Motten im Kleiderschrank - vorbeugen und bekämpfen

MottenMotten im Kleiderschrank sind mehr als nur ein lästiges Übel. Besonders der gefräßige Nachwuchs der geflügelten Insekten kann auf Wollstoffen und bei Fellen enorme Schäden in Form von kahlen Stellen oder kleinen Löchern verursachen. Mit einfachen Mitteln können Sie einen Befall wirksam vorbeugen. Doch auch wenn die schadhaften Insekten bereits Einzug in die Schränke und unter den Teppichboden gehalten haben, stehen Sie ihnen keinesfalls hilflos entgegen. Nur wenig Aufwand ist nötig, um die Kleidung wirksam vor den Schädlingen zu schützen.

Gefräßige

Insekten im Kleiderschrank


Natürliche Materialien wie beispielsweise Wolle und Seide sind nicht nur angenehm auf der Haut zu tragen, sondern stehen auch auf dem Speiseplan vom Nachwuchs der Kleidermotte. Auch vor Federn, Pelzen und Teppichen schrecken die nur wenige Millimeter großen Larven nicht zurück. Besonders der Schweiß- und Schmutzgeruch ungewaschener Wäsche weist dem kleinen Nachtfalter zielsicher den Weg. An ruhigen Orten, was beispielsweise eine Ecke im Kleiderschrank oder direkt unter dem Teppichboden sein kann, kommt es zur Eiablage. Innerhalb weniger Tage schlüpfen an diesen, von Menschen häufig ungestörten Standorten, die Larven von Tineola bisselliella und beginnen mit ihrem zerstörerischen Werk. Bis sich der Nachwuchs nach etwa 60 Tagen verpuppt, kann er massive Schäden an der Kleidung verursachen. Auch ein sicher wirkender Kleiderschrank bietet keinen optimalen Schutz vor Kleidermotten. Winzigkleine Öffnungen im Türbereich reichen in der Regel aus, damit die Motten den Weg ins Innere des Möbelstücks finden. Sie müssen schon selbst etwas nachhelfen, damit die gefräßigen Schädlinge Ihre Kleidung nicht buchstäblich zum Fressen gern haben und dauerhaft fernbleiben. Keinesfalls müssen Sie Löcher im Lieblingspulli oder im teuren Perserteppich hinnehmen. Übrigens machen die Larven auch vor Leinen und Baumwollstoffen nicht Halt, jedoch können die Tiere dieses Material nicht verdauen.

Vorbeugende Maßnahmen


Motten mit Lavendel bekämpfenKleidermotten von der Kleidung fernzuhalten, schont nicht nur die eigenen Nerven, sondern auch den Geldbeutel. Zahlreiche Möglichkeiten stehen Ihnen dabei zur Verfügung, um die zur Familie der Schmetterlinge gehörenden Insekten wirkungsvoll aus den eigenen vier Wänden zu vertreiben. Der erste Schritt besteht darin, dass Sie Sommer- und Winterbekleidung vor dem Einlagern gründlich reinigen. Im Falle von Leder und Fellen bleibt Ihnen häufig nur der Weg in die Reinigung. Damit verhindern Sie, dass Kleidermotten durch den Schweiß- und Schmutzgeruch auf die schmackhaften Wäschestücke aufmerksam werden.

Tipp: Wollkleidung lässt sich häufig in einem speziellen Schonprogramm auch in der eigenen Waschmaschine reinigen. Achten Sie dabei auf eine niedrige Schleuderzahl. Zugegeben, nicht immer ist es sinnvoll, wenn Sie beispielsweise Wollmäntel nur nach 3x-maligem Tragen immer in die chemische Reinigung bringen müssten. Packen Sie diese Kleidung einfach mottensicher in Plastik- oder Papiertüten. Auch ein gut durchlüfteter, kühler Standort trägt dazu bei, dass die Schädlinge die Klamotten eher meiden. Selbst Vakuumbeutel haben sich zum langfristigen und platzschonenden Aufbewahren von Kleidungsstücken bewährt.

