Häufige Blattkrankheiten an Obstbäumen

FeuerbrandObstbäume können von verschiedensten Krankheiten befallen werden. Reine Blattkrankheiten sind glücklicher Weise nicht so viele dabei, aber an den Blättern können zahlreiche Krankheiten gut bestimmt werden.  Die gefährlichsten Obstbaumerkrankungen sind Feuerbrand und Scharka, gefolgt vom Obstbaumkrebs.

Feuerbrand

Viele Blattkrankheiten werden durch Pilze hervorgerufen, der Feuerbranderreger ist dagegen ein Bakterium (Erwinia amylovora). Es ist keine reine Blattkrankheit, aber an den Blättern am besten zu erkennen. Betroffene Obstgehölze sind vor allem Kernobstarten, also Apfel, Birne,  Quitte und andere. Es gibt mehrere Möglichkeiten der

Ansteckung und Verbreitung, beispielsweise Zugvögel, die Wetterlage, kontaminiertes Pflanzenmaterial, Insekten, Tiere und auch durch den Mensch. Die häufigste Infektionsart ist die Blüteninfektion, gefolgt von der Triebinfektion und wieder aktiv gewordenen älteren Befallsstellen. Zu erkennen ist Feuerbrand daran, dass die Blätter einiger Triebe schwarzbraun verfärbt und vertrocknet sind. Das Bakterium verstopft die Leitungsbahnen. Die Blätter können nicht mehr mit Wasser versorgt werden, sie sterben ab.
  • Bakterium
  • Keine reine Blattkrankheit, aber an den Blättern zu erkennen
  • Infektion vom Frühjahr bis in den Herbst möglich
  • Ideale Wachstumstemperaturen zwischen 21 und 28°C
  • Besonders gefährdet sind die Blüten
  • Eintrittspforten Blütenstiel, Atemöffnungen, Wunden
  • Verbreitung abhängig von der Baumgesundheit und dem Alter
  • Bakterien überdauern in der erkrankten Rinde (eingesunkene Rindenplatten)
Achtung

Der Feuerbrand ist meldepflichtig. Es ist eine Quarantänekrankheit. Verdächtige Symptome sind an das Pflanzenschutzamt zu melden. Wenn es sich erwiesenermaßen um Feuerbrand handelt, werden Bekämpfungsmaßnahmen verordnet. Befallen werden nicht nur Kernobstbäume, sondern auch andere beliebte Gehölze, wie Eberesche, Felsenbirne, Zierapfel, Mispel, Glanzmispel, Weißdorn, Feuerdorn, Rotdorn und andere. Zu bekämpfen ist Feuerbrand nur bei älteren Bäumen. Junge Obstbäume sollten gerodet werden. Bei starkem Befall ist die Rodung ebenfalls die beste Option. Wichtig bei der Sortenwahl ist, eine robuste Obstsorte auszuwählen. Resistenzen gibt es allerdings nicht.
  • Kranke Triebe bis ins gesunde Holz zurückschneiden
  • Befall melden (Pflanzenschutzamt)
  • Angefallenes Holz darf nicht kompostiert werden
  • Am besten ist verbrennen
  • Schnittwerkzeuge desinfizieren (mit 70%igem Alkohol)
  • Robuste Obstsorten pflanzen
Scharka

