Medinilla magnifica - Pflanzen und Pflege

Exotisch, empfindlich, zauberhaft: Medinilla magnificaDie Medinilla magnifica ist eine tropische Pflanze, die nicht nur durch ihre ästhetischen Blätter besticht, sondern vor allem durch ihre rosa bis korallenroten Blüten. Sie gilt unter den bisher 521 entdeckten Medinilla Arten als eine der schönsten und kann als Zimmerpflanze kultiviert werden. In der freien Natur erreicht sie eine Wuchshöhe bis 3 Meter und als Zimmerpflanze bis zu 1,5 Metern.

Pflege und Kulturanleitung der Medinilla magnifica

Standort: Für die Blütenbildung aber auch für ein gesundes Wachstum benötigt

die Medinilla einen hellen Standort, der gleichzeitig ein wenig Sonne am Abend und frühen Morgen bietet. Im Winter während der lichtarmen und kurzen Tage von November bis Frühjahrsbeginn verträgt sie aber auch die Mittagssonne. Da sie in der warmen Jahreszeit keiner direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt werden darf, sollte ihr Platz nicht auf der Fensterbank sein vielmehr in einer Ampel oder auf einem Hocker am nahen Fenster.

Temperaturen: Die Temperaturen sollten das ganze Jahr über in einem Bereich zwischen 19 und 27 Grad liegen. Allerdings verträgt die wunderschöne Pflanze in der Ruhezeit auch kurzfristig Temperaturen bis ca. 13 Grad doch kälter sollte es nicht sein. Für die Entwicklung ihrer Blüten benötigt sie neben einer trockenen Ruheperiode eine möglichst hohe Luftfeuchtigkeit deshalb wird das Pflanzgefäß in eine mit Steinen und wassergefüllt Schale gestellt. Liegen die Temperaturen über 18 Grad wird sie mit seichtem Regenwasser täglich besprüht. Nach der vollständigen Ausbildung von neuen Blättern sollte die Medinilla an einen kühlen Ort mit Temperaturen von 16 bis 18 Grad wechseln, damit sich neue Blütenknospen bilden können. Haben sich diese gezeigt, kann sie an ihren wärmeren Standort zurückkehren. Wichtig ist, dass sie nun weder bewegt noch gedreht wird.

Gießen: Insbesondere vom Frühling bis in den Herbst wird die Medinilla regelmäßig und gleichmäßig gegossen mit wohltemperierten, kalkarmen Wasser. Allerdings erst wenn die oberste Erdschicht wieder angetrocknet ist. In der winterlichen Ruheperiode wird ihr nur so viel Wasser gegeben, dass ein vollständiges Austrocknen der Erde verhindert wird. Die normale Bewässerung beginnt dann erst wieder, wenn sich im Frühjahr oder Spätwinter die ersten Blütenansätze auszubilden beginnen.

Düngen und Nährstoffe: Haben sich die ersten Blütenknospen bereits geöffnet, kann die Pflanze mit flüssigem Volldünger in einer normalen Konzentration im Abstand von zwei Wochen gedüngt werden. In der Zeit von Herbst bis Frühling erhält sie keinen Dünger.

Substrat für die Medinilla magnifica

Für die tropische Pflanze ist eine Mischung von 1/3 grober Lauberde, 1/3 lockerer Komposterde sowie 1/3 Torf, der mit ein wenig Sand vermischt ist, empfehlenswert. Alternativ hierzu kann auch ganz normale Erde verwendet werden der etwas grobes Material, wie zum Beispiel Fasertorf beigemengt wurde.

Umtopfen und Rückschnitt

Idealerweise wird die Medinilla magnifica alle zwei Jahre im Frühjahr vorsichtig in ein größeres Pflanzgefäß umgetopft. Da die Wurzeln etwas brüchig sind, sollten diese beim Kultivieren vorsichtig behandelt werden. Sind im Spätsommer die letzten Blüten verwelkt, werden sie direkt am Ansatz abgeschnitten. Beim Rückschnitt sind lange Triebe ungefähr auf die Hälfte zu kürzen und sperrige unerwünschte Zweige zu entfernen. Hat die Medinilla eine stattliche Größe erreicht kann sie bereits beim Umtopfen einen Rückschnitt bis in
das

alte Holz erhalten, wobei nun auch der Wurzelballen zu verkleinern ist.

