher - dieses Desinteresse eigentlich nicht. Der höchstens bis zu drei Meter Höhe und Umfang erreichende Strauch mit einem Jahreszuwachs von etwa einem halben Meter hat genau das richtige Tempo und die richtige Größe für unsere Gärten. Er kann als Hecke eingesetzt werden, die mit ihren kräftigen Dornen so manchen Einbrecher abhalten könnte oder als Einzelgewächs, mit dekorativ überhängendem Wuchs. Er ist überhaupt ziemlich hübsch: Er entwickelt viele kleine, erst rötlichgrüne und dann sattgrüne Blätter, die im Herbst erstaunlich bunt werden können, von Gelborange bis leuchtend Rot ist alles möglich. Im Mai blüht die Taiga-Beere, die leuchtend gelben Blüten hängen in Trauben an den Ästen, bis sie schließlich zu länglichen, knallroten bis dunkelroten Beeren herangereift sind.

Diese Beeren können Sie essen! Traditionell werden die wirklich recht sauren Sauerdorn-Beeren zu Saft, Marmelade oder Mus verarbeitet oder getrocknet und

ähnlich wie Rosinen eingesetzt; im Orient werden die Früchte zu vielen Gerichten gegeben. Sie verleihen Reisgerichten, Fisch und Fleisch ein säuerliches Aroma. Diese Früchte sind nicht nur reich an Fruchtsäuren, sondern auch an Vitamin C, sie geben also in der kalten Jahreszeit wertvolle Vitaminspender ab, die früher zur Vorbeugung gegen Erkältungen häufig auf dem Speisezettel standen wurden und auch löffelweise gegen Vitaminmangelerscheinungen von der Frühjahrsmüdigkeit bis zum Zahnfleischbluten verabreicht wurden.

Den Vitaminschub können Sie heute genauso nutzen - außer Ihnen lieben viele Vögel die Früchte, besonders wenn im Winter der Boden gefroren ist und sie auf Nahrungssuche sind. Eine Berberitze bietet den heimischen Wildtieren zudem Nistplätze, Schutz und Winterquartiere, auch Igel, Haselmäuse und Echsen freuen sich also über den Strauch. Eine Sauerdorn-Hecke im Garten hat hohen ökologischen Wert: Hier werden Biotope verbunden, das sorgt für genetischen Austausch und Gesunderhaltung der heimischen Tierwelt.

Fast alle Pflanzenbestandteile der Taiga-Beere haben wirksame Inhaltsstoffe - die Blätter sind allerdings nicht relevantDie Taiga-Beere als Heilpflanze

Der Sauerdorn wird auch in der Heilkunde schon lange geschätzt. Bekannt sind Drogen aus der Stammrinde (Berberidis cortex), der Wurzelrinde (Berberidis radicis cortex) und der Wurzel (Berberidis radix). Im Gegensatz zu den reifen Früchten enthalten diese Pflanzenteile Alkaloide, die gegen Pilze und Bakterien wirken und sich bei Verdauungsproblemen, Entzündungen und Beschwerden der verschiedensten inneren Organe sowie bei hohem Blutdruck positiv auswirken sollen. Alkaloide sind aber auch giftig für den Menschen, wenn sie nicht fachkundig und sehr genau dosiert werden. Schon etwa ein halbes Gramm des im Sauerdorn enthaltenen Berberins kann erste Beschwerden wie Nasenbluten und Atembeschwerden verursachen. Eine große Überdosis kann zum Tod führen! Eine heilkundliche Anwendung der Wurzel- oder Rindenteile ist also nur unter fachkundiger Anleitung denkbar.

Wenn Sie sich auf die reifen Früchte beschränken, haben Sie jedoch nichts zu befürchten. Außerdem sollen sie zumindest vorbeugend heilsam wirken, gegen schlechten Appetit und stockende Verdauung und allgemein gegen Erkrankungen im Bereich der Leber, der Lunge und des Darms.

Der Anbau der Berberitze

Zu all diesen Vorzügen gesellt sich noch ein weiterer, die Taiga-Beere ist als einheimisches Gewächs nämlich ausgesprochen einfach anzubauen und - was vor allem den Freizeitgärtnern unter uns gefallen wird - genauso anspruchslos in ihrer Pflege. Sie verträgt fast jeden Boden, auch nährstoffarme, sonnige bis halbschattige Standorte, Hitze und Trockenheit und Feuchtigkeit, nur dauerhaft unter Staunässe setzen sollten Sie sie nicht. Jungpflanzen bekommen Sie inzwischen wieder in jeder guten Baumschule, im Internet z. B. beim Eggert Pflanzenhandel aus 25594 Vaale unter www.eggert-baumschulen.de.