Bambus pflanzen - Tipps zur Rhizomsperre

Bambus wächst raumgreifend - für viele Arten ist eine Rhizomsperre nötigDer Bambus (Bambuseae) gehört zu den Süßgräsern und es gibt weltweit rund 1.500 verschiedene Arten. Die meisten wachsen grasartig mit oft meterlangen, verholzenden Halmen und luftigen Blätterkronen. Sie haben zierliche, grasartige Blätter und bilden riesige Blütenrispen.

Bambusse sind vor allem in Asien, Australien, Süd- und Nordamerika verbreitet. Besonders gut gedeiht der Bambus in tropischen und subtropischen Gebieten. Einige Arten fühlen sich auch in den kälteren Regionen der Anden und des

Himalaya wohl. Der Bambus wächst sehr schnell, unter optimalen Bedingungen bis zu einem Meter pro Tag. Während der Wachstumsphase vom Frühjahr bis zum Herbst wächst er bei uns durchschnittlich 10 bis 30 cm täglich. Nur alle 12 bis 120 Jahre blüht der Bambus und stirbt danach ab.

Auch im Erdreich ist der Bambus aktiv und bildet unterirdische Rhizome mit Wurzeln und Augen. Rhizome sind Sprossachsensysteme, die horizontal in den oberen 50 cm des Bodens wachsen. Bambus-Rhizome können mehrere Meter lang werden und bilden immer wieder neue Triebe und Halme. Winterharter Bambus ist in unseren Breiten eine beliebte immergrüne Gartenpflanze. Insbesondere die Fargesia-Arten eigenen sich für Bambushecken im Garten und sorgen für einen Hauch von Exotik.

Der richtige Standort für Bambus

Bambus gedeiht am besten an einem warmen, sonnigen und windgeschützten Standort mit ausreichender Luftfeuchtigkeit. Im Winter tut ihm Schatten gut, damit die Blätter nicht austrocknen. Manche Arten bevorzugen sogar ganzjährig einen schattigen Platz. Je wärmer es ist, desto schneller wächst der Bambus. Der Boden sollte locker und durchlässig sein und viel Humus enthalten. Bambus braucht viel Wasser und viele Nährstoffe. Staunässe verträgt er überhaupt nicht. Viele Bambusarten können problemlos in Kübeln angepflanzt werden.

Rhizomsperre einsetzen

Damit der Bambus sich nicht unkontrolliert im Garten ausbreitet, muss eine Rhizomsperre rund um den Platz angelegt werden, an dem der Bambus gepflanzt werden soll. Als Rhizomsperre eignen sich HDPE-Kunststofffolien, die 70 cm breit und 2 mm stark sein sollten. Um dem Bambusbeet die gewünschte Form zu geben, muss die Folie flexibel genug sein. Die Rhizomsperre wird etwa 65 cm tief eingegraben, 5 cm ragen über dem Boden heraus. Der obere Rand ist wichtig, um die Rhizome sehen und entfernen zu können, die oberhalb der Folie die Sperre verlassen wollen. Die Folie muss mit einer Verschlussleiste abgedichtet werden, damit die Pflanze keine Lücke finden kann.

Pflanzzeit für Bambus

Die winterharten Bambusarten sollten in der Zeit von März bis Oktober gepflanzt werden. Spezielle Bambuserde, z.B. von Frux, für das Pflanzen des Bambus empfehlenswert. Bambussträucher eigenen sich sehr gut als Sicht- und Windschutz, als Hecke, als Solitär- und Hainpflanze im Garten, aber auch als Kübelpflanze für Terrasse und Balkon sowie für Innenräume.

Bambus - Pflege

Bambuspflanzen dürfen nie austrocknen, deshalb ist das regelmäßige Wässern das A und O für jeden Bambus. Bekommt der Bambus keinen natürlichen Regen ab, müssen die Blätter besprüht werden. Ansonsten ist die Pflanze sehr pflegeleicht. Bambushecken müssen von Zeit zu Zeit geschnitten und ggf. abgestochen werden. Wird die Bambushecke zu breit, kann sie, möglichst im Frühjahr, abgestochen werden. Sie sollte jedoch immer eine Mindestbreite von rund 50 cm behalten.

Damit Bambus so schön grün bleibt und gedeiht, sollte er regelmäßig <div align=
gewässert werden" src="/../../images/2014/garten/bambus-muriale-pflanzen-hg-fl.jpg" height="182" width="300" />Mit

dem Düngen sollte erst zwei Monate nach der Pflanzung begonnen werden. Für Bambus ist organischer Dünger mit einem hohen Stickstoffgehalt empfehlenswert. Sehr gut geeignet sind Komposterde aus dem eigenen Komposthaufen und Pferdemist.  Bei sandigen Böden sollte Hornspäne, Gesteinsmehl, Betonit und Tongranulat unter die Erde gemischt werden. Zum Mulchen werden Pinienrinde, Laub, Stroh oder Späne verwendet.

