Australische Marienkäfer gegen Läuse

Australische Marienkäfer Während die industrielle Landwirtschaft Insekten nach Möglichkeit allesamt mit Giften und Pestiziden ausrottet, werden in der biologischen Landwirtschaft Nutztiere zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt. Bestimmte Lausarten kann man zwar auch mit Raubläusen bekämpfen, doch diese sind unsichtbar und schwer zu handhaben.

Der australische Marienkäfer hat zwar nicht die hübsche Färbung seiner europäischen Brüder und Schwestern, ist dafür aber eindeutig der bessere Schädlingsbekämpfer.

Das Gift der Industrie hat mitunter eben auch den Nachteil, nicht nur für Schädlinge schädlich zu sein, sondern auch für Nutztiere wie Marienkäfer und nicht zuletzt für den Menschen,

der die Ausdünstungen einatmet oder gar die Früchte der Pflanzen zu sich nimmt.

Im Gegensatz dazu verwandeln etwa 5 Marienkäfer pro Pflanze eine Schädlingsplage in Dünger für die Pflanzen, ganz ohne Nebenwirkungen. Wenn die Läuse erst einmal ausgerottet sind, ziehen die Käfer weiter auf der Suche nach der nächsten Plage.

Verschiedene Unterarten des australischen Marienkäfers sind zumindest
teilweise auf unterschiedliche Lausarten spezialisiert, so dass es sich empfiehlt, sich beim Gartenfachhandel oder im Internet beraten zu lassen. Dort bekommt man die possierlichen Tierchen auch lebend, wenn auch gekühlt mit etwas Futtermittel in der Box geliefert.

Die Käfer mögen keine allzu beißende Kälte und auch keine zu starke Sonneneinstrahlung, da das eine ihre Flügel gefrieren lässt, während das andere sie austrocknet. Doch ansonsten sind sie sehr genügsam und können sofort an der befallenen Pflanze ausgesetzt werden.

Je nach Art können 25 Marienkäfer zwischen 10 und 50 Euro kosten. Marienkäfer überleben lediglich eine Überwinterung, schlüpfen dafür aber zweimal im Jahr und können sich so - genügend Futter vorausgesetzt - lange um die Pflanzen kümmern. Insbesondere die Käferlarven sind ausgesprochene Schlemmer und können pro Stück täglich locker mehrere Hundert Blattläuse verdrücken.

Wenn man bereits Raubwanzen gegen Spinnläuse eingesetzt hat, sollte man es übrigens keinem Marienkäfer zumuten, die Pflanzen reinigen zu müssen, da Raubwanzen zu ihren natürlichen Feinden zählen und die Marienkäfer unterhalb des schützenden Panzers langsam aussaugen können. Vögel Frösche, Mäuse und Eidechsen halten die Käfer ebenfalls für eine leckere Mahlzeit. Wer längere Zeit von den Käfern profitieren will, sollte also sicherstellen, dass diese vor natürlichen Widersachern so wenig wie möglich zu befürchten haben.