Wolliger Schneeball, Viburnum lantana - Pflege und Schneiden

Wolliger Schneeball zeichnet sich durch seine Blütenform und seine ausladenden ZweigeWeiße Blüten und rote Früchte bis in den Winter hinein machen den Wolligen Schneeball (lateinisch Viburnum lantana) ganzjährig zu einem attraktiven Gehölz im heimischen Garten. Bis in den Sommer zeigt er seine weißen, großen Blütenstände und den aufrechten, dichten Wuchs. Die heimische Pflanze ist häufig an Wegrändern, in Parks und Gärten zu finden.

Der Wollige Schneeball (Viburnum lantana) ist eine der beiden heimischen wildwachsenden Arten des Schneeballs. Ein großer Strauch, der

straff aufrecht wächst, dabei gut verzweigt und sich mit seinem dicht-buschigen Wuchs auch als Windschutz hervorragend eignet. Dabei ist die Viburnum lantana nicht nur ein Blickfang im Garten, denn er ist zudem pflegeleicht und absolut winterhart. Sonnig bis halbschattig, an einem vor Witterung geschützten Standort gedeiht der Schneeball und zeigt sich äußerst robust und widerstandsfähig gegen Krankheiten und Schädlingsbefall.

Wuchs und Blüte

Die bis zu 12 cm langen Blätter des Wolligen Schneeball sind breit-und elliptisch und zeigen sich auf der Oberseite dunkelgrün und runzelig, während sie auf ihrer Unterseite das wollige grau-grün schmückt. Zum Herbst färbt sich das Laub von grün-gelb bis zinnober-rot. Von April bis in den Juni präsentiert der Strauch seine weißen Blüten, die sich in Scheindolden zeigen und etwa 6 bis 10 cm groß sind. Der Geruch der Blüten wird allerdings sehr unterschiedlich wahrgenommen - von schlecht riechend bis hin zu angenehm duftend. Die im Hochsommer nach der Blüte gebildeten roten Früchte färben sich im Laufe der Reifung schwarz (September) und schmücken den dekorativen Strauch bis in den Winter hinein. Da dieser Prozess nicht gleichmäßig abläuft, zeigen sich am Schneeball die Beerenstände oft in einem attraktiven Farbenspiel. Neben seinen für Vögel attraktiven Beeren bildet sein dichter Wuchs auch ein gutes Vogelschutzgehölz. Im Herbst wirft der sommergrüne Strauch seine Blätter ab. Je nach Sorte erreicht der Schneeball eine Wuchshöhe von 1,50 bis 5,00 m.

Substrat

Der Wollige Schneeball gedeiht in kalkreichen und humosen Gartenböden, der pH-Wert von neutral bis alkalisch (pH-Wert: 5.5 bis 8.0) reichen kann. Die Erde sollte mäßig frisch bis trocken, dabei aber nährstoffreich sein. Doch auch auf steinigen oder reinen, kalkhaltigen Lehm- und Tonböden gedeiht das Viburnum lantana.

Standort

Sonnige oder halbschattige Standorte gefallen dem Schneeball gut. Wichtig ist allerdings ein geschützter Standort, wie er etwa entlang von Mauern und vor Hecken zu finden ist. In der Natur ist das Viburnum lantana oft an sonnigen Waldrändern anzutreffen. Da das Viburnum lantana auch eine leichte Beschattung verträgt, eignet der Strauch sich auch als Unterwuchs in Gehölzbeständen. Zu vermeiden sind zu feuchte Standorte.

Wolliger Schneeball unterscheidet sich von anderen Schneeballarten durch seine eigenwillige BlütenPflanzen

Ideal ist eine Pflanzung im Frühjahr. Die Viburnum lantana kann aber auch noch im Herbst ausgepflanzt werden. Das starke Wachstum in die Breite verlangt nach einem großen Pflanzabstand, der mindestens einen Meter betragen sollte.

Gießen & Düngen

Der anspruchslose Strauch braucht wenig Wasser und in normaler Gartenerde auch keinen Dünger. Er steht gerne im frisch-trockenen Boden, wobei in andauernden Trockenperioden gewässert werden sollte.

Schneiden

Nach der Blütezeit wird der üppig wachsende Schneeball zurück

geschnitten bzw. in Form gebracht. Er blüht auch ohne regelmäßige Form- und Verjüngungsschnitte, jedoch sorgt ein Schnitt für seine schöne Wuchsform und regt die Bildung kräftiger Neutriebe an. Ist die Blüte abgeschlossen, werden altes Holz heraus- und unregelmäßige Triebe angepasst. Stärkere Rückschnitte schaden dem Strauch grundsätzlich nicht, sie können jedoch die Blütenbildung beeinträchtigen. Die Borke des Schneeballs ist hellgrau und reicht bei jungem Holz von braun bis zum graubraun bei älteren Exemplaren. Gut
durchholzte Zweige sind dunkelbraun.

Überwintern

Auch im Winter stellt das Viburnum lantana keine besonderen Ansprüche an seine Pflege. Der im Freiland ausgepflanzte und winterharte Schneeball braucht in der kalten Jahreszeit keinen Winterschutz. Im milden Klima kann der Schneeball die Winterzeit auch im  Topf- oder Kübel verbringen, wobei allerdings ein Durchfrieren der Töpfe zu vermeiden ist.

Vermehren

Die Vermehrung des Schneeballs erfolgt über Stecklinge, die mit Erde bedeckt und leicht feucht gehalten werden. Nach der Bewurzelung werden sie ausgepflanzt oder zunächst im Topf angezogen. Eine weitere Möglichkeit besteht in der Bildung von Absenkern. Dazu werden die überhängenden Zweige leicht in den Boden gedrückt und mit feuchter Erde bedeckt. Hat der Absenker Wurzeln geschlagen, kann er mit einem scharfen Messer von der Mutterpflanze abgeschnitten werden. Auch eine Vermehrung durch Teilung der Pflanze ist möglich. Dazu wird die Wurzel des Schneeballs mit einem Messer durchtrennt, sodass die Pflanze in zwei Hälften geteilt ist.

