Glückskastanie (Pachira aquatica) - Pflege & Schneiden

GlückskastanieDie Glückskastanie (pachira aquatica), die auch wilder Kakaobaum oder Pachira genannt wird, ist eine Topfpflanze, die aus Mittelamerika stammt. In unserem Klima kann sie nur als Zimmer- und Balkonpflanze gehalten werden. Sie sieht wie ein kleiner Baum aus, mit einem dicken Stamm und einer Krone aus kleinen, eiförmigen Blättern und kann bis zu 1,8 m hoch werden.

Leider wird sie oft zu mehreren Pflanzen, deren Stämme umeinander verdreht sind, im Handel angeboten. Dies sieht zwar sehr dekorativ aus, ist für die

Pflanzen aber nicht unproblematisch. Die Rinde der umeinander geschlungenen Pflanzen wird an den Berührungspunkten dünner und die Pflanzen stehen zu dicht. Dadurch werden sie wesentlich anfälliger für Krankheiten und Schädlinge als Einzelpflanzen.

Pflege

Die Glückskastanie kann in normale Blumenerde oder Kakteen-Erde eingepflanzt werden. Wenn man diese nach dem Einpflanzen mit einer dünnen Schicht Sand oder Kies bedeckt, kann man die Eiablage der Trauermücke in der Erde verhindern. Das Pflanzgefäß sollte Wasserabzugslöcher haben. Glückskastanien vertragen keine Staunässe.

Die Glückskastanie liebt einen hellen, sonnigen bis halbschattigen Standort. Wenn ihr Standort Mittagssonne hat, sollte sie aber nicht direkt hinter der Fensterscheibe stehen.

Glückskastanien-PflanzeWill man die Glückskastanie im Sommer ins Freie stellen, sollte man das durch langsame Gewöhnung tun. Bei Temperaturen, die dauerhaft unter 10° C liegen, muss sie wieder ins Haus. Im Frühjahr und Sommer sollte so gegossen werden, dass die Erde mäßig feucht ist. Im Herbst und Winter deutlich weniger. Es darf kein Wasser im Untersetzer stehen, sonst besteht die Gefahr, dass die Wurzeln abfaulen.
  • Zwischen April und September sollte einmal im Monat gedüngt werden. Den Rest des Jahres nicht düngen.
  • Neu gekaufte oder gerade umgetopfte Pflanzen müssen in den ersten 2 Monaten nicht gedüngt werden.
  • Die Blätter der Glückskastanie sollten ab und zu mit Wasser abgespritzt werden. Dies kann mit einer Sprühflasche geschehen oder durch Abbrausen.
Mögliche Probleme bei der Pflege:
  • Blattverlust:
Das Verlieren einzelner Blätter ist unproblematisch. Werden in kurzer Zeit viele Blätter abgeworfen, ist der Standort zu kalt oder zu dunkel, es hat sich Staunässe gebildet oder die Pflanze wurde zu oft umgestellt. Wenn die Ursache Staunässe ist, sollte die Pflanze umgetopft werden. Verfaulte Wurzeln werden vorsichtig entfernt und die Pflanze in frische Erde gesetzt.
  • Gelbe Blätter:
Dies kann an zu niedriger Luftfeuchtigkeit (z.B. in Heizungsnähe im Winter) oder zu häufigem Umstellen der Pflanze liegen. Bei zu niedriger Luftfeuchtigkeit kann die Glückskastanie mit Wasser abgespritzt werden.
  • Wassertropfen an den Blattspitzen:
Dies kann bei feucht-warmem Wetter geschehen. Die Pflanze scheidet über dieses „Schwitzen“ überflüssiges Wasser aus. Ursache kann aber auch zu feuchte Erde sein.
  • Weißer Belag auf der Erde:
Ein weißer Belag auf der Erde ist Schimmel, d.h. die Erde ist zu feucht. Die oberste Schicht sollte abgetragen werden und die Erde sollte dann gut
abtrocknen können.
  • Klebrige Flüssigkeit auf den Blättern:
Die Flüssigkeit stammt wahrscheinlich von Schädlingen wie Schildläusen. Die Pflanze muss auf diese Schädlinge kontrolliert und gegebenenfalls isoliert werden.
  • Weicher Stamm:
Dies tritt hauptsächlich bei mehreren Pflanzen, deren Stämme umeinander verdreht sind, auf. Sind nicht alle Pflanzen betroffen, die Pflanzen, wenn möglich, auseinander pflanzen. Die betroffenen Pflanzen sind nicht mehr zu retten. Sind

noch gesunde Triebe vorhanden, können sie als Stecklinge abgeschnitten und daraus neue Pflanzen gezogen werden.

