Amaryllis - Pflege-Anleitung

AmaryllisZu den schönsten Blühpflanzen, die im Winter auf der Fensterbank blühen, gehört die Amaryllis, die wegen ihrer charakteristischen Blütenform auch Ritterstern genannt wird. Bei einer optimalen Pflege, die die Bedürfnisse der subtropischen Zwiebelpflanze berücksichtigt, erscheint Jahr für Jahr um die Weihnachtszeit eine Blüte von beeindruckender Schönheit.

Blühpflanze aus dem subtropischen Raum

Amaryllis, deren botanischer Name Hippeastrum vittatum lautet, ist in zahllosen Variationen im Gartenfachhandel erhältlich. Über 600 verschiedene Zuchtformen sind bisher bekannt geworden. Der Name Amaryllis ist nicht ganz korrekt, da die Pflanze genaugenommen nicht

zu dieser Pflanzengruppe gehört. Der durch einen Fehler beim Klassifizieren entstandene Name hat sich allerdings bis heute erhalten. Das Farbspektrum der Blüten reicht von einem kräftigen Rot, über Rosatöne bis hin zu einem sehr hellen Gelbton. Auch Blüten mit verschiedenen Farbtönen wurden gezüchtet. Die Pflanze ist aus den Subtropen in den europäischen Raum gelangt. Diese Information ist wichtig, denn sie zeigt, welche Pflege die Pflanze braucht. In den Subtropen erhalten die Amaryllis niemals direktes Sonnenlicht. Außerdem wechseln Perioden mit hoher Feuchtigkeit und großer Trockenheit ab. Diese Perioden muss der Blumenliebhaber auch auf der Fensterbank simulieren, um die Amaryllis zum Wachsen und Blühen anzuregen. Die lange Ruhephase, die der Ritterstern braucht, um neue Blüten zu bilden, spielt ebenfalls eine große Rolle.

Pflege als Infografik

Infografik Amaryllis

Pflege über das Jahr

Amaryllis mit DekoDie Blütezeit der Amaryllis dauert von Weihnachten bis in den Februar hinein. In dieser Zeit braucht sie viel Licht und Temperaturen um 18 bis 20 Grad Celsius, damit die Blüte lange anhält. Direkte Sonnenbestrahlung verträgt die subtropische Pflanze allerdings nicht. Regelmäßiges Gießen ist erforderlich. Wie alle Zwiebelpflanzen mag die Amaryllis kein direktes Wasser auf der Zwiebel. Ein großer Untersetzer, auf dem der Blumentopf steht, dient der Wasserversorgung. Das Gießwasser wird einfach in den Untersetzer gegeben, damit die Pflanzenwurzeln sich über das Loch in der Unterseite des Topfes versorgen können. Wenn im Februar bis März die Blüte verblüht ist, wird sie abgeschnitten, denn jetzt beginnt der erste Teil der Ruhephase. Die großen grünen Blätter dürfen aber nicht entfernt werden. Sie versorgen die Zwiebel mit allen Nährstoffen, die für die nächste Blüte gebraucht werden. Dafür braucht sie mehr Wasser als vorher. Alle 14 Tage wird etwas Dünger in das Gießwasser gegeben, damit sich in der kommenden Saison kräftige Blüten entwickeln können. Sobald es draußen frostfrei ist, also Ende Mai, kann die Amaryllis ins Freie gestellt werden. An einem halbschattigen Platz fühlt sie sich besonders wohl. Wer keinen Garten hat, stellt die Pflanze an ein Nordfenster, an dem keine Sonnenbestrahlung zu befürchten ist.

Blütebedingungen und Blütezeit

Bei idealen Bedingungen (etwa 15 bis 20 Grad) dauert es vom Öffnen der Knospe bis zum Verblühen vier bis fünf Wochen. Bis zu sechs prächtige, trichterförmige Blütenkelche von fast 15 Zentimetern Länge entwickeln sich gleichzeitig oder hintereinander an der Spitze der langen Stiele und verströmen einen angenehmen, süßlichen

Duft. Von Reinweiß, über zweifarbig gestreift und gesprenkelt bis zu dunklem Purpurrot reichen die im Handel erhältlichen Farbschattierungen.

Im Freien können

Sie sich an den Blüten Ihrer Amaryllis (sowohl Belladonna als auch Hippeastrum) im August/September erfreuen. Bleibt sie im Zimmer ist eine Blühphase auch im Winter (nach einer kurzen Ruhephase im Herbst) möglich.

Giftigkeit beachten

Achtung: Die gesamte Pflanze, vor allem jedoch die Zwiebel, ist stark giftig. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall, Benommenheit bis hin zum Kreislaufversagen sind die Folgen. Auch von Krämpfen und Atemstörungen bis hin zur Atemlähmung wurde berichtet. 2-3 g können bereits tödlich wirken.

