Stubenfliege - Steckbrief und Infos zum Bekämpfen

FliegeUnbeschwerte Sommerfreuden im Haus und auf der Terrasse werden durch invasives Auftreten von Stubenfliegen massiv beeinträchtigt. Die 5 Millimeter kleinen Insekten lassen sich auf Menschen ebenso penetrant nieder, wie auf Lebensmitteln. Zumeist kommen sie dann gerade vom nahegelegenen Misthaufen oder einem stinkenden Kuhfladen. Wenngleich sie sich scheinbar ständig putzen, verbreiten Fliegen somit gefährliche Infektionskrankheiten, verunreinigen unsere Nahrung und unseren unmittelbaren Lebensbereich. Der folgende Steckbrief und fundierte Infos zum Bekämpfen wollen einen Beitrag leisten, die lästige Invasion zu beenden.

Steckbrief

  • Insektenfamilie: Echte Fliegen

    (Muscidae)
  • Art: Stubenfliege (Musca domestica)
  • Körperlänge: 6 bis 7,5 mm
  • Grau-schwarz mit 4 Längsstreifen auf dem Rumpf
  • Unterseite gelblich gefärbt
  • Rote Facettenaugen
  • Temperaturoptimum bei 20 bis 25 Grad Celsius
  • Temperaturminimum unterhalb 15 Grad Celsius
  • Lebenserwartung von 6 bis 42 Tagen
Die Stubenfliege ist weltweit verbreitet. Einzig die Menschen in der Wüste und an den Polen haben Ruhe vor den Lästlingen. Das kosmopolitische Auftreten dieser Insekten birgt immerhin den Vorteil, dass Millionen Menschen nach effektiven Bekämpfungsmethoden suchen und sich somit ein riesiger Fundus an Erfahrungswerten aufbauen konnte.

Aufenthaltsorte von Stubenfliegen kennen und vermeiden

FliegeEine einzelne Stubenfliege, die sich ins Haus verirrt, ist noch kein Drama. Findet das Insekt hier jedoch geeignete Entwicklungsbedingungen für ihre Brut, haben Sie es innerhalb kurzer Zeit mit einer Fliegen-Invasion zu tun. Ursache ist das enorme Vermehrungspotenzial. Eine einzige weibliche Stubenfliege legt bis zu 2000 Eier in ihrem kurzen Leben. Zwischen der Eiablage und dem Schlupf der nächsten Generation vergehen lediglich 2 bis 3 Wochen; unter günstigen Bedingungen nur 7 Tage. Folglich sind in einer Vegetationsperiode 8 bis 10 Generationen möglich. Daraus ergibt sich rechnerisch je weiblichem Exemplar eine Nachkommenschaft von 250 Billionen Stubenfliegen. Die effektive Bekämpfung basiert somit in erster Linie auf der Kenntnis favorisierter Aufenthaltsorte dieser Insekten und deren Beseitigung bzw. Vermeidung:
  • Komposthaufen mit Küchenabfällen
  • Ställe mit Tieren aller Art
  • Misthaufen
  • Flüssige Nahrungsmittel, wie Obstsäfte oder Milch
  • Feste Nahrungsmittel von Mehl bis Fleisch
Sämtliche gärenden organischen Stoffe ziehen die Stubenfliege magisch an. Sie lassen sich darauf nieder und nehmen mit ihrem Saugrüssel alles auf, auch Bakterien, Viren und Krankheitserreger. Die meist frequentierten Aufenthaltsorte der Schädlinge sollten daher wie folgt behandelt werden:
  • Kompost- und Misthaufen nicht in unmittelbarer Nähe zum Wohnhaus anlegen
  • Keine Speisen und Getränke offen herumstehen lassen
  • Benutztes Geschirr sogleich spülen
  • Küchenschränke regelmäßig gründlich mit Essig wischen
  • Futternäpfe von Haustieren nach der Fütterung leeren und ausspülen
Der Abfalleimer ist ein wahrer Fliegen-Magnet. Idealerweise wird er mindestens ein Mal täglich entleert, insbesondere an warmen Sommertagen. Die Mülltonne selbst sollte möglichst weit vom Haus entfernt
platziert werden und über einen fest aufliegenden Deckel verfügen.

