Bambuswurzeln entfernen - Tipps gegen Bambus

Bambus ist eine stämmige, stabile Pflanze - ebenso stark sind ihre RhizomeWenn im eigenen Garten oder in dem des Nachbarn Bambus angepflanzt wird, kann es passieren, dass es sich hierbei um eine Bambusart handelt, die Rhizome, also Wurzelausläufer, bildet. Manchmal ist das sogar gewünscht. Soll der Bambus jedoch als Solitärpflanze eingesetzt werden oder die Ausläufer nicht in das Nachbargrundstück wandern, müssen Rhizomsperren eingesetzt werden.

Diese verhindern eine inflationäre Ausbreitung des Bambus, dessen Rhizome sich häufig nicht direkt nach der ersten Anpflanzung bilden,

sondern es kann einige Jahre dauern, bis diese bemerkt werden. Dabei können die Ausläufer etliche Meter neben der Mutterpflanze auftreten. Bambus wächst auch dort, wo Steine liegen oder auch über die eigenen Grundstücksgrenzen hinweg. Daher kann eine Ausbreitung des Bambus im Vorfeld bereits durch das Einsetzen von Rhizomsperren verhindert werden. Hierzu wird ein Ring aus Polyethylen, also aus Kunststoff um die Pflanze bzw. die Wurzeln der Pflanze in die Erde gebracht. Es sollte darauf geachtet werden, dass die Folie eine Dicke von mindestens 2 mm hat.

Bambus vs. Japanischer Staudenknöterich

Der Japanische Staudenknöterich ähnelt dem Bambus. Er breitet sich ebenfalls durch die Rhizome im Garten aus und hat ähnliche Stängel. Jedoch stirbt der Staudenknöterich im Herbst an der Oberfläche ab, während die Rhizome überwintern können. Der Staudenknöterich hat jedoch eine andere Blattform als der Bambus. Der Staudenknöterich hat im Gegensatz zum Bambus, der längliche Blätter hat, eiförmige und breite Blätter. Hier ist zu beachten, dass diese Rhizome bis zu drei Meter in die Tiefe ragen können. Stellt sich bei der Entfernung des Bambus heraus, dass die Wurzeln sehr tief gehen, kann es sich um Staudenknöterich handeln.

Möglichkeiten, Bambuswurzeln zu entfernen

Beim Bambus handelt es sich um eine sehr zähe und hartnäckige Pflanze, deren Rhizome nur sehr schwer entfernt werden können. Es gibt jedoch sowohl manuelle als auch biologische und chemische Möglichkeiten, gegen die Bambuswurzeln vorzugehen. Meist ist das jedoch mit viel Arbeit und Geduld verbunden.

1. Die manuelle Entfernung des Bambus aus dem Garten

Um Bambus vollständig aus dem Garten entfernen zu können, müssen alle Teile der Wurzeln entfernt werden. Bleibt auch nur noch ein kleines Stück davon übrig, wird sich ein neuer Bambus entwickeln, der sich erneut inflationär ausbreitet. Hat sich der Bambus aus dem eigenen Bestand heraus ausgebreitet, ist es wichtig, auch im Nachhinein eine Wurzelsperre einzubringen und somit die Ausbreitung auf das Gebiet zu begrenzen, in dem der Bambus tatsächlich wachsen darf. Das nachträgliche Einsetzen einer Rhizomsperre ist sehr umständlich, da hierfür der Bambus mit den vollständigen Rhizomen ausgegraben werden muss, um anschließend die Wurzelsperre einzubringen. Erst dann wird der Bambus wieder eingepflanzt. Die unerwünschten Wurzeln ringsherum müssen nun von Hand ausgegraben werden.

Beispiel für eine Wurzelsperre auf kleiner FlächeHäufig wird das aufgrund anderer Pflanzen erschwert, wodurch die Wurzeln nicht vollständig ausgegraben werden können. Sinnvoll ist es daher, all jene Pflanzen, die erhalten bleiben sollen, ebenfalls auszugraben. Im Anschluss daran wird die Erde tief und auch gründlich durchgegraben. Möglicherweise muss neue Erde dazugeben werden. Erst dann können die zuvor entnommenen Pflanzen zurückgesetzt werden. Wichtig hierbei ist, dass die Bambuswurzeln nicht in den garteneigenen
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gegeben werden, da sie sich von hier aus wieder ausbreiten können.

2. Das Abdecken von Gartenabschnitten

Wenn sich Rhizome in einem unbepflanzten Teil des Gartens ausbreiten gibt es mehrere Möglichkeiten diese zu entfernen:
  • Zum einen können auch hier die Bambuswurzeln ausgegraben werden.
  • Zum anderen besteht die Möglichkeit diese, Teile des Gartens mit Papier, Pappe oder Zeitungen zu belegen.
Hier muss jedoch eine Schicht aufgebracht werden, die mindestens zehn Zentimeter dick ist. Darüber wird dann eine dicke schwarze Folie, die eine Dicke von mehr als 2 cm hat, gelegt und befestigt werden. Diese Schicht bleibt für mehrere Monate auf der Erde. Durch den Entzug von Wasser, Sauerstoff und Licht sterben die Rhizome in der Regel ab und auch anderes Unkraut hat in diesem Gartenabschnitt keine Überlebenschance. Diese Methode eignet sich hervorragend für Gärten, in denen in den Wintermonaten nichts angebaut wird oder wächst. So kann von September bis März gegen die Bambuswurzeln vorgegangen werden.