ApfelbaumDie Scharka-Krankheit wird durch einen Virus ausgelöst und befällt Steinobst, hauptsächlich Pflaumen, Zwetschgen, Pfirsiche, Nektarinen und Aprikosen. Auch diese Erkrankung ist meldepflichtig. Durch unterschiedliche Virenstämme können sich auch die Symptome an den Pflanzen unterscheiden, bzw. sind sie unterschiedlich stark ausgeprägt. Zu erkennen sind hellolivgrüne Ringe, die sich zu schwarzen Punkten  (abgestorbenes Gewebe) auf den Blättern entwickeln können. Diese bilden sich hauptsächlich im Frühjahr, etwa ab Mai/Juni. Die Früchte dagegen weisen Einsenkungen auf, welche pockenartig oder linienförmig sind. Darunter nimmt das Fruchtfleisch eine rötliche Färbung an und es bekommt eine gummiartige Konsistenz. Häufig fallen die Früchte vorzeitig ab.
  • Viruserkrankung
  • Befällt Steinobst
  • Bevorzugt einige Obstarten
  • An hellolivfarbenen Ringen auf den Blättern zu erkennen, hauptsächlich im Frühjahr
  • Später schwarze Flecken (abgestorbenes Gewebe)
  • Früchte ebenfalls betroffen
  • Besonders intensives Auftreten bei Wärme und Trockenheit während der Vegetationsperiode
  • Übertragen durch Blattläuse oder durch Veredlung mit infizierten Reisern oder Unterlagen
Man kann den Virus nicht direkt bekämpfen. Allerdings sollte die Ausbreitung vermieden oder zumindest reduziert werden. Das kann durch einige gezielte Maßnahmen geschehen. Auch vorbeugen ist nicht möglich.
  • Blattläuse bekämpfen
  • Infizierte Pflanzen roden und beseitigen
  • Virusfreie Edelreiser und Unterlagen verwenden
  • Wenig virusanfällige oder resistente Sorten und Unterlagen pflanzen
Apfelschorf

Apfelschorf ist eine der wichtigsten Apfelbaumkrankheiten weltweit. Verursacher ist der Schlauchpilz, Venturia inaequalis. Typisch sind matt-olivgrüne Flecken auf den Blättern, die später eine bräunliche bis schwärzliche Farbe annehmen und zusammenfließen können. Sie bilden Nekrosen, was wiederum zu vorzeitigem Blattabfall führt.

Auch an den Früchten ist die Krankheit zu erkennen. Sie weisen in der Regel dunkler gefärbte Flecken auf. In diesen können sternenförmige Risse auftreten. Durch die Risse gelangen wieder andere Krankheitserreger in den vorgeschädigten Apfel. Das wirkt sich auf die Lagerfähigkeit aus, hat aber keinen Einfluss auf die Verzehrbarkeit.
  • Pilzerkrankung
  • Befällt Blätter und Früchte
  • Neben Apfel auch Birne, Kirsche, Pfirsich und andere Obstarten von Rost betroffen
  • Hohe Vermehrungsrate
  • Infektion ist witterungsabhängig, Nässe und Temperaturen zwischen 16 und 22°C sind ideal
Vorbeugen ist besser als heilen. Wichtig ist schon die Auswahl robuster Obstbaumsorten, außerdem der richtige Standort und gute Pflege. Inzwischen sind schon resistente Sorten im Handel, sie sollten bevorzugt werden.  Desweiteren sind folgende Dinge zu beachten:
  • Befallenes Laub und Früchte entsorgen. Keinesfalls liegen lassen und auch nicht auf den Kompost geben
  • Bäume regelmäßig auslichten, so dass das Laub gut trocknen kann (Wind)
  • Ausgewogene Düngung
  • Vorbeugende Spritzung mit entsprechenden Mitteln (immer nur vor Niederschlägen)
  • Erste Spritzung vor dem Sporenflug im März
Die Bekämpfung beinhaltet Spritzungen zu Beginn oder kurz vor dem Sporenflug Ende März. Günstig ist eine Kombination aus vorbeugenden Belags- und Kontaktspritzungen. Für den Hausgarten sind nicht die gleichen Mittel zugelassen wie für den Erwerbsanbau. Außerdem werden ständig welche aus dem Angebot genommen bzw. kommen neue dazu. Hier sollte man sich bei einem Fachmann die entsprechenden Informationen holen.
  • Spritzungen zur Vorbeugung
  • Belagsspritzungen – alle infizierten Baumteile werden durch einen geschlossenen Belag geschützt
  • Wichtig ist die Einhaltung der Konzentration und der Anwendungsempfehlung.
  • Meist sind mindestens 5 Spritzungen nötig, im Abstand von 7 bis 14 Tagen
Apfelmehltau