Wolliger Schneeball ist winterhart und hart im Nehmen, was Schädlinge betrifftKrankheiten

Der robuste Schneeball zeigt sich sehr resistent gegen Krankheiten, doch da er oft an Wegrändern seinen Platz findet, schadet ihm im Winter das Streusalz, was sich in fleckigen Blättern äußert.

Schädlinge

Da Insekten den kaum Nektar produzierenden Schneeball nur selten besuchen, wird er auch nur recht selten von Schädlingen befallen. Der robuste Schneeball kann jedoch von Blattläusen oder Raupen heimgesucht werden. Abhilfe schaffen handelsübliche Insektizide gegen Blattläuse.

Der Schneeballblattkäfer (Pyrrhalta viburni) sorgt beim Schneeball für einen massiven Blattfraß. Die durchlöcherten Blätter, auf denen sich kaum noch ein Käfer halten kann, sind auf den ersten Blick zu erkennen. Im Frühjahr zeigen sich die Schäden zunächst durch den sogenannten "Fensterfraß", der später zu den siebartig durchlöcherten Blättern führt. Verantwortlich ist die grünlichgelbe, dicke Larve, die der bräunliche und etwa 0,5 cm lange Käfer mit sich bringt. Es empfehlen sich der Rückschnitt der von Eiern besetzten Triebe sowie ein handelsübliches Insektizid gegen Larven.

Anwendung der Pflanze
  • Sichtschutz,
  • Lärmschutzgehölz,
  • Windschutz,
  • Parkpflanzung,
  • Straßen und Stadtgebiete,
  • Hausgärten,
  • Vorgärten
  • und Dachbegrünung.
Heimatgebiete

Verbreitung im alpinen Raum, Europa, Vorderasien und  Nordafrika.

Tipp der Redaktion

Mit seinem dichten, breiten und hohen Wuchs ist das Viburnum lantana ein geeigneter Kandidat für einen sommerlichen natürlichen Sicht- und Windschutz im Garten. Im Herbst wirft der Schneeball jedoch seine Blätter ab, schmückt sich dann aber mit seinen bunten, farbenprächtigen Beeren.

Häufige Fragen
  • Muss der wollige Schneeball verschnitten werden? - Sommergrün, winterhart und pflegeleicht erfordert der Wollige Schneeball einzig einen regelmäßigen Formschnitt - sofern er als Solitärpflanze alle Blicke auf sich zieht.
  • Ist der wollige Schneeball giftig? - Viburnum lantana ist für Menschen und Tiere (Pferde) giftig, die Wirkung ist bei Kindern entsprechend stärker. Insbesondere die Rinde des Schneeballs, aber auch die unreifen Früchte und Blätter tragen Giftstoffe (Glykoside und Viburnin) in sich.
Schneeball kann als Hecke einen guten Wind- und Sichtschutz bildenWissenswertes zum Wolligen Schneeball in Kürze

Der wollige Schneeball beeindruckt mit seinen weiß-gelben Blüten. Die Blätter sind eher etwas filzig, behaart und runzelig. Das einzige, was einen wohl daran hindern könnte, den robusten Zierstrauch in seinen Garten zu pflanzen, ist sein Blütenduft. Dieser ist auf der einen Seite exotisch, auf der anderen wohl für die meisten Menschen eher abstoßend und ungewöhnlich. Der Duft ist jedoch auf lediglich drei Monate begrenzt, denn genau in dieser Zeit blühen die Blüten des wolligen Schneeballs. Nach der Blüte folgen rote Beeren, die sich im Herbst schwarz einfärben.
  • Der Standort des wolligen Schneeballs sollte sich entweder direkt in der Sonne oder zumindest im Halbschatten befinden.
  • Der Boden ist ideal, wenn dieser besonders kalkreich und reich an Nährstoffen ist.
  • Ist der Standort optimal gewählt, wächst der wollige Schneeball nicht nur in die Höhe, sondern auch in die Breite.
  • Gerade letzteres ist für viele Menschen ein Grund, um sich die Pflanze in ihren Garten zu holen.
  • Wenn Sie einen wolligen Schneeball pflanzen möchten, sollten Sie die Pflanzzeit im Frühling wählen.
  • Achten Sie beim Pflanzen darauf, dass die Büsche untereinander viel Abstand haben.
  • Dadurch dass der wollige Schneeball sehr gut in die Breite wächst, eignen sich die Pflanzen auch ideal als Schutz vor ungewollten Blicken.
  • Der Sichtschutz hält dann den Sommer über, denn im Herbst verliert der Schneeball seinen Blätter.
  • Schneiden Sie den Schneeball, wenn die Blütezeit vorüber ist. Dann können Sie den Schneeball in Form bringen und dieser bildet bis zur nächsten Saison kräftige und neue Triebe.
  • Auch der Winter macht den Pflanzen nicht unbedingt etwas aus und Sie können diese bequem über die kalte Jahreszeit an ihrem Standort belassen.
Das Einzige, was dem Schneeball etwas anhaben kann, sind die Schädlinge: Dazu gehören Raupen und Blattläuse. Diesen sollten Sie unbedingt entgegenwirken oder diese zumindest so schnell wie möglich bekämpfen, da diese enormen Schaden an der Pflanze verursachen können. Reagieren Sie also in diesem Fall schnell und beherzt, dann haben Sie gewiss noch viele Jahre Freude an Ihrem wolligen Schneeball und können diesen in voller Schönheit genießen.