Vermehrung der Medinilla magnifica

Die wunderschöne Pflanze kann mit Kopfstecklingen oder mit der Methode des Abmoosens vermehrt werden:

Kopfstecklinge
  • werden im Januar oder Februar geschnitten
  • und in ein Anzuchtbeet (integrierte Heizung) gesetzt
  • bei Temperaturen von 30 bis 35 Grad
  • und extrem hoher Luftfeuchtigkeit
  • zusätzliche Gabe von Bewurzelungshormonen
Abmoosen
  • von März bis April
  • mehrjährigen Zweig nach Austrieb schräg bis ca. zur Mitte einschneiden
  • den Spalt mit einem Keil offen halten und mit Bewurzelungspulver bestäuben
  • Schnittstelle in feuchtes Moos, Zellstoff oder Torfmoos einpacken
  • mehrere Wochen gleichmäßig feucht halten
  • nach Wurzelbildung junge Pflanze abtrennen und kultivieren
Spezielle Hinweise:
  • max. Wuchshöhe als Zimmerpflanze selten mehr als 1,5 Meter
  • herabhängende 50 Zentimeter lange Blütenrispen, die sich im oberen Astbereich vom Spätwinter bis zum Sommer bilden
  • reagiert empfindlich bei Standortwechsel während der Blüten- und Knospenbildung
Schädlinge und Pflegefehler

Ist die Medinilla von Schildläusen befallen zeigen sich schuppige Insekten an den Blattunterseiten und auf den Sprossen. Sie sondern Honigtau ab und können erfolgreich mit Nützlingen oder Insektiziden bekämpft werden. Auch die rote Spinne befällt gern diese Pflanze doch das Besprühen mit Wasser beugt einem starken Befall vor. Außerdem ist durch eine regelmäßige Kontrolle der Blattunterseite ein Befall rechtzeitig zu erkennen.

Den kleinsten Pflegefehler bestraft die äußerst sensible Pflanze, denn erhält sie nicht ausreichend Wasser oder steht sie falsch, zeigen sich schnell Schildläuse und Wollläuse. Bekommt sie zu viel Wasser, faulen die Wurzeln und die Medinilla geht ein. Zeigen sich keine rosa Blütenstände, lag ein Fehler in der Überwinterungsphase vor und wird sie bewegt oder gedreht verliert die Medinilla die Blätter.

Wissenswertes zur Medinilla magnifica in Kürze

Die Medinilla magnifica mit ihren beeindruckenden Blüten gehört zweifellos zu einer der schönsten Pflanzen doch sie ist auch sehr sensibel und benötigt die richtige Pflege. Erhält sie den richtigen Standort, die erforderliche Wassermenge und werden ein paar wesentliche Punkte beachtet entwickelt sie schon bald prächtige Blüten, die zum wahren Blickfang werden.

Am besten steht die Medinilla magnifica in einem Tropenfenster oder in einem temperierten Kleingewächshaus. Sie bevorzugt einen hellen Standort, verträgt aber nur von November bis zum Frühjahrsbeginn direktes Sonnenlicht. Morgen- und Abendsonne wird dagegen gut toleriert. Die übrige Zeit ist die Pflanze vor der Sonne zu schützen! Um die stark hängenden Blütentriebe zu schützen, ist eine Aufbewahrung in einer Blumenampel oder ein hoher Kübel als Pflanzgefäß ideal.

Die Pflanzerde sollte locker, reich an Humus und mit Grobteilen angereichert sein. Beim Pflanzen sollte man sehr vorsichtig vorgehen, um die Pflanze nicht zu beschädigen.

Temperaturen zwischen 16 ºC und 25 ºC sind für Medinilla magnifica am besten geeignet. Besonders wichtig ist, den Wurzelbereich nicht zu kühl zu halten! Nach der Blüte und der vollständigen Ausbildung neuer Blätter muss die Pflanze an einem kühleren Standort untergebracht werden. Ideal sind 16 ºC bis 18 ºC. Dort bilden sich an den Blattachsen neue Blütenknospen. Sobald man sie sieht, kommt die Medinilla magnifica wieder an einen wärmeren Standort. Dies begünstigt die Ausbildung der Blüten. Danach wird die Pflanze nicht mehr bewegt, auch nicht gedreht!

Umgetopft werden kann die Medinilla magnifica das gesamte Jahr über. Während der Blütezeit besteht aber die Gefahr, die zarten Blüten zu beschädigen. Beim Umtopfen im Frühjahr schneidet man gleich verkahlte Triebe bis zum ersten Blattknoten zurück. Auch zu groß gewordene, ältere Pflanzen werden bis ins alte Holz zurück geschnitten. Auch Wurzelballen können verkleinert werden.

Vermehrt wird Medinilla magnifica durch Kopfstecklinge. Das ist allerdings schwierig. Die Stecklinge, die noch nicht sehr verholzt sein dürfen,  werden im Januar oder Februar geschnitten. Sie müssen in ein Vermehrungsbeet gesetzt werden, benötigen zusätzlich Bewurzlungspräparate (Hormone), sehr viel Wärme (30 ºC bis 35 ºC) und extrem hohe Luftfeuchtigkeit. Eine weitere Möglichkeit ist die Methode des Abmoosens von März bis April.