MehltauDer Apfelmehltau ist ein echter Mehltau und wird durch den Pilz Podospharea leucotricha ausgelöst. Blätter, aber auch andere Pflanzenteile werden mit einer weißlich-mehligen Schicht überzogen, wodurch sich auch die Bezeichnung Apfelmehltau erklärt. Der Erreger lebt an der Oberfläche befallener Pflanzen, dringt aber zur Wasser- und Nährstoffentnahme in diese ein. Infektionen sind nur an jungem Gewebe möglich.
  • Pilzinfektion
  • Befällt ausschließlich Apfelbäume, Pilz hat sich spezialisiert
  • Weißlich-mehliger Belag auf befallenen Teilen
  • Nur junges Gewebe wird infiziert.
Außer Blättern können auch Blüten, Triebe und Früchte infiziert werden
  • Befallene Blüten bilden keine Früchte
  • Tritt meist zwischen Mitte Mai bis Mitte Juni auf.
  • Bevorzugt eher trockene Witterung und Temperaturen zwischen 20 und 25°C
  • Befallene Blätter vertrocknen und fallen ab. Jahrestriebe verkahlen von unten. Äpfel zeigen eine netzartige Berostung.
Auch hier kann durch Vorbeugung allerhand erreicht werden. Infizierte Triebe sollten rechtzeitig entfernt werden, gleich beim Winterschnitt. Wichtig ist auch hier, eine lichte Krone, weshalb regelmäßig ausgelichtet werden sollte. Außerdem ist die Anfälligkeit sortenabhängig. Einige Sorten sind stark anfällig, beispielsweise Jonagold, Elstar und Cox-Orange. In der Regel sind Apfelsorten mit behaarten Blätter anfälliger als solche mit kahlen Blättern.
  • Regelmäßig auslichten
  • Befallene Triebe entfernen
  • Apfelsorten mit glatten Blättern auswählen
  • Keine Sorten mit behaarten Blättern
Der Befall kann durch eine Kombination verschiedener Maßnahmen verhindert bzw. eingedämmt werden. Dazu zählen die Schnittmaßnahmen und Spritzungen.
  • Winterschnitt – infizierte Triebe entfernen
  • Regelmäßiges Ausbrechen infizierter Triebspitzen im Frühsommer
  • Spritzungen mit Schwefel bei anfälligen Sorten
  • Nach der Blüte beginnen, bis in den August hinein
Birnengitterrost