Motten orientieren sich überwiegend am Geruch. In der freien Natur sind die Insekten häufig an den Brutplätzen von Vögeln
und Säugetieren anzutreffen, wo sie sich von Haaren und Hautschuppen ernähren. Mit ätherischen Ölen können Sie die Geruchssinne der Nachtfalter verwirren und sie damit effizient vom Kleiderschrank vertreiben. Folgende

Duftstoffe haben sich als überaus wirkungsvoll erwiesen:
  • Zedernholz
  • Lavendel
  • Neemöl
  • Zitrone
  • Zwirbelkiefer
Motten LavendelsäckchenLegen Sie beispielsweise mit Lavendelblüten gefüllte Duftkissen im Kleiderschrank aus und erneuern Sie diese jährlich. Ihre Kleidung wird angenehm nach der Pflanze duften und die Motten bleiben fern. Allerdings wirken die Gerüche nicht oder nur unwesentlich, wenn der geflügelte Schädling erst einmal den Weg zur bevorzugten Nahrungsquelle gefunden hat. Hier müssen Sie dann zu anderen Methoden greifen. Nutzen Sie den anstehenden Frühjahrsputz oder das Reaktivieren de Winterkleidung dazu, um den Kleiderschrank gründlich auf Schädlingsbefall zu untersuchen. Dabei lohnt es sich, besonders die hintersten Ecken und alle Ritzen mit einem Staubsauger zu säubern. Beim Rauswischen sollten Sie auf ein stark nach Zitrone riechendes Putzmittel zurückgreifen. Vermeiden Sie Essigessenz. Denn auch wenn das Produkt einen intensiven Geruch aufweist, so verfliegt dieser innerhalb kurzer Zeit.

Effektiv Motten und deren Nachwuchs bekämpfen


Sobald sich die ersten kleinen Löcher oder kahle Stellen auf den Kleidungsstücken und/oder Teppichböden bemerkbar machen, ist es zu spät für alle vorbeugenden Methoden. Die Larven der Kleidermotte sind bereits geschlüpft, ohne die richtigen Gegenmaßnahmen, können Sie Generationen von Tineola bisselliella Nahrung und Unterschlupf bieten. Wenn es Ihnen möglich ist, so sollten Sie befallene Kleidung für etwa 1 bis 2 Wochen einfrieren, um zuverlässig alle Mottenlarven zu beseitigen. Verzichten Sie darauf, die Klamotten, Teppiche oder Polstermöbel großflächig mit Insektenspray einzunebeln. Bereits kleine Falten reichen aus, damit sich eine Vielzahl des Mottennachwuchses sicher vor den giftigen Dämpfen fort verkriechen kann. Der Einsatz von Chemie setzt Ihrer Gesundheit mehr zu, als dass sie Wirkung bei den Insekten zeigt.

Wer erinnert sich nicht an die nach Mottenkugeln riechenden Kleidungsstücke aus dem Kleiderschrank der Großeltern? Dieses aus unterschiedlich ätherischen Ölen zusammengesetzte Mittel ist nach wie vor noch in Drogeriemärkten erhältlich, mittlerweile jedoch fast nur noch in Papierform. Legen Sie die Stücke nach der Reinigung des Kleiderschranks zwischen und unter die betroffene Kleidung. Neben Mottenpapier und Insektiziden können Sie noch auf ein anderes Produkt aus dem Handel zurückgreifen. Spezielle Pheromonfallen können Kleidermotten anlocken, die Tiere verenden anschließend auf der klebrigen Oberfläche. Verlassen Sie sich niemals allein auf dieses Mittel. Denn einerseits werden nicht nur die eigenen Motten damit angelockt, sondern auch die Nachtfalter der Nachbarschaft. Häufig kommt es jedoch auch vor, dass die Fallen schlichtweg leer bleiben. Das könnte an einem falschen Standort liegen oder daran, dass die schadhaften Insekten einfach nicht auf den Lockstoff anspringen. Kombinieren Sie vielmehr verschiedene Maßnahmen miteinander, um die Falter dauerhaft von Ihrem Hab und Gut fernzuhalten.

MottenfalleSo wie Felle, Federn, Seide und Wollstoffe auf dem Speiseplan der Kleidermotte stehen, so haben auch andere Insekten die Schädlinge buchstäblich zum Fressen gern. Schlupfwespen haben sich als überaus effizient bei der Bekämpfung von Motten erwiesen. Dafür werden kleine Kärtchen im Kleiderschrank ausgelegt, welche Schlupfwespen in verschiedenen Entwicklungsstadien enthalten. Die Trichogramme leben räuberisch und legen die eigenen Eier in den Mottenlarven ab. Sobald keine Schädlinge mehr vorhanden sind, sterben die Schlupfwespen ab. Viele schreckt der Gedanke daran ab, noch mehr Insekten im Kleiderschrank zu beherbergen. Doch in der Tat gilt diese Bekämpfungsmethode als wirkungsvoll und umweltschonend.
 
Fazit

Der Aufwand, um Kleidermotten wirksam von den eigenen Kleidungsstücken fernzuhalten, ist relativ gering. Haben sich die Schädlinge bereits im Schrank und unter Teppichen eingenistet, ist schneller Handlungsbedarf angeraten. Werden verschiedene Bekämpfungsmaßnahmen miteinander kombiniert, gehören Mottenlarven im Kleiderschrank bald der Vergangenheit an.