Schneiden

Wird die Pflanze zu groß oder möchte man mehr Seitentriebe haben, kann die Glückskastanie problemlos geschnitten werden. Dies geschieht am besten im Frühjahr, dann treibt die Pflanze direkt wieder aus.

Standort

Die Glückskastanie mag es sehr hell, kommt aber kurzzeitig auch mit Halbschatten aus. Wenn man die Pflanze nicht direkt hinter dem Fenster platziert, kommt sie auch gut mit Mittagssonne zurecht. Zeitweise wird auch ein halbschattiger Standort vertragen. Im Sommer kann man die Patchira auch nach draußen stellen, allerdings nicht in die Sonne und an einen geschützten Platz.

Pflanzsubstrat

Als Pflanzsubstrat eignet sich Einheitserde. Einige verwenden aber auch Kakteenerde. Auf alle Fälle sollte sie locker , humos und nährstoffhaltig sein. Wenn man Sand oder Perlite zugibt, wird sie gut durchlässig, was sehr wichtig ist.

Gießen und Düngen

Gegossen werden muss nur wenig. Die Pachira mag es eher trocken als nass. Besonders im Winterhalbjahr ist das wichtig. Beim Gießen lässt man sich den Wurzelballen richtig voll saugen, bis er kein Wasser mehr aufnimmt. Überschüssiges Wasser lässt man ablaufen und entfernt es dann aus dem Untersetzer.  Staunässe kann zu Wurzelfäule führen. Vor der nächsten Wassergabe muss die Erde wieder gut abtrocknen, fast sogar austrocknen.

Trockene Heizungsluft mögen die Pflanzen nicht. Man sollte sie täglich besprühen, wenn es sein muss, mehrmals. Ansonsten reagiert die Glückskastanie mit Blattabwurf. Eine Luftfeuchtigkeit von 45 bis 55 Prozent ist ideal.

Im ersten Jahr sollte die Pflanze nicht gedüngt werden. Danach düngt man im Sommer alle 2 bis 3 Wochen. Man kann auch Langzeitdünger verwenden.

Vermehrung

Die Glückskastanie kann durch Stecklinge vermehrt werden. Man schneidet einfach einen Trieb von der Pflanze und stellt ihn in ein Wasserglas. Der Stängel sollte etwa 2 Zentimeter tief im Wasser  stehen. Die idealen Bedingungen sind viel Licht, aber keine Sonne und Temperaturen um die 20 Grad Celsius. Wenn sich ausreichend Wurzeln gebildet haben, kann man das Pflänzchen eintopfen.

Wenn man sich Samen der Pachira besorgen kann, ist auch die Vermehrung durch Aussaat möglich. Man weicht die Samen vorher einige Stunden in lauwarmen Wasser ein. Dann setzt man sie einen Zentimeter tief in ein Gemisch aus Aussaaterde und Sand oder Perlite. Das Gefäß muss warm (23 Grad Celsius) und hell stehen. Die Erde hält man konstant feucht, keinesfalls nass.

Probleme

Bei den Exemplaren mit geflochtenem Stamm treten öfter Probleme auf. Sie sind empfindlicher. Das liegt unter anderem daran, dass die Rinde an den Stellen, an denen sich die einzelnen Stämme berühren, dünner ist. Das macht sie anfälliger für Schädlinge und Krankheiten.

Was tun bei gelben Blättern?
  • Gelbe Blätter kommen häufig durch zu niedrige Luftfeuchtigkeit. Durch Besprühen oder einen Luftbefeuchter kann da Abhilfe geschaffen werden.
  • Auch Staunässe kann zu Blattabfall führen. In diesem Fall sollte man umtopfen. Faulende Wurzeln, die sichtbar sind, werden entfernt. Man nutzt neue Erde. Die meisten Pachiras sterben an zu viel Gießwasser.
  • Pachiras mögen es nicht, wenn sie oft umgestellt werden. Auch das kann zu gelben Blättern und zu Blattabfall führen.
  • Blattflecken kommen oft von Kalium-Mangel. Dagegen helfen spezielle Dünger.
Die abgeschnittenen Triebe kann man als Stecklinge zur Vermehrung nutzen. Hierzu werden kleine Triebe direkt in Erde gesteckt, größere lässt man erst in einem Wasserglas bewurzeln. Für die Bewurzelung ist eine Temperatur von 20 – 25°C ideal. Beim Einpflanzen der bewurzelten Stecklinge sollte man sehr vorsichtig vorgehen, die Wurzeln brechen leicht ab.