Steckbrief: Phytophthora infestans, ramorum, cactorum

Steckbrief: Phytophthora infestans, ramorum, cactorum

Bei der Phytophthora handelt es sich um eine Pilzerkrankung, die an Pflanzen und Bäumen große Schäden verursachen kann und nicht selten zum Absterben der Pflanze führt.

tomaten-faeule_flBei diesen Pilzen gibt es viele verschiedene Arten, die jeweils auf eine bestimmte Pflanze spezialisiert sind und nur diese befallen. Die Bezeichnung Phytophthora stammt aus dem Griechischen und bedeutet übersetzt so viel wie Pflanzenzerstörer oder Pflanzenvernichter.

Die Phytophthora infestans

Die Phytophthora infestans betrifft Kartoffeln, Tomaten und andere Nachtschattengewächse und wird auch Kraut-

oder Braunfäule genannt. Sie tritt besonders in feuchten Sommern auf, dann sind die Bedingungen für die Ausbreitung der Sporen optimal. Bei einem Befall bilden sich an den Rändern der Blätter braune Flecken, die sich bei Feuchtigkeit schnell vergrößern. Als nächstes bildet sich auf der Unterseite der Blätter ein schimmelähnlicher Belag. Kartoffeln bekommen durch diese Pilzsporen dunkle braune Flecken und sind dann nicht mehr zu genießen. Durch diesen Pilz kann es zu einem Teilausfall oder auch zu einem kompletten Ausfall der Ernte kommen. Der Phytophthora infestans, der im 19. Jahrhundert nach Europa eingeschleppt wurde, verursachte die große Hungersnot in Irland von 1845 bis 1849, bei der sehr viele Iren starben und viele weitere nach Amerika auswanderten.

/>Kraut- und Braunfäule bei Tomaten

Tomatenpflanzen sind ebenfalls sehr häufig von dieser Pilzkrankheit betroffen. Um sie zu schützen, sollten sie trocken stehen, wofür entweder ein Hausdach oder ein Tomatenhaus verwendet werden kann. Auch sollten ihre Blätter nicht befeuchtet, sondern die Pflanzen immer nur von unten gegossen werden. Ein großer Abstand zwischen Kartoffeln und Tomaten sorgt dafür, dass die Pilzsporen sich weniger leicht von einem Gewächs zum anderen ausbreiten.

Phytophthora ramorum

Der Phytophthora ramorum befällt verschiedene Gehölze, von denen besonders der Rhododendron und der Schneeball betroffen sind. Doch auch Bäume wie Buchen und Eichen sind gefährdet, hierbei trifft es vor allem Laubbäume, aber auch einige Nadelgehölze. Bei den Bäumen werden zunächst die Blätter und Triebe welk, dann tritt aus dem Stamm eine dunkle Flüssigkeit aus, woraufhin ein Baum innerhalb weniger Monate absterben kann. Beim Rhododendron verfärben sich die Triebe braunschwarz und auf den Blättern bilden sich rotbraune Flecken. Danach fallen die Blätter ab und die Triebe sterben.

Leder- und Kragenfäule - Phytophthora cactorum

Vom Phytophthora cactorum sind Kern- und Steinobstbäume, Erdbeeren, Rhododendron und Azaleen betroffen. Erdbeerpflanzen werden dann welk, die Blätter verfärben sich und fallen ab. Die Früchte bekommen braune Stellen und werden wässrig und weich. Zur Vorbeugung gegen diese Krankheit sollte Staunässe unbedingt vermieden werden, weil die Pilzsporen sich über stehendes Wasser leicht ausbreiten. Auch eine Unterlage aus Stroh ist hilfreich, denn die Sporen gelangen häufig durch Spritzwasser aus dem Boden auf die Früchte. Bei Obstbäumen, die mit diesem Pilz befallen sind, verfärben sich die Blätter frühzeitig und fallen ab, das Obst bleibt klein und mit der Zeit sterben zunächst einzelne Äste und später auch der ganze Baum.