Rutenhirse, Zierhirse, Panicum - Pflege

gras3 flGartenfreunde sind immer auf der Suche nach neuen Möglichkeiten, Teile des eigenen Gartens neu zu gestalten. Viele Pflanzen sind in Bezug auf Standort, Boden und Lichtverhältnisse sehr anspruchsvoll, nicht winterhart oder bieten nur eine gewisse Zeit im Jahr etwas fürs Auge. Reine Blumenbeete sind auch nicht jedermanns Sache und so erfreuen sich bei vielen Ziergräser erhöhter Beliebtheit. Die Rutenhirse gehört zu diesen Ziergräsern und ist aufgrund ihrer Abstammung sehr pflegeleicht. Sie dient das ganze Jahr über als Farbtupfer im eigenen Garten und eignet sich

für viele verschiedene Stile. Ob Heidebeet oder Teichbegrenzung, die Rutenhirse ist solitär oder in Kombination mit anderen Pflanzen einen Gedanken wert.

Herkunft

Die Rutenhirse ist ursprünglich ein aus den Ebenen Nordamerikas stammendes Präriegras. Die bis zu 2,5 Meter erreichende krautige Pflanze dient dort den heimischen Bisons als hauptsächliche Nahrungsquelle und wird aufgrund ihrer hervorragenden Wurzelbildung nicht nur als Weidegras genutzt. Ein einziger Grashalm kann Wurzeln von bis zu 4 Metern Länge ausbilden, was diese Pflanze als natürlichen Schutz gegen Bodenerosion sehr wertvoll macht. Die im heimischen Garten gebräuchlichen Zierarten der Rutenhirse erreichen geringere Höhen.

Allgemeines

Die Rutenhirse für den Ziergarten, landläufig Zierhirse genannt, gehört zu den Ziergräsern und ist in vielerlei Hinsicht eine Bereicherung für den eigenen Kleingarten. Sie eignet sich besonders gut als Begrünung für einen Steingarten oder als Randbewuchs für den eigenen Gartenteich. Der Hobbygärtner kann aus verschiedenen Sorten wählen, die in der Regel 80 - 100 cm Blatthöhe erreichen. Die Blätter sind je nach Sorte in verschiedenen Grüntönen gefärbt, die Herbstfärbung geht meist in einen bräunlich - gelben Farbton. Die Rutenhirse ist eine winterharte Pflanze, das heißt, dass sie mit ihren Wintergrünen Blättern den Garten auch noch im Winter farblich bereichern kann. Als Ziergras bildet die Rutenhirse Rispenblüten aus, die Blütezeit ist von August bis September. Durch die lockere Form der Rispenblüten und die große Farbpalette zwischen den eigenen Sorten kann der Gärtner auch mit einer solch einfachen Pflanze einen hohen Zierwert erreichen.

Standortwahl

Hier sind dem Gartenfreund kaum Grenzen gesetzt. Aufgrund ihrer Herkunft ist die Rutenhirse wenig anspruchsvoll. Sie kann auf verschiedenen Böden gedeihen und sollte einen sonnigen Standort haben. Hierzu eignet sich die Uferzone des eigenen Gartenteichs oder jedes andere freie Plätzchen. Bei der Wahl des Standortes sollte die Wuchshöhe der Pflanze und die charakteristische Wuchsform, der Blatthorst, berücksichtigt werden. Besonders gut eignet sich die Zierhirse als Kombination mit anderen Gräsersorten oder Pflanzen, die im Spätsommer oder Herbst blühen. So kann sie hervorragend als Bestandteil eines Heidegartens verwendet werden. In Kombination mit Astern oder Fetthenne ergänzt sie jedes herbstliche Beet. Durch ihre Blütenbildung in dieser Zeit und die bei vielen Arten auftretende Herbstfärbung stellt sie vor allem in der zweiten Jahreshälfte eine günstige Form der Dekoration für den eigenen Garten. Die Rutenhirse gedeiht besonders gut auf nährstoffreichen und leicht sandigen Böden, sie hat aber auch keine Schwierigkeiten mit lehmigeren Böden.

Düngung und Wasserbedarf

Bei der Rutenhirse handelt es sich um eine Zierpflanze, die relativ pflegeleicht ist und wenig Ansprüche stellt. Als Ziergras aus der Familie der Süßgräser kommen Beetpflanzen ohne Düngung aus, nur bei Trockenheit sollte man gelegentlich einmal zur Gießkanne
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greifen. Setzt man die Rutenhirse in Kübel oder Balkonkasten, wird der Aufwand der Bewässerung im Sommer etwas höher. Hier sollte der Gartenfreund auf die Bodenbeschaffenheit achten. Verschiedene Böden speichern Wasser besser als andere. Ein tiefgründiger, nährstoffreicher Boden ermöglicht ein gutes Pflanzenwachstum und bietet den Gräsern genügend Dünger, um sich gut entwickeln zu können. Boden, der nur leicht sandig ist, gibt die Nährstoffe gut ab und speichert ausreichend Wasser. In den Sommermonaten sollte trotzdem darauf geachtet werden, dass der Boden nicht zu stark austrocknet. Die Zierhirse ist winterhart und erfreut den Kleingärtner durch ihre wintergrünen Blätter. Rutenhirse kann bei guten Bodenverhältnisse auch mehrjährig erfreuen.

