Clivie - Pflege-Anleitung

Clivie BlütenDie Clivie ist eine immergrüne und krautige Pflanze, welche dekorative, farbige Blüten bildet. Einige Arten werden als Zimmerpflanzen gehalten, überwiegend die Art Clivia miniata, seltener die kleinere Form Clivia nobilis. Werden die relativ unkomplizierten Pflegebedürfnisse beachtet, wächst die Clivie üppig und behält jahrelang ihre schöne Erscheinung bei.

Clivia miniata
  • Halbschattiger, fester Standort
  • Gleichmäßige Wasserzufuhr
  • Regelmäßige, jedoch sparsame Düngung
  • mäßige Temperaturen
  • Ruhephase von Oktober bis Januar
Herkunft und botanische Einordnung

Ursprünglich stammt die Clivie aus dem südlichen Afrika, wo sie auf lehmigem, durchlässigen Boden gedeiht.
Sie gehört zur Familie der

Amaryllisgewächse (Amrayllidaceae).

Erscheinungsbild und Wuchsform

Die ausdauernde Zierpflanze Clivia miniata kann eine Wuchshöhe von etwa 50 Zentimetern erreichen. Sie bildet Rhizome und eine Vermehrung kann ab einem gewissen Alter vegetativ erfolgen. Die ungestielten Laubblätter der Pflanze sind zweizeilig angeordnet. Die Blattspreiten sind dunkelgrün und schwertförmig.

Auf dem aufrechten Blütenstandschaft sitzen 10 bis 20 Einzelblüten in einem doldigen Blütenschaft zusammen.

Die dreizähligen Blüten sind zwittrig und ihre Blütenhüllblätter weisen eine Färbung von orange bis rot auf, während der Schlund gelblich erscheint. Die Clivia miniata bildet rundliche Beeren, wobei die Reifung der ungenießbaren Früchte bis zu einem Jahr dauern kann.

Standort

Die Clivie bevorzugt einen Standort mit Temperaturen von circa 18 Grad. Ein Platz auf der Fensterbank mit Morgen- und Abendsonne ist nötig, da direkte Sonneneinstrahlung an Südfenstern nicht vertragen wird. Auch die pralle Mittagssonne wirkt sich schädlich auf die Pflanze aus. An zu dunklen Standorten kann die Pflanze keine Blüten bilden.
Für eine üppige Blütenbildung ist außerdem eine Ruhephase nötig. Während dieser Ruhephase, welche vom Herbst an etwa zwei Monate andauert, muss die Temperatur auf etwa 12 Grad abgesenkt werden. Bleiben die Temperaturen während dieser Zeit bei den üblichen 18 Grad, bildet die Pflanze eventuell im nächsten Jahr keine Blüten. Während der Blütezeit sollte Clivia miniata nicht gedreht oder an einen anderen Standort versetzt werden. Eine Umplatzierung hat häufig Blütenabwurf zur Folge.

ClivieWasserzufuhr

In der Wachstumsperiode sollte der Topfballen stets gleichmäßig feucht gehalten werden.
Staunässe muss unbedingt vermieden werden, da diese das Wurzelsystem zerstören kann und die Pflanze anfällig für Krankheiten macht.
Während der Ruhephase wird das Gießen stark reduziert, solange, bis sich im Laufe des Winters Blütenschäfte bilden. Nach der Blütenschaftbildung sollte die Clivie wieder häufiger gegossen werden.

Düngen

Wenn der neu gebildete Blütenschaft eine Wuchshöhe von circa 15 Zentimetern erreicht hat, kann bis in den August hinein in einem Abstand von vierzehn Tagen gedüngt werden. Ab September sollte eine Düngung dann nur noch einmal im Monat erfolgen. Während der Ruhephase muss
das Düngen ganz eingestellt werden.

Pflegebedürfnisse

Verblühtes sollte vor Beginn der Ruhephase entfernt werden. Der Blütenstengel wird abgeschnitten, der vertrocknete Strunk kann einfach abgezogen werden. Eine Umtopfung erfolgt im Idealfall nach dem Abblühen, ist jedoch nur selten erforderlich. Die Pflanze gedeiht bestens in engen Gefäßen, ein Umtopfen der Pflanze empfiehlt sich daher nur etwa alle drei Jahre. Bei der Umsetzung wird die alte Erde vorsichtig vom Rhizom entfernt um die Pflanze anschließend in ein größeres Gefäß mit frischer Erde zu setzen. Das Wurzelsystem sollte gleichmäßig mit

Erde bedeckt sein. Ein Erdgemisch auf Kompostbasis ist für Clivia miniata ideal. Bildet die Pflanze im Anschluss an die Blütezeit kleine Früchte, sollten diese vorsichtig mit einem Messer abgetrennt werden. Bleiben die Beeren zu lange an der Pflanze, wird die Blütenbildung der folgenden Periode negativ beeinflusst. Die Clivie sollte in regelmäßigen Abständen mit einem Pinsel oder mit einem leicht feuchten Tuch vom Hausstaub befreit werden.

