Dracaena marginata - Pflege, Schneiden und Vermehren

Pflegeleichte Topfpflanze: Drachenbaum oder DracaenaDer Dracaena marginata ist ein perfekter Zimmergenosse für Hobbygärtner, die gerne hemdsärmelig an die Pflege ihrer Zierpflanzen herangehen. Mit seinem schlanken Stamm und den gerandeten, länglichen Blättern, streckt sich der Drachenbaum meterweit in die Höhe, ohne ständig für diese Meisterleistung verhätschelt zu werden. Dieser Charaktereigenschaft verdankt die tropische Pflanze eine steile Karriere als eine der populärsten Zimmerpflanzen weltweit.

Den Beweis liefert die folgende Anleitung zu Pflege, Schneiden und Vermehren, die selbst für Anfänger keine gärtnerischen Stolpersteine enthält.

/>
Pflege

Seinen furchteinflössenden Namen verdankt der Drachenbaum zwei zentralen Attributen: Er ersetzt abgefallene Blätter rasch, so wie ein Drache neue Köpfe wachsen lässt. Darüber hinaus ist der Pflanzensaft rötlich gefärbt, wie Drachenblut. Daraus folgt, dass ein Dracaena marginata kleinere Pflegefehler gutmütig verzeiht und kurzerhand neue Blätter wachsen lässt. Zu Blattwurf muss es freilich nicht kommen, wenn die folgenden Pflegehinweise beherzigt werden.

Standort

Im Dämmerlicht tropischer Regenwälder gedeiht der Dracaena marginata unter dem Laubdach der Urwaldriesen. Mit prallem Sonnenschein kann sich die Pflanze daher nur wenig anfreunden. Gemäßigte Lichtverhältnisse kommen ihr schon eher zupass.
  • halbschattige Lage mit Morgen- oder Abendsonne
  • bei unmittelbarer Sonneneinstrahlung am Mittag beschatten
  • warme Temperaturen von 15 bis 30 °C
  • Luftfeuchtigkeit von mehr als 60 Prozent
Solange die Lichtverhältnisse am gewählten Standort mehr als 700 Lux hergeben, nimmt der Drachenbaum dort gerne Platz. Die warme Jahreszeit verbringt er übrigens am liebsten auf dem geschützten Balkon. Hier schafft er mit seiner palmenähnlichen Silhouette ein erholsames Urlaubs-Feeling. Dem Grad der Luftfeuchtigkeit sollten Sie Beachtung schenken, denn trockene Luft verursacht unschöne braune Blattspitzen. Füllen Sie daher den Untersetzer mit Kieselsteinen und Wasser, sodass Ihr Gerandeter Drachenbaum umhüllt ist von verdunsteter Feuchtigkeit. Tipp: Ein Dracaena marginata streckt sich stets in Richtung des Lichtes. Damit er auf Dauer nicht ungleichmäßig gedeiht oder Geiltriebe entwickelt, wird er alle 14 Tage ein wenig gedreht.

Dracaena marginata mögen es warm, halbschattig, bei nicht zu trockener LuftSubstrat

Die Tropenpflanze mutet nicht nur an wie eine Palme, sie gedeiht überdies ganz ausgezeichnet in Palmenerde. Viel Aufhebens müssen Sie um das Thema Substrat nicht machen, denn handelsübliche Blumenerde auf Kompostbasis erfüllt ebenfalls alle wichtigen Erfordernisse. Die Durchlässigkeit verbessern Sie durch die Zugabe von Perlite, Sand, Seramis oder Bimskies. Zusätzliche Standfestigkeit verleihen Sie der Zimmerpflanze durch die Verwendung eines Gemischs aus lehmhaltiger Gartenerde, Kompost, Torf und anorganischen Zuschlagstoffen für eine lockere Struktur.

