Kabinettkäfer, Museumskäfer in der Wohnung bekämpfen

Kabinett- und Museumskäfer gehören zur Familie der SpeckkäferKabinettkäfer, auch Museumskäfer genannt, haben ihren Namen von der Eigenschaft, dass sie durch ihre Lebensweise und ihr Fressverhalten in den Insektensammlungen von Museen großen Schaden anrichten können. Aber auch in Wohnungen nisten sich die ungeliebten Schädlinge ein, um dort Teppiche oder Pelze zu ruinieren.

Die kleinen, haarigen Larven des Käfers ernähren sich vorzugsweise von Haaren und Federn. Sie sind sehr klein und verstecken sich gut, sodass sie in der Regel erst sehr spät erkannt

werden.

Steckbrief
  • wissenschaftlicher Name: Anthrenus museorum
  • andere Namen: Museumskäfer
  • gehört zur Familie der Speckkäfer (Dermestidae)
  • Größe: zwischen 2,2 und 3,6 Millimeter
  • Farbe: schwarz, auf den Flügeldeckeln weiße bis braungelbe Zeichnung
  • stark abgerundete Körperform
  • Larven: bis 4 mm Länge, hellbraune Farbe, stark behaart
Arten und Vorkommen

Ursprünglich kommen Kabinettkäfer in Nordafrika, Europa und in Asien nördlich des Himalaja vor. Nach Nordamerika und weite Teile der Welt wurden sie eingeschleppt. Kabinettkäfer gehören zu den sogenannten Kulturfolgern. Das heißt, dass sie überall in der Nähe des Menschen leben, da dieser ihm gute Lebensbedingungen liefert. Die Gattung Anthrenus, zu der der Kabinettkäfer gehört, ist in sechs Untergattungen aufgeteilt, von denen viele Arten als Schädlinge eingestuft werden.

Erkennungsmerkmale des Museumskäfers

Der Museumskäfer gehört mit seiner Körperlänge von etwa zwei bis drei Millimetern zu den kleineren Spezies unter den Speckkäfern. Auch weist sein Körper eine eher rundliche statt ovaler Form auf. Insgesamt ist der Käfer überwiegend dunkel (Tiefbraun bis Schwarz) gefärbt. Auf den Flügeldeckeln des Anthrenus museorum sind einige helle Schuppen auffällig. Zudem sind am Halsschild im äußeren Bereich weitere helle Zeichnungen erkennbar. Quer über die Flügeldecken verlaufen drei wellenförmige, unscharfe Querlinien in Ocker bis Gelb. Seine Fühler (Antennen) enden in einer typischen Keulenform (Verdickung vorne).
Die etwa vier Millimeter großen, hellbraunen Larven von Museumskäfern sind stark behaart. Wie auch die übrigen Anthrenus-Arten verfügen sie über sogenannte Pfeilhaare, die zur Verteidigung gegen Fressfeinde dienen.

In Heimtextilien, Schränken und Bettkästen finden Kabinettkäfer ihre NahrungLebensweise und Entwicklung

Kabinettkäfer sind in nahezu allen klimatischen Verhältnissen zu Hause. Die erwachsenen Museumskäfer sind von April bis in den Herbst vor allem auf den Blüten von Eberesche und Weißdorn zu finden, von deren Blütenpollen und Nektar sie sich ernähren. Zur Eiablage suchen sich die weiblichen Käfer Vogelnester, tote Tiere, Ställe oder auch menschliche Behausungen aus. Die Käfer sind nicht besonders vermehrungsfreudig, denn das Weibchen legt nur etwa 30-35 Eier ab. Bei warmer Witterung dauert es etwa 10 Tage, bis die Larve schlüpft und sofort mit der Nahrungsaufnahme beginnt. Wie viele Stadien die Larven durchlaufen und welche Zeit sie dafür benötigen, hängt von vielen äußeren Einflüssen ab. Im Durchschnitt sind es etwa 10 Larvenstadien. Danach verpuppt sich die Larve und entwickelt sich in etwa 7 Tagen zum geschlechtsreifen Käfer. Ein Entwicklungszyklus beträgt je nach Nahrungsangebot und Temperatur zwischen sieben und 14 Monaten. Deswegen entsteht in der Regel nur eine Generation Nachwuchs im Jahr. Im Gegensatz zu ihren Eltern fressen die Larven der Kabinettkäfer vorwiegend das Protein Keratin, das beispielsweise in Haaren, Federn oder auch Horn vorkommt.