Birnengitterost ist
eine Pilzerkrankung, genauer ein Rostpilz. Eigentlich befällt dieser Pilz verschiedenste Wacholderarten. Dort verursacht er knotige Verdickungen der Äste.  Im Frühjahr werden die Sporen vom Wind verteilt und gelangen so auf die Blätter der Birnbäume. Diese Infektion beginnt somit an der Blattoberseite. Anfangs sind orange-rote Flecken auf den Blättern zu sehen. Diese vergrößern sich kontinuierlich. Wenn die Witterung stimmt, kann sich der Pilz explosionsartig vermehren. Insekten helfen dabei. Sie werden von ausgeschiedenem Nektar angelockt. Im Sommer wächst der Pilz durch das Blatt hindurch. Jetzt entstehen auf der Blattunterseite unregelmäßige, bräunliche Wucherungen, Sporenlager. Sind die Sporen reif, platzt die Oberfläche, die Wintersporen fliegen heraus und können nun wieder den Wacholder infizieren.
  • Junge Bäume können ernsthaft geschädigt werden
Wuchs und Ernte sind stark beeinträchtigt
  • Siedelt auf Wacholder
  • Besonders zwei Wacholder sind betroffen: Sadebaum (Juniperus sabina), Chinesischer Wacholder (Juniperus chinensis)
  • Pilzerkrankung
  • Sporen infizieren Birnbäume
  • Orange-rote Flecken auf Blattoberseite
  • Später unregelmäßige, bräunliche Wucherungen (Sporenlager) auf der Unterseite
  • Bei Sporenreife fliegen die Sporen los
Zur Vorbeugung des Befalls kann man nur sämtliche Wacholder aus dem Garten entfernen. Haben allerdings die Nachbarn auch welche, muss man auch die überzeugen. Sicherer ist dann die Anwendung von Pflanzenstärkungsmitteln wie Schachtelhalm-Extrakt. Die Bäume sollten 14tägig besprüht werden, ab dem Austrieb, mindestens 4x.
  • Wacholder entfernen
  • Resistente Arten pflanzen z.B. Juniperus communis, Gemeiner Wacholder.
MehltauDie Bekämpfung muss beim Birnbaum und beim Wacholder ansetzen, sonst nimmt der Kreislauf kein Ende. Am Wacholder müssen die Wintersporenlager bekämpft werden. Am besten ist die Entfernung der betroffenen Bäume und Sträucher. Der Flugradius der Sporen beträgt etwa 500 Meter, bei starkem Wind auch mehr. In dieser Entfernung sollten die Gehölze entfernt werden. Meist geht diese Grenze über den eigenen Garten hinaus und die Entfernung wird schwierig. Die Besitzer sehen das oft nicht ein. Manchmal reicht aber auch das Entfernen betroffener Stellen an den Gehölzen. Alternativ bietet sich die Pflanzung von resistenten Arten an.
  • Bekämpfung beim Wacholder: Betroffene Stellen herausschneiden oder besser noch, gesamte Pflanze entfernen, Alternativ eine resistente Sorte pflanzen
  • Bekämpfung beim Birnbaum: Fungizide spritzen, am besten in der Sporenflugphase (Duaxo Universal Pilz-frei von Compo) Das Mittel wirkt auch gegen andere Pilze, z.B. Kräuselkrankheit, Rost, Schorf, Echtem Mehltau und viele Arten von Blattfleckenkrankheiten. Pflanzenstärkungsmittel einsetzen, Prophylaktisch Triazol spritzen, im Abstand von 14 Tagen
Rußtau

Rußtau ist ein schwarzer Pilzbefall. Er tritt hauptsächlich im Spätsommer auf. Die Rußpilze besiedeln mit Vorliebe Blätter, auf denen Honigtau klebt. Das wiederum sind die Ausscheidungen von Blatt- und Schildläusen, Weißen Fliegen  und Zikaden. Betroffen sind Apfelbäume, Birnbäume, Aprikosen, Kirschbäume, Pfirsichbäume, Pflaumen und Zwetschgen. Zu erkennen ist der Befall an schwarz überzogenen verschieden großen Flecken auf der Blattoberseite. Die Blätter können auch völlig schwarz eingefärbt werden. Sie können keine Sonnenenergie mehr aufnehmen und sterben ab. Bei Obstbäumen ist die Schädigung meist nicht sehr stark. Ameisen ernten die klebrigen Absonderungen.
  • Pilzerkrankung – Rußpilz
  • Siedelt auf Ausscheidungen von Schadinsekten
  • Viele Obstbäume betroffen
  • Meist keine starken Schäden
Vorbeugen kann man nicht viel. Die Bäume zu stärken ist eine gute Option. Pflanzenstärkungsmittel helfen dabei. Außerdem müssen die Bäume regelmäßig auf Schädlinge untersucht werden, um diese frühstmöglich bekämpfen zu können. Gibt es keinen Honigtau, gibt es auch keine Rußpilzbefall.
  • Pflanzenstärkungsmittel
  • Schädlingsbefall kontrollieren
Die Bekämpfung richtet sich hauptsächlich gegen die Schädlinge. Besonders Blattläuse müssen bekämpft werden. Außerdem sind Ameisen von den Gehölzen fernzuhalten. Sie fördern die Honigtauabsonderung, da sie ernten wollen. Sie halten die Blattläuse quasi wie Haustiere.
  • Schädlinge, allen voran Blattläuse bekämpfen
  • Ameisen fern halten
Schrotschusskrankheit