Gießen und Düngen

Der Wasserbedarf eines Dracaena marginata bewegt sich auf einem mittleren Niveau. Mit nassen Füssen möchte er sich ebenso wenig auseinandersetzen, wie mit vollkommener Ballentrockenheit. Bewährt hat sich das Gießen nach der Tauchmethode:
  • den Wurzelballen solange in Wasser tauchen, bis er durchtränkt ist
  • anschließend das Wasser gut abtropfen lassen
  • den nächsten Tauchgang erst durchführen, wenn das Substrat gut angetrocknet ist
  • von März bis September alle 14 Tage flüssig düngen
Im Drachenbaum steckt eine enorme Wuchskraft, die mittels Dünger zusätzlich vorangetrieben wird. Wünschen Sie ein weniger rasantes Wachstum, reduzieren Sie die Nährstoffversorgung auf eine monatliche Dosis. Tipp: Wie alle tropischen Gewächse, bevorzugt der Gerandete Drachenbaum zimmerwarmes, kalkfreies Wasser. Wo keine Möglichkeit besteht, Regenwasser zu sammeln, dient entkalktes Leitungswasser als Alternative.

Schneiden

Die Beweggründe, einen Dracaena marginata zu schneiden, mögen vielfältig sein.

Die Vorgehensweise erfolgt stets nach der gleichen Abfolge und ist selbst für die unerfahrene Hand kein Problem:
  • einen unschönen Blattschopf ca. 2 cm unterhalb seiner Krone abschneiden
  • die Schnittwunde versiegeln mit Baum- oder Kerzenwachs
  • nach dem Rückschnitt ein wenig Dünger verabreichen
Innerhalb der folgenden Wochen treibt
die Pflanze aus mehreren schlafenden Augen an dieser Stelle wieder aus. Jeder Rückschnitt fördert somit zugleich eine dichtere Verzweigung und kontrolliert das Höhenwachstum.

Vermehren

Stecklinge
Während der gesamten Vegetationsperiode ist die Vermehrung eines Dracaena marginata möglich. Sehr einfach gestaltet sich die Verwendung von Kopfstecklingen. Konkret sind damit die kleinen Stammverzweigungen mit einem der hübschen Blattschöpfe gemeint. Im Rahmen des Rückschnitts erhalten Sie davon gleich mehrere Exemplare, die in diesem Fall mindestens 10-15 cm Länge aufweisen sollten. So gehen Sie weiter vor:
  • einen Topf füllen mit magerem Substrat, wie Torf-Sand, Pikiererde oder TKS1 (Torfkultursubstrat)
  • die Blätter einkürzen bis auf 1 cm Länge
  • Dracaena können durch Aussaat oder Stecklinge vermehrt werdenden Trieb mindestens zur Hälfte einsetzen in die Erde
  • Substrat und Steckling anfeuchten mit lauwarmem Regenwasser
Um die Bewurzelung zu aktivieren, sind Temperaturen von 28-30 °C erforderlich. Diese erzielen Sie in einem beheizbaren Zimmergewächshaus, das auf der halbschattigen Fensterbank aufgestellt wird. Alternativ stülpen Sie eine Plastiktüte über den Anzuchttopf, um auf diese Weise ein feucht-warmes Mikroklima zu kreieren. Wo der erforderliche Wärmegrad nicht erreicht wird, zieht sich die Bewurzelung sehr lange hin oder findet überhaupt nicht statt.

Aussaat
Die Samen können während des ganzen Jahres ausgesät werden. Da ein Gerandeter Drachenbaum in den hiesigen Breiten nur selten blüht und fruchtet, wird das Saatgut im Fachhandel für exotische Pflanzen erworben. Empfehlenswert ist eine vorbereitende Behandlung der Samen, um deren Keimlaune zu heben, indem sie über Nacht in Wasser bei Zimmertemperatur einweichen.
  • Anzuchttöpfe füllen mit Saaterde oder Kokosfasern
  • die eingeweichten Samen ca. 1 cm tief einsetzen und mit Sand übersieben
  • mit Wasser aus der Sprühflasche anfeuchten oder von unten angießen
  • ins Minigewächshaus stellen am halbschattigen Standort
  • wahlweise die Töpfe mit Glas oder Folie bedecken
Bei einer konstanten Temperatur um 25 °C nimmt die Keimung etwa einen Monat in Anspruch. Achten Sie in dieser Zeit darauf, dass das Substrat nicht trocknet. Zeigen sich die Keimblättchen, wird die Abdeckung regelmäßig gelüftet, bis vollkommen darauf verzichtet werden kann. Keimlinge mit mehr als 3 Blattpaaren werden pikiert in Einzeltöpfe und ein wenig heller platziert.

Was tun bei Blattverlust?