3. Den Bambus mit chemischen Mitteln bekämpfen

Neben den natürlichen oder manuellen Methoden können auch chemische Unkrautvernichtungsmittel zum Einsatz kommen. Jedoch ist der Einsatz von Unkrautvernichtungsmitteln nicht sehr umweltfreundlich und es können auch Pflanzen, die nicht vernichtet werden sollen, in Mitleidenschaft gezogen werden. Die Mittel müssen meist mehrmals angewendet werden, da eine einmalige Anwendung nicht ausreicht, um die Wurzeln des Bambus vollständig zu entfernen. Bevor die Schösslinge jedoch mit einem Unkrautvernichtungsmittel behandelt werden können, müssen alle sichtbaren, also über der Erde liegenden Bambusteile, entfernt werden. Hierzu beginnt man in der Regel bei den Blättern und entfernt anschließen die Stängel des Bambus. Erst dann, wenn nur noch die zarten Schösslinge vorhanden sind, werden die Pflanzen mit dem Mittel besprüht. Um die Wurzeln endgültig entfernen zu können, muss diese Behandlung jedoch mehrmals wiederholt werden, ohne dass es einen wirklichen Anspruch auf Erfolg gibt, da es sich beim Bambus um sehr starke, auch unter widrigen Umständen überlebensfähige Pflanzen handelt.

Nicht alle Bambussorten breiten störende Wurzeln ausBambuswurzeln können durch mehrere Methoden wieder entfernt werden. Die manuellen Methoden sind hier wirkungsvoller als die chemischen Keulen, jedoch sind sie sehr zeitraubend und arbeitsintensiv. In allen Fällen muss sehr gründlich gearbeitet werden, da die Rhizome sonst einen Weg zum erneuten Austreiben von Stängeln und Blättern finden werden.

Tipps zum Entfernen von Bambuswurzeln in Kürze


Wurde beim Pflanzen des Bambus versäumt, eine Wurzelsperre zu setzen, müssen die Bereiche, in denen der Bambus nicht erwünscht ist, von seinen Wurzelausläufern befreit werden. Bambuswurzeln breiten sich in alle Richtungen aus, deshalb muss die gesamte Fläche rund um eine Pflanze bearbeitet werden, um den Bambus in seinem Wachstum einzudämmen.
  • Da die Ausläufer sich bis in eine Tiefe von 60 cm bilden, muss der Boden bis zu dieser Tiefe ausgehoben werden, um die Ausläufer freizulegen.
  • Bei einer einzelnen Pflanze kann dies von Hand mit einem Spaten erfolgen, ansonsten wäre ein kleiner Bagger empfehlenswert.
  • Nachdem die Ausläufer dann freigelegt wurden, können sie mit einem Spaten abgestochen und vernichtet werden.
  • Soll der Bambus komplett aus dem Garten entfernt werden, ist es wichtig, sämtliche Ausläufer zu vernichten, sonst könnte die Pflanze später wieder austreiben.
  • Die ausgegrabenen Wurzeln sollten nicht auf dem Komposthaufen landen, denn dort könnten sie neu austreiben und wieder wuchern.
  • Damit die ungebremste Ausbreitung der Bambuswurzeln nicht wieder von vorn beginnt, kann rund um die Pflanze eine Wurzelsperre installiert werden.
  • Hierbei handelt es sich um eine Kunststofffolie, die hochkant rund um die Pflanze in den Boden gestellt wird und die von den Bambuswurzeln nicht durchdrungen werden kann.
  • Diese Rhizomsperre wird an den Nahtstellen am besten mit einer Schiene aus Aluminium verschlossen, damit auch an dieser Stelle keine Wurzeln in andere Bereiche des Gartens vordringen können.
  • Sie sollte eine Höhe von mindestens 60 cm haben und ein Stück weit aus dem Boden herausragen, um auch den Bereich knapp unter der Erdoberfläche zu schützen.
  • Dieses herausragende Stück kann später mit etwas Erde oder einer Mulchschicht abgedeckt werden.
Fazit: Probleme mit Bambus vermeiden

Um erst gar nicht in die Lage zu kommen, die Wurzeln des Bambus später mit viel Mühe bekämpfen zu müssen oder eine Wurzelsperre zu setzen, gibt es aber auch einige Bambusarten, bei denen dieses Problem nicht auftritt. Die Sorten der Fargesia bilden keine unterirdischen Ausläufer, während die größten Probleme mit den Bambuswurzeln meist bei den verschiedenen Arten des Phyllostachys entstehen.