Teerfleckenkrankheit - Ahorn-Runzelschorf

Teerfleckenkrankheit - Ahorn-Runzelschorf AhornBesitzer größerer Gartengrundstücke setzen gern heimische Gehölze in ihre Gärten. Einen besonderen Blickfang bieten hierbei Ahornbäume, deren Laubblätter ab September in allen Herbstfarben glühen und die bewundernden Blicke der Betrachter auf sich ziehen. Doch mitunter erscheinen bereits im Frühling auf den Oberseiten der Ahornblätter merkwürdige, helle Flecken in oft kreisrunder Form, die sich im Laufe des Sommers schwarz färben. Bei starkem Auftreten dieser Flecken fallen die Laubblätter vorzeitig ab. Was ist geschehen?

Das wichtigste zur Teerfleckenkrankheit des Ahorns
  • Relativ ungefährliche Krankheit
  • Zerstörung des

    Zierwertes des Ahorns, nicht des Baumes selbst
  • Ab Frühjahr helle, oft kreisrunde Flecken auf Blattoberseite, zum Sommer hin schwarz verfärbend mit auffälligem gelben Rand
  • Nur bei starkem Befallsdruck vorzeitiger Blattfall
  • Bekämpfung der Krankheit durch sorgfältiges Kehren und Entsorgen des infizierten Falllaubs gut möglich
Die Krankheit

Bei den beschriebenen Symptomen handelt es sich um die Teerfleckenkrankheit, die auch Ahorn-Runzelschorf genannt wird. Sie wird durch Pilze verursacht. Teerfleckenkrankheiten können auch an Weiden und Platanen auftreten. Ahornbäume werden jedoch am häufigsten befallen.
Die für die Bäume nicht sehr gefährliche Krankheit trifft nur die Laubblätter. Diese werden zwar durch den Befall rasch unansehnlich und fallen bei starkem Befallsdruck mitunter vorzeitig ab, jedoch werden die Pflanzen selbst nicht weiter geschädigt. Die Infektion geht nicht auf Zweige oder Äste über, der Pilz wächst nicht in das Holz hinein. Mit dem Blattfall ist die Infektion also beendet.

Der Erreger und
seine Lebensweise


Der Erreger der Teerfleckenkrankheit des Ahorns heißt Rhytisma acerinum und befällt sowohl Spitzahorn als auch Bergahorn. Eine seltenere Art, Rhytisma punctatum, wird nur auf Bergahornbäumen vorgefunden.

Die vom vorjährigen, infizierten Falllaub ausgehenden Sporen des Krankheitserregers dringen im Frühjahr über die Unterseite der jungen Laubblätter in diese ein. Dort verursachen sie hellgrüne, ca. 1 – 2 cm große, runde Flecken, die über die gesamte Blattspreite – auch über Blattadern hinweg - auftreten können. Die Flecken nehmen im Laufe des Sommers eine auffällige gelbe Umrandung an und verfärben sich schwarz. Diese Flecken sind das Mycelgeflecht des Pilzes, auch Stroma genannt. Im Herbst – oder bei starkem Befallsdruck auch bereits früher - fallen die Laubblätter ab, der Infektionszyklus ist nunmehr beendet.

Der Zyklus beginnt jedoch im darauffolgenden Frühjahr wieder von vorn. Die auf dem Falllaub befindlichen Teerflecken verdicken sich und wölben sich auf. Sie nehmen dabei eine runzelige Struktur an, die der Oberfläche eines Gehirns gleicht. Daher rührt auch die andere Bezeichnung dieser Krankheit – Runzelschorf. In diesen verdickten Strukturen entwickeln sich die Fruchtkörper, die ihrerseits Millionen von Sporen ausbilden. Bei der im Frühjahr üblichen Witterung, die oftmals durch einen Wechsel von trockenem und feuchtem Wetter gekennzeichnet ist, werden die Sporen aus den Fruchtkörpern herausgeschleudert und dringen in die jungen Ahornblätter über deren Unterseiten ein. Der Befall findet sehr wahrscheinlich über die Spaltöffnungen der Blätter (Stomata) statt. Ein neuer Befallszyklus hat begonnen.

Bekämpfung der Teerfleckenkrankheit

Im Laufe der Zeit wurde festgestellt, dass die Teerfleckenkrankheit an in Wäldern lebenden Ahornbäumen viel häufiger auftritt als an in Städten gepflanzten Exemplaren. Die Ursache hierfür liegt in der Lebensweise des Pilzes, der das Falllaub der Ahornbäume zur Ausbildung einer neuen Generation zwingend benötigt. Dieses wird in den Städten jedoch oftmals

entfernt. Es ist also auch im Garten völlig ausreichend, das Herbstlaub zusammenzukehren, über die Biotonne zu entsorgen oder zu vergraben. Auf dem Komposthaufen aufliegendes Falllaub kann im nächsten Frühjahr jedoch noch immer eine Infektionsquelle darstellen.