Vermehrung

Da die generative Vermehrung von Clivia miniata äußerst langwierig ist, bietet sich die vegetative Vermehrung durch die Abtrennung von Nebentrieben an. Nebentriebe bilden sich an älteren Pflanzen. Sind diese Nebentriebe 15 bis 20 Zentimeter groß und beginnen, ein eigenes Wurzelsystem zu bilden, können sie abgetrennt und in ein Gefäß mit Torfgemisch gepflanzt werden. Erscheinen Wurzeln dann an der Oberfläche, wird die Pflanze in ein größeres Gefäß mit Komposterde gesetzt. Nach circa zwei Jahren bilden diese sogenannten Kindel der Clivie Blüten.

Schädlinge und Krankheiten

Blüte in NahaufnahmeEin Schädlingsbefall kommt bei der Clivia minita selten vor. In den meisten Fällen handelt es sich dann um Wollläuse, welche sich zwischen den Blättern in der Nähe des Wurzelstocks einnisten. Eine Schmierseifen-Spirituslösung, vorsichtig mit einem Pinsel aufgetragen und sorgfältig mit klarem Wasser nachgespült, kann hier Abhilfe schaffen. Die meisten Erkrankungen von Clivien sind jedoch auf Pflegefehler zurückzuführen. Gelbe Blätter mit bräunlichen Flecken weisen auf einen zu hellen Standort hin. Braune Blattspitzen bilden sich häufig bei zu viel Nässe.

Die robuste und relativ pflegeleichte Clivie ist eine ideale Zimmerpflanze für halbschattige Standorte mit mäßigen Temperaturen. Für eine vegetative Vermehrung sind keine besonderen Vorkenntnisse nötig. Werden die Ruhephasen eingehalten, blüht Clivia miniata lang und üppig. Kleinere Pflegefehler übersteht die Pflanze in der Regel ohne gravierende Schäden.

Clivie umtopfen

Eine Clivie sollte nur umgetopft werden, wenn es unbedingt nötig ist, denn sie verträgt das Umtopfen nicht sonderlich. Es sollte daher so lange gewartet werden, bis ihre Wurzeln den gesamten Topfballen durchziehen, was jedoch einige Jahre dauern kann. Um die Pflanze auch in dieser Zeit mit den nötigen Nährstoffen zu versorgen, wird ihr regelmäßig ein wenig Dünger gegeben. Umgetopft wird am besten nach der Blüte. Hierbei können gleichzeitig die seitlichen Triebe einer Clivie-Pflanze abgeschnitten werden, um daraus neue Pflanzen zu ziehen. Diese sollten jedoch schon mindestens zehn Zentimeter lang sein, mehrere Blätter und auch Wurzeln gebildet haben. Nachdem sie von der Mutterpflanze getrennt wurden, werden sie in Töpfe mit Blumenerde gesteckt und gleichmäßig feucht gehalten.

Clivie überwintern

Die Clivie braucht im Winter unbedingt eine Ruhephase, damit sie neue Energie für die Blüte im folgenden Jahr sammeln kann, denn sonst kann es sein, dass die Blüte im nächsten Februar ausfällt. Hierzu wird die Bewässerung ab Herbst immer weiter reduziert und zum Winter hin fast komplett eingestellt. Ab Oktober sollte sie in einen Raum gestellt werden, der eine Temperatur von rund 10° C hat und ausreichend hell ist. Dort wird sie nur noch ab und zu gegossen, sodass der Topfballen nicht vollständig austrocknet, oder nur noch mit Wasser besprüht. Auch das Düngen wird in dieser Zeit eingestellt. Nach dem Winter sprießt meist bald ein neuer Blütenstiel aus der Pflanze. Wenn dieser etwa 10 bis 15 Zentimeter groß geworden ist, kann die Bewässerung der Clivie langsam wieder gesteigert werden. Vorher sollte noch nicht gegossen werden, weil sich die Blüte sonst zu früh bildet und dann auf einem sehr kurzen Stängel steht und kaum sichtbar ist.