Die Ruhephase beachten

Ab August beginnt die eigentliche Ruhephase der Amaryllis. Sie wird jetzt nicht mehr gegossen, damit die Blätter absterben können. Sobald sie verwelkt sind, dürfen sie abgeschnitten werden. Der Ritterstern braucht jetzt einen dunklen Standort, an dem es weder zu warm noch zu kalt ist. In einem Keller mit circa 15 Grad Celsius kann die Pflanze Kraft für die neue Saison tanken. Bis zum November bleibt die Amaryllis an ihrem Ruhestandort, bis die Pause beendet ist. Sie wird jetzt umgetopft, wenn der Topf zu klein geworden ist. Dabei wird die Erde zum großen Teil mit ausgetauscht. Die Zwiebel darf immer nur bis zur Hälfte mit Erde bedeckt werden, sie wird deshalb nicht zu tief in den Topf gesetzt. Beim Umtopfen zeigen sich häufig kleine Zwiebeln an den Seiten. Das sind Brutzwiebeln, die zur Vermehrung genutzt werden können. Sie werden vorsichtig abgetrennt und in kleine, halb mit Blumenerde gefüllte Töpfe gesetzt und ebenfalls dunkel und trocken gestellt. Bis sie die ersten Blüten bilden, können allerdings ein paar Jahre vergehen.

Amaryllis im TopfBlumentopf regelmäßig drehen

Sobald der Ritterstern ab November wieder im Blumenfenster steht, entwickelt er neue Blätter und die riesigen Blütenstände. Gegossen wird in dieser Zeit nur mäßig. Sobald sich der Stängel mit der Blüte gebildet hat, sollte die Pflanze regelmäßig gedreht werden. Da sich die Blüte dem Licht entgegenstreckt, neigt sie sich anderenfalls zu sehr zu einer Seite. Dadurch kann der Topf umkippen, weil das Gewicht an einer Seite zu schwer wird. Durch das Drehen wächst der Stängel schön gerade nach oben.

Die wichtigsten Pflegehinweise lauten zusammengefasst:
  • Subtropische Verhältnisse simulieren
  • Direkte Sonnenbestrahlung vermeiden
  • Ruhephasen berücksichtigen
  • In den Ruhephasen nicht gießen oder düngen
  • Nie von oben, sondern immer über den Untersetzer gießen
  • Zwiebel immer nur halb mit Erde bedecken
  • Brutzwiebeln zur Vermehrung nutzen
Wenn die Amaryllis in einem Jahr keine Blüte entwickelt, liegt wahrscheinlich ein Pflegefehler vor. Durch das Beachten der Wachstumsverhältnisse und die Einhaltung der Ruhephasen lässt sich dieser Fehler aber ausbügeln, sodass die langlebige Amaryllis in den folgenden Jahren wieder in voller Pracht erblühen wird.

Tipps zur Pflege

Während der Blühphase stellt man die Amaryllis am besten sehr hell. Direkt am Fenster ist ein guter Platz. Während der Wachstumsphase ist ein sonniger und auf jeden Fall heller Standort wichtig.

Will man die Blumenzwiebel zum Austreiben bringen, stellt man sie am besten in ein warmes Zimmer, wie ein Wohnzimmer. Die Blüte hält am längsten bei Temperaturen zwischen 15 und 20 ºC. Die weitere Kultur erfolgt bei mindestens 10 ºC.

Die Amaryllis benötigt nicht viel Wasser. In der Blütezeit muss sie regelmäßig gegossen werden. Danach gießt man nur sehr wenig und stellt die Wassergaben dann ganz ein. Gegossen wird über den Untersetzer, damit die Zwiebel trocken bleibt.  Gedüngt wird nur während der Wachstumsphase, also im Frühjahr und Sommer. Einmal pro Woche mit einem Volldünger wird die Pflanze ausreichend versorgt.

Die verwelkten Blüten der Amaryllis werden samt Stil abgeschnitten. Die Blätter bleiben stehen. Man gießt regelmäßig weiter, damit die Blätter sich gut entwickeln können.  Ab Mai wird kräftig gedüngt. Eine gute Versorgung mit Tageslicht, Wasser und Nährstoffen ist jetzt wichtig, weil die neuen Blüten schon angelegt werden.

Ab etwa August reduziert man die Wassergaben und stellt die Amaryllis ab September ganz ein. Die Blätter werden welken. Den ausgetrockneten Pflanztopf samt Amaryllis - Zwiebel lagert man am besten dunkel und kühl. Im Dezember beginnt die Aktion von vorn.

Tipp: Die Wasser- und Düngergaben langsam steigern. Wer anfangs viel gießt und auch noch dazu düngt, erhält meist große Blätter und meist keine Blüten.