Geht es dem Dracaena marginata nicht gut, signalisiert er seinen Unmut durch Abwurf der Blätter. Die folgenden Maßnahmen können das Problem beheben:
  • Standort wechseln: Erweisen sich die Lichtverhältnisse am Standort als zu dunkel oder zu hell, siedelt der Drachenbaum besser um. Gleiches gilt angesichts zu kühler Temperaturen unter 15 °C. Einen Platz neben einem aktiven Heizkörper sollten Sie Ihrem Drachenbaum ebenfalls nicht zumuten.
  • Luftfeuchtigkeit erhöhen: Trockene Luft zählt zu den häufigsten Auslösern für Blattwurf. Für Abhilfe sorgen handelsübliche Luftbefeuchter. Dekorativer gelingt es mit einem hübschen Zimmerbrunnen. Nehmen Sie sich die Zeit, die eleganten Blätter wiederholt mit kalkfreiem Wasser einzusprühen, gehört das Problem innerhalb kurzer Zeit der Vergangenheit an.
  • isolierende Unterlage: Ist ein Raum nicht mit einer Fußbodenheizung ausgestattet, zieht rasch die Kälte von unten her in den Wurzelballen. In erster Linie während des Winters ist hier die Ursache für fallende Blätter zu suchen. Stellen Sie den Dracaena marginata auf eine Kokosmatte, einen Holzblock ohne ein ähnliches isolierendes Material.
Fazit der Redaktion

Eine pflegeleichte Zimmerpflanze, die das ganze Jahr hindurch ein natürliches Wohlfühlambiente schafft, verbirgt sich hinter der Bezeichnung Dracaena marginata. Mit einem Palmen-ähnlichen Habitus und lanzettlichen, rot umrandeten Blättern, ist der Drachenbaum wahrlich nicht zu übersehen. Ihre steile Karriere zu einer der populärsten Zimmerpflanzen, verdankt die Tropenpflanzen letztendlich einer unkomplizierten Pflege, kinderleichtem Schneiden und undramatischem Vermehren.

Wissenswertes zur Dracaena marginata in Kürze
  • Die Dracaena marginata stammt aus Madagaskar. Ihr Wuchs ist schlank, mit lanzettenförmigen Blättern.
  • Bei guter Pflege kann der Drachenbaum recht hoch werden. Häufig werden Drachenbäume mit gedrehten, dünnen Stämmen verkauft.
  • Zweifellos zählt die Dracaena marginata zu den beliebtesten und wohl pflegeleichtesten Zimmerpflanzen.
Im Handel sind die Pflanzen mit unterschiedlichen Blattfärbungen erhältlich: Die Sorte Care hat einfarbige Blätter, die Sorte Bicolor weist an den Rändern rotbraune Einfärbungen auf. Die Sorte Tricolor dagegen hat dreifarbige Blätter, wobei diese Sorte am wenigsten widerstandsfähig und somit auch pflegeintensiver ist.
  • Der Drachenbaum liebt Wärme, ist also die ideale Bepflanzung für ein warmes Gewächshaus, oder einen beheizten Wintergarten.
  • Ein sehr heller Standort ist ideal, auf pralle Sonne reagiert sie jedoch sehr empfindlich.
  • Dracaena marginata liebt Temperaturen um 20-23 °C im Sommer und im Winter darf die Temperatur nicht weniger als 16 °C betragen.
  • Nur die grüne Sorte verträgt auch Schatten. Hohe Luftfeuchtigkeit wird besonders im Winter geschätzt, um die trockene Heizungsluft auszugleichen.
  • Das Substrat sollte nur mäßig feucht gehalten werden. Staunässe wird allgemein schlecht vertragen.
  • Sammelt sich überschüssiges Wasser im Untersetzer oder im Übertopf, so sollte dies rasch weggeschüttet werden.
  • Der Nährstoffbedarf liegt im normalen Bereich. In der Wachstumsphase wird die Pflanze 14-täglich mit Grünpflanzendünger gedüngt.
  • Für die Vermehrung eignen sich Stammstecklinge, aber auch Kopfstecklinge.
  • Der Frühling ist der ideale Zeitpunkt für das Umtopfen. Hierfür verwendet eine humose und lockere Erdmischung.
  • Bei zu trockener Luft und gleichzeitig zuviel Wärme kann die Pflanze Befall von Schildläusen zeigen.