Taubenzecken richtig bekämpfen

Taubenzecken richtig bekämpfen

Taubenzecken (Argas reflexus) sind Gesundheitsschädlinge. Sie gehören zu den Lederzecken und sind beispielsweise auf Dachböden zu finden, welche von verwilderten Haustauben als Unterschlupf genutzt werden oder wurden. Das kann schon länger her sein, denn die nachtaktive Zecke ist sehr hungerfähig, d.h. sie kann bis zu 10 Jahre ohne Blutmahlzeit auskommen.

tauben flBeschwerdebild


Ihre Stiche können beim Menschen allergische Reaktionen auslösen. Rund um die Einstichstelle treten oft lokale Hautreaktionen auf wie Juckreiz, Pustelbildung oder Hautrötungen. Bei Menschen, die vermehrt von der Taubenzecke gestochen

wurden, kann diese unter anderem folgende Auswirkungen haben: Großflächige Hautreaktionen, systematische allergische Reaktion, z.B. in Form einer Nesselsucht (Urticaria), welche zum Teil sogar mit asthmatischen Beschwerden einhergehen. Aufgrund der Nachtaktivheit der Blutsauger treten die Symptome normalerweise Nachts bzw. am darauf folgenden Morgen auf. Die schlimmste Folge eines Taubenzecken-Stichs kann ein anaphylaktischer Schock mit tödlichem Ausgang sein. Des Weiteren wird die Taubenzecke verdächtigt, das Bakterium Coxiella burnetii zu übertragen, welches beim Menschen das so genannte Q-Fieber auslösen kann. Um die oben genannten Auswirkungen zu verhindern, ist eine unverzügliche Bekämpfung der Taubenzecke erforderlich.

Befall erkennen

Nicht ganz so einfach ist die Erkennung, ob ein Gebäude von der Taubenzecke befallen ist. Dabei sollte man folgendermaßen
vorgehen:
  • Grundsätzlich kontrolliert werden sollten Aus- oder Umbauten von Gebäuden, auf deren Dachböden sich verwilderte Haustauben aufhalten bzw. aufgehalten haben (könnten).  
  • Vorgenommen werden sollten die Kontrollen von Sachverständigen und zwar in dem Zeitraum von Mitte März bis Ende August. Die Temperatur sollte dabei über 12° C liegen.  
  • Mitunter Vermieter oder Hauseigentümer oder Nachbarn bzgl. einer Taubenbesiedlung oder evtl. aufgetretenen Taubenzeckenstichen befragen.
  • Absuchen potentieller Verbergeorte mit einer Taschenlampe. Auf die 5,5 bis 11 mm großen ledrigen eher hellen Zecken selbst oder deren Kotspuren (Durchmesser von 1-2 mm schwarz, teerartig glänzend oft perlschnurartig aufgereiht) achten.
  • Bekämpfung
  • Heißluftverfahren (durchzuführen nach DIN 68800) Eine Erwärmung der Kerntemperatur von Dachbalken und im Mauerwerk  auf 55°C über eine Zeitspanne von mindestens einer Stunde reicht als  alleiniges Verfahren allerdings oft nicht aus.
  • Daher kann ein Mehrschrittverfahren sinnvoll sein.
1. Schritt:
Barrierebehandlungen mit einem Mittel mit Langzeitwirkung (z.B. Propoxur) der unter dem Dachboden liegenden Etagen mit Einbeziehung der äußeren Fassadenteile.

2. Schritt:
Mit einem Langzeitmittel die Bereiche des Dachbodens behandeln, in denen eine Kerntemperatur von 55°C nicht erreicht werden kann.

3. Schritt:
Heißluftverfahren
  • Einsatz von Langzeitakarizid Propoxur in Kombination mit einem Austreibemittel, etwa auf Basis von Pyrethrum
  • Kombiniertes Verfahren aus Sprüh-, Stäube-, Schaum und Nebelmittel nach der  Entwesungsmittelliste des Bundeamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BMVL) gemäß dem Infektionsschutzgesetz §18.
Bei der Bekämpfung von tierischen Schädlingen ist es gut, wenn die Betroffenen einen kompetenten Schädlingsbekämpfer zu Rate ziehen. Gesucht werden kann nach einem solchen Fachmann auf der Seite des Verbandes Deutscher Schädlingsbekämpfer (www.dsvonline.de) über die Firmensuche.