Buchsbaum Krankheiten - erkennen und bekämpfen

Buchsbaum Krankheiten - erkennen und bekämpfen

Wie ärgerlich, wenn der Traum von der ganz außergewöhnlich gestalteten Buchsbaumfigur oder Hecke schon früh daran zu scheitern droht, dass sich Buchsbaum Krankheiten in Ihrem Garten ausbreiten.

buchsbaum-gestaltung flNicht nur, dass die einzelne Pflanze in einer Reihe eine unschöne Lücke verursacht, sie kann auch die nächsten Buchsbäume anstecken. Deshalb sollten Sie vorbereitet sein und Buchsbaum-Krankheiten schnell erkennen und bekämpfen können.

Buchsbaum-Triebsterben vorbeugen

Die wohl häufigsten Buchsbaum-Krankheiten werden durch Pilze verursacht, wobei seit einiger

Zeit ein neuer Pilz in Deutschland auf dem Vormarsch ist. Er verursacht das ernst zu nehmende Buchsbaum-Triebsterben. Ursache ist ein Pilz mit dem wissenschaftlichen Namen Cylindrocladium buxicola, der über die Blätter in die Pflanze eindringt und sich von dort aus weiter ausbreitet.

Wenn Sie die Pflanzung Ihrer Buchsbäume noch vor sich haben, ist die erste Gegenmaßnahme gegen einen Befall die sorgfältige Auswahl Ihrer Buchsbäume. In der Fachliteratur wird der Grund für die Ausbreitung in der übermäßigen Pflanzung von Buchsbäumen z. B. auf Friedhöfen gesehen - aufgrund der hohen Nachfrage werden viele Jungpflanzen mit zu viel Stickstoff schnell hochgezogen. Diese Pflanzen sind nicht richtig ausgereift und sollten nicht verwendet werden.

Außerdem gibt es einige Buchsbaum-Sorten, die als besonders anfällig gelten, das sind der Buxus sempervirens “Blauer Heinz” und der Buxus sempervirens “Suffruticosa”, der als "Einfassungsbuchsbaum" verkauft wird. Diese Sorten sollten Sie also möglichst nicht kaufen. Es soll eine gegen Buchsbaum-Triebsterben resistente Form der Buxus microphylla geben, die Sorte “Schopes”.

Welche Buchsbaum-Arten sind robust?

Generell widerstandsfähiger sind die stärker wachsenden Buchsbaum-Arten, z. B. Buxus sempervirens “Elegantissima” und Buxus sempervirens “Arborescens”, auch die schwächer wachsenden Sorten des Kleinblättrigen Buchsbaums, Buxus microphylla “Faulkner” und Buxus microphylla “Herrenhausen”, sollen dem Pilz viel Widerstand entgegensetzen.

Der Pilz befällt geschwächte Buchsbäume zuerst, die nächsten Krankheitsvorbeugungsmaßnahmen sind also
die Auswahl eines optimalen Standorts und die richtige Pflege. Widerstandsfähige Buchsbäume gedeihen an einem sonnigen und luftigen Standort und erhalten eine ausgewogene Versorgung mit Nährstoffen und Wasser. Ein stärkender Düngetipp ist die Kalidüngung im Spätsommer, durch die die Triebspitzen stärker und so widerstandsfähiger gegen den Pilz werden.

Der unangenehme Pilz breitet sich besonders schnell in feuchtwarmen Sommern aus, bei Temperaturen von etwa 25 °C und feuchtem Wetter braucht er nur einen Tag, um auch gesunde Buchsbäume zu befallen. Allerdings nur, wenn er sich mindestens etwa fünf Stunden in ausreichender Feuchtigkeit auf einer Blattoberfläche tummeln kann, nur dann schaffen es die Pilzsporen, sich durch die dicke Wachsschicht der immergrünen Blätter zu arbeiten. Diese Erkenntnis konnten englische Wissenschaftler gewinnen, die sich gründlich mit der Krankheit beschäftigen mussten, in England sind ja uralte Buchsbäume gefährdet, die bereits den Status von Kulturdenkmälern haben.

Sie gibt Ihnen wirksame Möglichkeiten zur Vorbeugung an die Hand: Sie sollten Ihre Buchsbäume generell immer von unten und nicht auf die Blätter gießen, damit sie gar nicht erst unnötig feucht werden. Da verletzte Blätter, die auch noch feucht sind, geradezu eine Einladung für den unerwünschten Eindringling sind, sollten Sie Ihre Buchsbäume auch niemals an feuchten und warmen Sommertagen zurückschneiden.

Wenn Sie schon einmal mit einem Pilzbefall zu kämpfen hatten

oder ein solcher in Ihrer Umgebung bekannt ist, sollten Sie Ihre Buchbäume nach jeder Schnittmaßnahme vorbeugend mit einem Pilzbekämpfungsmittel behandeln. Hierbei ist wichtig, die Fungizide bei jeder Anwendung zu wechseln, damit keine Resistenzen eintreten. Neuer Austrieb muss mehrere Male im Abstand von etwa zwei Wochen behandelt werden, um ihn vor einer erneuten Infektion zu schützen.

schnitt-buchsbaum flBuchsbaum-Triebsterben erkennen

Wenn es Ihren Buchsbaum erwischt hat, werden auf den Blättern orange bis braune Flecken entstehen, die sich vergrößern und zu einer Fläche vereinigen. Wenn sich auf den Blattunterseiten kleine weiße Sporenlager bilden und auf den Trieben schwarze Längsstreifen zu sehen sind, können Sie sicher sein, dass Sie es mit Buchsbaum-Triebsterben im fortgeschrittenen Stadium zu tun haben, durch das Ihr Buchbaum komplett vernichtet werden kann.

Buchsbaum-Triebsterben bekämpfen

Sie sollten möglichst schon bei leichtem Befall einschreiten, indem Sie die befallenen Buchbäume ohne Zeitverzögerung und kräftig zurückschneiden. Die abgeschnittenen Zweige sollten mit dem Hausmüll entsorgt oder verbrannt werden, die Heckenschere muss desinfiziert werden. Sie müssen auch alle abgefallenen Blätter sofort aufsammeln und entsorgen, weil die Sporen des Pilzes jahrelang ansteckend sind.

Andere Buchsbaum-Krankheiten

Es gibt noch andere Buchsbaum-Krankheiten, die durch Pilzschädlinge verursacht werden:
  • der Buchsbaumkrebs,
  • die Buchsbaumwelke
  • und der Buchsbaumros
... sind hier zu nennen. Da die Gegenmaßnahmen gegen diese Pilzkrankheiten denen gegen das Buchsbaum-Triebsterben im Grunde ähnlich sind, kommt es vor allem darauf an, dass Sie schnell handeln, wenn die Blätter Ihres Buchbaums unbekannte Verfärbungen aufweisen. Sieht das Schadbild anders aus, leiden Ihre Buchbäume vielleicht unter tierischen Schädlingen:
  • Buchsbaumzünsler,
  • Buchsbaumfloh
  • oder Buchsbaumgallmücke
Dann besteht auf jeden Fall ebenfalls Handlungsbedarf, auch weil eine geschwächte Pflanze ein leichtes Opfer für Pilze ist.