Aussaat, Pflanzung, Vermehrung

Bei der Begrünung eines neuen Beetes mit Rutenhirse bieten sich dem Kleingärtner mehrere Möglichkeiten zur Anzucht. Grundsätzlich können die gewünschten Pflanzen gegen Ende des Winters zu Hause vorgezogen werden. Da es sich um eine Graspflanze handelt, entsteht hier kein großer Aufwand für den Kleingärtner. Bei der Begrünung des Beetes sollte man die Pflänzchen dann entweder in einem "Tuff", also gebündelt zu bis zu 5 Gräsern pflanzen. Oder man legt die Begrünung großflächiger aus, hier reichen zur Begrünung großzügige Abstände, so dass zirka 3 Gräser pro Quadratmeter gepflanzt werden. Eine gute Alternative zur Anzucht bietet sich dem Kleingärtner, wenn er bereits vorhandene Rutenhirse - Horste teilen kann. So können die neu gewonnenen Pflanzen bequem und unkompliziert an den gewünschten Ort gepflanzt werden und füllen relativ schnell den vorgesehenen Platz aus.

Pflanzenschnitt

Als winterharte Pflanze sollte die Rutenhirse auf keinen Fall vor dem Winter zurück geschnitten werden. Zum einen bietet sie auch im Winter mit ihren wintergrünen Blättern etwas fürs Auge, zum anderen bieten die zurückbleibenden Blätter und Blüten dem Grundstock der Pflanze, dem Blatthorst den nötigen Winterschutz. Im Frühjahr kann dann die Rutenhirse am Saum des Blatthorstes in Bodennähe sehr großzügig zurückgeschnitten werden, so dass die ganze Kraft der Pflanze mit dem Austrieb in neue Blätter gehen kann.

Krankheiten, Schädlinge

Auch hier gilt, die Rutenhirse ist eine sehr robuste Pflanze. Spezifische Krankheiten sind nicht bekannt, auch in diesem Bereich ist die Pflanze ein sehr dankbares Geschöpf für jeden Gartenfreund und benötigt keinen größeren Pflegeaufwand.

Steckbrief
  • Art/Familie: Ziergras. Gehört zur Familie der Süßgräser (Poaceae)
  • Pflegeaufwand: Gering. Pflegeleicht
  • Blütezeit: Juli bis September mit kurzen braunen Ähren in lockeren Rispen sitzend
  • Belaubung: Schilfartig lange, aufrechte oder leicht überhängende Blätter mit früher Herbstfärbung. Auch im Winter eine Zierde
  • Wuchs: Bildet Blatthorste aus denen Blütenhalme aufrecht herausragen
  • Höhe: Je nach Sorte Höhe des Blattschopfes 60 bis 80cm, mit Blüten 80 bis 120cm
  • Standort: Sonnig, gerne am Teichrand. Nährstoffreicher, tiefgründiger sowie durchlässiger auch lehmiger, gerne feuchter Boden
  • Pflanzzeit: Kann im Haus zum Winterende vorgesät und ab Frühjahr ausgepflanzt werden
  • Schnitt: Im Frühjahr vor Neuaustrieb bodennah
  • Vermehrung: Teilung im Frühjahr
  • Pflege: Ausgepflanzt keine Düngung notwendig. Bei Trockenheit wässern. Kübelpflanzen vor allem im Sommer oft gießen und düngen
  • Überwinterung: Winterhart
  • Krankheiten/Probleme: Problemlos
Besonderheiten
  • Ist von Kanada bis Kalifornien und Mexiko heimisch
  • Passt gut in den Heidegarten
  • Kann auch im Kübel kultiviert werden
  • Blütenrispen können gut für die Vase oder Trockensträuße geschnitten werden
Sorten (Auswahl)
  • `Hänse Herms: Höhe Blattschopf 60cm, mit Blüten 80cm. Bereits im August sehr auffällige braunrote Färbung und im Herbst dann in leuchtendem kupferrot
  • `Heavy Metall: Höhe Blattschopf 80cm, mit Blüten 120cm. Straffer sehr aufrechter Wuchs mit blau-grün bereiften blättern und Ähren
  • `Rehbraun: Höhe Blattschopf 60cm, mit Blüten 80cm. Sehr schöne Braunfärbung von Blättern und Halmen
  • `Rotstrahlbusch: Höhe Blattschopf 80cm, mit Blüte 120cm. Grüne Blätter mit braunem Schimmer und roter Herbstfärbung