Asiatischer Marienkäfer - drohende Plage?

Asiatischer Marienkäfer - drohende Plage?

Der Asiatische Marienkäfer gehört - wie der Name bereits preisgibt - der Familie der Marienkäfer an. Ebenso geht aus dem Namen hervor, dass diese Art hauptsächlich in Asien, genauer gesagt in China und Japan, zu Hause ist.

Eigentlich! Da es sich bei einem Marienkäfer um ein nützliches Insekt handelt, wurde der Asiatische Marienkäfer zwecks Schädlingsbekämpfung zuerst in die USA und dann auch nach Europa gebracht. Hier sollte er auf biologischer Basis Blattläuse vernichten, von denen er täglich zwischen 100 bis

300 Stück vertilgt.

Der Asiatische Marienkäfer ist sehr anpassungsfähig und verbreitet sich inzwischen rasant. Zuerst wurde der Asiatische Marienkäfer in Belgien, Frankreich und den Niederlanden angesiedelt. Inzwischen ist er auch in Deutschland, Griechenland und sogar in Ägypten anzutreffen. In den dazwischen liegenden Ländern gibt es mehr oder weniger große Populationen.

Neben der Verdrängung der einheimischen Arten des Marienkäfers besteht eine besondere Gefahr für die
Weinbauer. Die Asiatischen Marienkäfer vergreifen sich zwar nicht an den Weintrauben, jedoch nutzen sie gerade im Herbst gerne die Weintrauben als Schutz gegen Witterungseinflüsse. Dabei gelangen sie bei der Lese auch manchmal in die Verarbeitung. Der bitter schmeckende Stoff, den sie bei Gefahr ausscheiden, kommt dadurch in den Most und verdirbt diesen. Bereits weniger als ein Käfer kann ein ganzes Kilo Trauben unbrauchbar machen.

Der Asiatische Marienkäfer ist sehr gefräßig. Ist seine bevorzugte Nahrung, die Blattläuse, nicht mehr verfügbar, schreckt er nicht davor zurück, Mitglieder der eigenen Familie zu vertilgen. Das macht ihn für die einheimischen Arten zum ernstzunehmenden Feind. Er frisst sowohl die Larven anderer Marienkäferarten als auch ausgewachsene Exemplare.

Da keiner die genaue Entwicklung des Asiatischen Marienkäfers in unseren Breitengraden vorhersagen kann, ist es möglich, dass irgendwann einheimische Arten durch den Asiatischen Marienkäfer ausgerottet werden. Die Menschheit selbst steht im Falle einer ausbrechenden Plage dieser machtlos gegenüber. Dass sich eine Plage aus dem Asiatischen Marienkäfer entwickelt, ist nicht auszuschließen. Hier kann man nur abwarten und hoffen, dass die Natur sich selber hilft.

Für den Menschen geht von den Asiatischen Marienkäfern keine direkte Gefahr aus. Unangenehm werden die Asiatischen Marienkäfer allerdings im Winter. Zum Überwintern ziehen sie sich gerne in Spalten von Mauern und Felsen zurück. Bevorzugt werden helle Steinflächen, so dass sich unversehens mancher Hausbesitzer im Herbst einer Invasion von Asiatischen Marienkäfern gegenübersehen kann, die in Fenster- und Türritzen und in jedem kleinsten Spalt der Fassade ein Quartier für den Winter suchen.

Um das zu vermeiden, sollte man sorgfältig jeden kleinsten Spalt verschließen. Eine Gefahr für die Gesundheit stellen die Käfer aber nicht dar.