Schäden

Wie seine Verwandten der Wollkrautblütenkäfer und der Teppichkäfer wird auch der Kabinettkäfer zu den typischen Materialschädlingen gezählt. Schädlich sind nicht die

Käfer selbst, sondern nur deren Larven. Haben die Larven die Wahl, ernähren sie sich am liebsten von toten Insekten. Sind diese nicht in ausreichender Menge vorhanden, lieben Museumskäferlarven auch tierische Fasern und Haare jeglicher Art. In Wohnungen befallen Sie ein breites Spektrum tierischer Produkte wie:
  • Wolle
  • Pelze
  • Leder
  • Federn
  • Seidenstoffe
Anthrenus-Dermatitis
Die Pfeilhaare der winzigen Larven von Anthrenus museorum können bei Mensch und Tier gesundheitliche Schäden anrichten. Auf Haut und in den Atmungsorganen können
diese Haare schlimme Allergien hervorrufen. So kann es vorkommen, dass Bewohner einer Wohnung, die mit den Museumskäferlarven befallen ist, eine Dermatitis mit starkem Juckreiz ausbilden.

In sauberen Wohnungen haben Kabinettkäfer weniger ÜberlebenschancenWo sind die Larven zu finden?

Meist verstecken sich die Käfer und ihre Larven gut. Die Larven sind lichtscheu und deshalb in der Regel in dunklen Ecken zu finden. Manchmal kann man die erwachsenen Käfer auf der Fensterbank antreffen.
  • unter Teppichen
  • in Dielenritzen und hinter Fußleisten
  • in Kleiderschränken
  • im Bettkasten
  • in Vogelnestern
Vorbeugung

Wer seine Wohnung regelmäßig gründlich reinigt und gut lüftet, schafft ungünstige Bedingungen für einen Befall mit dem Museumskäfer. Deshalb gilt diese Maßnahme mit Abstand als beste Vorbeugung gegen Museumskäfer. Vor allem Besitzer von stark haarenden Haustieren, Pelzmänteln und echten Teppichen sind gefährdet. Auch wenig genutzte Dachböden oder Keller, in denen tote Käfer oder Mäuse liegen, bieten eine gute Nahrungsgrundlage.
  • für ein kühles, trockenes Milieu in der Wohnung sorgen (regelmäßig lüften)
  • Möbel zwecks besserer Luftzirkulation ein wenig von der Wand abrücken
  • wenn abends gelüftet wird: Licht ausschalten!
  • Federn, Tierhaare und tote Insekten regelmäßig entfernen
  • Textilien oder Teppiche vor einer Einlagerung zunächst waschen oder reinigen.
  • Vogelnester (verlassene) in Hausnähe entfernen
  • Zedernholzringe oder Lavendelblüten aufhängen (bis zu drei Wochen Schutz)
Bekämpfung

Bei einem Befall können verschiedene Maßnahmen hilfreich sein. Alles, was nicht gesäubert werden kann (wie Ritzen in Boden und Wand), kann mit einem Kontaktgift wie Pyrethrum besprüht werden. Bei Kleidungsstücken hilft schon eine normale Maschinenwäsche bei über 55 °C oder die chemische Reinigung, um die Larven abzutöten.
  • Teppiche: ausklopfen (außerhalb des Hauses)
  • Polster, Vorhänge und Teppiche: bürsten, klopfen oder absaugen (wenn möglich waschen)
  • Gegen Museumskäfer helfen auch verschiedene InsektizideTextilien: waschen, ausbürsten, ausklopfen oder bügeln.
  • Felle oder Pelze: in Plastiktüte verpacken und mehrfach einfrieren und wieder auftauen (schnell). Im Winter die Sachen dazu ins Freie legen, sonst in die Gefriertruhe.
Tipp: Damit keine Reizungen und allergische Reaktionen auf Haut und in den Atemwegen auftreten, sollten unbedingt Handschuhe, Staubmaske und langärmelige Kleidung getragen werden, wenn die Teppiche oder Textilien draußen ausgeschüttelt oder abgeklopft werden!