Tipp: Damit der reich gedeckte Frühstückstisch nicht doch noch Stubenfliegen ins Haus lockt, halten engmaschige Fliegengitter an den Fenstern die Plagegeister ab.
Stubenfliege mit Aromen vertreiben

Ergänzend zu den prophylaktischen Maßnahmen, lässt sich der ausgeprägte Geruchssinn von Stubenfliegen zu deren Abwehr nutzen. Es hat sich herausgestellt, dass die Lästlinge auf folgende Aromen gar nicht gut zu sprechen sind und rasch das Weite suchen:
  • FliegeEssig in kleinen Schalen im Haus aufstellen
  • Zusätzlich regelmäßig mit Essigreiniger die Böden putzen
  • Zitronenscheiben mit Nelken spicken und auslegen
  • An den Fenstern Pflanzkästen aufstellen mit Tomaten, Basilikum

    oder Geranien
  • In den Räumen Lavendelsträuße und Minze auslegen
Da mit jedem Öffnen der Kühlschranktüre ein für Fliegen verführerischer Duft entweicht, stellen Sie hier eine kleine Schale mit Kaffeesatz oder Kaffeemehl auf, der das verlockende Aroma überdeckt.

Tipp: Benutzen Sie zum Lüften vorzugsweise Fenster auf der Schattenseite des Hauses.


Fallen für Stubenfliegen selber bauen

Allen vorbeugenden Bemühungen zum Trotz, finden sich trotzdem Stubenfliegen in Ihrem Heim ein. Natürlich können Sie sich mit der Fliegenklatsche auf die Jagd begeben - oder Sie bauen eine Fliegenfalle einfach selbst. Es bieten verschiedene Bauweisen an, die allesamt kein handwerkliches Können erfordern:

Perforierter Blechdeckel


Legen sie ein faulendes Stück Obst in ein Schraubglas oder füllen es mit Zuckerwasser. In den Deckel bohren Sie mehrere Löcher und schrauben ihn fest. Alternativ durchlöchern Sie eine Plastikfolie, die mithilfe eines Gummibandes zum Deckel umfunktioniert wird. Die Stubenfliegen werden von dem Geruch angezogen, kriechen in das Glas und kommen nicht mehr heraus.

Fliegenfänger


Eine Zeitungsseite oder Backpapier wird in 2 Zentimeter breite Streifen geschnitten. Mit einem Küchenpinsel verstreichen Sie darauf Zuckerrübensirup oder Honig. Nun werden die Streifen für ein paar Minuten eingerollt. Ausgerollt formen sie sich automatisch zu einer Spirale, wie handelsübliche Fliegenfänger ebenfalls. Nun noch ein wenig Zucker darüberstreuen und an einer Schnur aufhängen. Die angelockten Stubenfliegen bleiben rettungslos kleben und werden einschließlich Fliegenfänger entsorgt.

Tipp: 10 Süßstofftabletten, aufgelöst in 50 Milliliter Wasser, verwandeln sich in eine tödliche Giftfalle für jede Fliege, die daran trinkt.

Fliegenfallen im Handel

FliegenfalleWer sich nicht selbst mit dem Zusammenbau von Fallen für Stubenfliegen beschäftigen möchte, wählt aus dem breit gefächerten Angebot des Handels.

UV-Lichtfalle

Ohne den Einsatz von Gift arbeitet die UV-Lichtfalle, die es mittlerweile zum bezahlbaren Preis für die Verwendung im privaten Bereich zu kaufen gibt. Das Gerät arbeitet zweigleisig, indem das Licht die Fliegen anlockt und sie mit einer Klebefalle dauerhaft festhält. Da diese Falle unter freiem Himmel auch Nützlinge, wie Florfliegen oder Schwebfliegen töten würde, darf sie einzig in Innenräumen zur Anwendung kommen.

Pheromonfalle

Günstige Fliegenfallen agieren ohne Licht und verströmen stattdessen einen speziellen Lockstoff. Wiederum fallen die Insekten darauf herein und werden im Inneren der Falle von einem Klebstoff eingefangen.

Fliegenköder

Fallen mit chemischen Wirkstoffen hält der Fachhandel in unterschiedlichen Ausführungen bereit. Neben den klassischen Strips, die von der Decke baumeln, gibt es Fallen, die am Fenster befestigt werden. Diese geben keine Giftstoffe an die Luft ab, sondern locken die Stubenfliegen mit einem Fraßgift an.

Fazit

Dem sommerlichen Terror der Stubenfliege ist niemand mehr wehrlos ausgeliefert. Wer sich mithilfe fundierter Infos zum Bekämpfen vertraut macht mit effektiven Vorgehensweisen, hält die geflügelten Krankheitsüberträger vom Haus auf Dauer fern. Vorbeugend sollten alle Aufenthaltsorte und Brutstätten der Insekten vermieden werden. Da auf diese Weise ein Befall nicht vollkommen auszuschließen ist, kommen mechanische Abwehr- und Bekämpfungsmaßnahmen in Betracht, die aus Hausmitteln ganz einfach selbst herzustellen sind. Bereits die Kombination aus speziellen Duftstoffen und einem engmaschigen Fliegengitter sorgen für Ruhe im Haus. Kommt es hart auf hart, helfen selbst gebaute Fliegenfallen oder handelsübliche Präparate, die Plage wieder loszuwerden.