Bambus als Kübelpflanze

Für die Kübelbepflanzung auf dem Balkon oder auf der Terrasse sowie für Innenräume eignen sich alle horstig wachsenden Bambusarten, z.B. Fargesia und Borinda. Der Kübel sollte möglichst groß sein und keine bauchige Form haben. Da der Bambus schnell einen sehr kompakten Rhizomballen bildet, müsste ein bauchiger Topf zum Umtopfen zerschlagen werden. Wichtig ist, dass es einen geeigneten Platz zum Überwintern gibt. Der Winterstandort muss hell und kühl, aber frostfrei sein. Außerdem müssen die Pflanzen vor Wind und Sonne geschützt stehen.

Bambus vermehren

Bambus ist leicht zu vermehren, weil sich die Rhizome schon nach wenigen Jahren gut abtrennen und neu einpflanzen lassen. Die beste Jahreszeit für die Vermehrung ist das Frühjahr, kurz bevor der Bambus neue Triebe bildet. Bei horstigen Pflanzen braucht man sehr scharfe Werkzeuge und viel Kraft für das Abtrennen von Wurzeln und Rhizomen.

Krankheiten und Schädlinge

In Europa gibt es kaum Krankheiten und Schädlinge, die den Bambus befallen. Trockenheit oder Staunässe können die Blätter schädigen. Sie vertrocknen und fallen ab. Solange das Rhizom nicht geschädigt wurde, erholt sich der Bambus schnell wieder. Die Rhizome  können von Mäusen angefressen werden. Dagegen hilft eine Brühe aus abgestandener Molke und Holunderblättern, die in die Mauselöcher gegossen wird. Äußerst selten kann der Bambus von Gallmilben befallen werden. Schild- und Blattläuse gibt es am Bambus nur in warmen Innenräumen. Die Schädlinge können mit den üblichen Mitteln bekämpft werden.

Wissenswertes zu Bambuspflanzen in Kürze

Bambus ist eine pflegeleichte Zierde für Garten, Balkon und Terrasse. Wegen der sehr unterschiedlichen Ansprüche und Wuchseigenschaften der verschiedenen Bambusarten, ist es ratsam, sich vor der Anschaffung genau zu überlegen, wo und zu welchem Zweck er gepflanzt werden soll. Auch empfiehlt es sich, Fachliteratur oder geeignete Webseiten zu Rate zu ziehen. Der Bambus wächst sehr schnell, ist unkompliziert und sorgt viele Jahre für einen exotischen Blickfang im Garten.
  • Es gibt viele verschiedene Bambusarten, die auch unterschiedliche Bedingungen benötigen. Bevor man pflanzt, muss man genau wissen, um welchen Bambus es sich handelt.
  • Es gibt Bambusse, die auch als Kübelpflanze gedeihenEinige Bambusarten nehmen mit einfacher Gartenerde vorlieb. Es gibt aber auch anspruchsvollere. Ebenso breiten sich einige Arten unheimlich schnell und weit aus und machen auch vor dem Gartenzaun zum Nachbarn nicht halt.
  • Beim Einpflanzen muss daher unbedingt eine Rhizomsperre mit eingegraben werden und das am besten bis zu einer Tiefe von einem Meter.
  • Keine Wurzelsperre benötigt Bambus Fargesia murielae, der so genannte Garten- oder Schirmbambus. Er ist winterhart und immergrün, ein recht pflegeleichter Zeitgenosse und sehr zu empfehlen, vor allem für Einsteiger.
  • Die meisten Bambusse bevorzugen frische, etwas feuchte Erde. Der Boden sollte gut durchlässig sein. In schweren oder Sandböden gedeiht Bambus nicht so üppig.
  • Bei Bambus, der eher einen trockenen Boden bevorzugt, sollte man vor dem Pflanzen eine Drainageschicht anlegen. Damit ist gewährleistet, dass überflüssiges Wasser gut abfließen kann.
  • Bambus kann, wenn der Boden locker genug ist, etwas tiefer gesetzt werden. Die Erde darf aber nicht zu schwer sein.
  • Ein sonniger bis halbschattiger Standort, der recht windgeschützt liegt, eignet sich gut.
  • Gern wird Bambus auch als Kübelpflanze genutzt. Wichtig ist ein Abfluss für das Wasser. Das Pflanzgefäß sollte ausreichend groß sein, mindestens 50 Liter.
  • Damit die Wurzeln Platz haben, ist auch für ein ausreichend hohes Gefäß zu sorgen. Je größer der Pflanzkübel, umso besser.
  • Der Kübel darf sich im Sommer nicht zu sehr aufheizten und im Winter nicht zu tief abkühlen. Ideal für die Kübelhaltung sind die Fargesia-Sorten.
  • Die beste Zeit zum Umpflanzen ist vor dem Neuaustrieb bzw. bevor die Rhizome zu wachsen beginnen. Danach muss viel gegossen werden.
  • Einige Bambusarten eignen sich auch als Zimmerpflanzen. Sie benötigen viel Licht. Beim Einpflanzen ist darauf zu achten, dass die Wurzeln nicht beschädigt werden. Als Pflanzsubstrat eignet sich normale, aufgelockerte Erde.