Insektizide

Werden Insektizide innerhalb der Wohnung angewendet, sollten sie mit Bedacht ausgesucht werden. Viele Produkte sind auch für den Menschen gesundheitsschädlich. Wirkstoffe wie fossiles Plankton oder Kieselsäure beschädigen die Wachsschicht von Käfer und Larve und führen zum Austrocknen und Absterben. Diese Präparate sind für Mensch und Tier unbedenklich. Handelt es sich um einen sehr schweren Befall mit dem Kabinettkäfer, treten gesundheitliche Probleme auf oder werden Sie der Plage nicht Herr, sollten Sie unbedingt frühzeitig einen professionellen Schädlingsbekämpfer um Rat fragen.

Fazit der Redaktion

Die Larven des Museumskäfers zählen zu den Materialschädlingen. Da sie sich nahezu ausschließlich von dem tierischen Protein Keratin ernähren, das in Haaren, Horn und Federn vorkommt, ist es hilfreich, in der Wohnung so wenig dieser Substanzen offen herumliegen zu lassen wie möglich. Häufiges Reinigen und luftdichte Verpackung von Fellen oder Pelzmänteln können vorbeugend wirken.

Wissenswertes zum Museumskäfer in Kürze

In der Natur stellt der Museumskäfer keinen Schädling dar. Vielmehr hilft er bei der Beseitigung von Tierkadavern mit, was an sich eine sehr nützliche Angelegenheit ist. Kommt der Museumskäfer allerdings in die Nähe des Menschen, wird er schnell zum Material- und Hygieneschädling. Hier sind die Larven das Problem. Sie sind mit langen Haaren am Ende ihres Körpers ausgestattet, die beim Menschen zu Allergien führen können. Die erwachsenen Käfer ernähren sich von Blütenpollen und Nektar, die Larven dagegen benötigen zwingend das Protein Keratin, welches sich in Haaren, Horn und Federn findet. 
  • Der Name Museumskäfer kommt von seiner Vorliebe, in Museen an Insektenpräparaten und ausgestopften Tieren große Schäden anzurichten.
  • In Wohnungen und Häusern sieht man den Museumskäfer im Frühjahr oft am Fenster.
  • Innerhalb der Wohnung trifft man auf Larven in Bettkästen und Kleidertruhen, selten auch in Fußbodenleisten. 
Bekämpfung der Larven
  • Da von den Larven die größte Gefahr ausgeht, muss man diese nachhaltig bekämpfen.
  • Allerdings werden Larven von erwachsenen Käfern produziert, weshalb man darauf achten sollte, dass diese nicht in die Wohnung gelangen.
  • Die Bekämpfung der Larven ist mit unterschiedlichen Mitteln durchführbar. Meist kommen Kontaktinsektizide zum Einsatz.
  • Sie sind in Sprayform erhältlich und werden direkt an den befallenen Stellen angewendet. 
Die Museumskäfer können sehr gut mit pflanzlichen Mitteln bekämpft werden, was eine gewisse Ungefährlichkeit für Menschen und Haustiere mit sich bringt.
  • Verwendung findet Pyrethrum-Extrakt, der aus Chrysanthemen gewonnen wird.
  • Das Extrakt ist äußerst wirksam und es kommt innerhalb kurzer Zeit zum Tod der Insekten.
  • Anschließend zersetzt sich der Wirkstoff unter Einfall von Licht.
  • Das Pyrethrum hat zuerst auf die Larven eine erregende Wirkung.
  • Hernach kommt es zu Koordinationsstörungen und Lähmungen, denen bald darauf der Tod folgt.
  • Noch natürlicher geht es mit Teebaum- und Neemöl. Dieses wirkt ebenfalls auf die Larven des Museumskäfers tödlich. 
Welches Gift zum Einsatz kommt, hängt von den Gesamtumständen des Befalls ab. Lebt die Population in einem unbewohnten Haus, kann von Vornherein zu härteren Mitteln gegriffen werden. Außerdem muss darauf geachtet werden, wie stark der Befall ist. Anhang der vielfach verfügbaren Mittel dürfte es allerdings keine Probleme geben, das Richtige für den eigenen Bedarf auszumachen.