Von der Schrotschusskrankheit können Aprikosen, Kirschbäume, Pfirsichbäume, Pflaumen und Zwetschgen betroffen werden. Der Verursacher ist ein Pilz, genauer gesagt Wilsonomyces carpophilus. Zu erkennen ist die Erkrankung auf den neuen Blättern. Dort bilden sich rotbraune, runde Flecken, die später zu Löchern werden. Bei stärkerem Befall wirkt das Laub wie von Schrotkugeln zerschossen, daher stammt auch der Name der Erkrankung. Die befallenen Blätter vertrocknen und fallen vorzeitig ab, meist schon im Juni oder Juli. Häufig sind untere Baumteile mehr befallen als obere. Schon frühzeitig können die Bäume völlig kahl sein. Der Pilz kann auch Zweige befallen. Junge Triebe weisen Risse auf. Auch Früchte sind betroffen. Auf ihnen zeigen sich rotumrandete Flecken und trichterförmige Einbuchtungen. Hin und wieder sind sie auch völlig verkrüppelt. Ganze Äste können absterben. Die Bäume sind ab Mai besonders gefährdet und dann bis zum Ende der Vegetationsperiode.
  • Pilzerkrankung
  • Tritt hauptsächlich bei feuchtkühler, niederschlagsreicher Witterung auf
  • Vermehrt sich bei günstigen Bedingungen explosionsartig
  • Besonders gefährdet sind Gegenden mit starker Nebelbildung
  • Verbreitung durch Regentropfen
  • Pilz dringt in die Epidermis und ins Gewebe ein
  • Kann auch über die Ansatzstellen abgefallener Blätter eindringen
Um die Schrotschußkrankheit zu bekämpfen muss befallenes Laub entfernt werden. Das betrifft auch befallene Früchte. Stark befallene Bäume sind zurückzuschneiden, bis in das gesunde Holz (Holz kann auch infiziert sein). Das senkt den Befallsdruck und die Blätter bei lichten Bäumen trocknen schneller ab. Bei Pfirsichbäumen sollte unmittelbar vor dem Laubfall mit Kupferpräparaten gespritzt werden. Dies verhindert Spätinfektionen. Alternativ kann schon im Sommer mit synthetischen Fungiziden gespritzt werden.
  • Laub und befallene Früchte entfernen
  • Stark zurückschneiden
  • Bei Pfirsichen spritzen, um eine Spätinfektion zu verhindern.
  • Zurückhaltend düngen, insbesondere Stickstoff
  • Biobauern verwenden Tonerdepräparate und Netzschwefel
Kräuselkrankheit

Die Kräuselkrankheit wird auch als Bläschenkrankheit bezeichnet. Sie wird durch einen Pilz ausgelöst und befällt vor allem Pfirsich-, Nektarinen-, Aprikosen- und Mandelbäume. Zu erkennen ist die Erkrankung an den Blättern, die sich deutlich kräuseln und im Austrieb im Frühjahr hellgrüne und/oder rote Blasen aufweisen. Die erkrankten Blätter färben sich infolge weißlich-grün und erscheinen im Endstadium gummiartig und brüchig. Der Baum wirft die Blätter ab, produziert aber einen gesunden Neuaustrieb. Das gute ist, dass der Pilz bei über 16°C nicht infektiös ist. Allerdings wird der Baum insgesamt geschwächt und tritt die Krankheit mehrere Jahre hintereinander auf, können ganze Zweige absterben und am Ende muss der Baum gerodet werden.
  • Pfirsich KrankheitErreger ist ein Schlauchpilz
  • Ab Ende Februar/Anfang März werden Sprosszellen durch Regen in die gerade geöffneten Knospen des Baumes gespült. Dort werden die noch nicht entfalteten Blätter infiziert und Blütenknospen durchwuchert. Ab diesem Zeitpunkt gibt es keine Gegenmittel mehr.
  • An Mai bildet der Pilz Sporenlager. Zu erkennen als zarter, plüschiger Flaum.
  • Befall tritt besonders in feuchten Wintern auf
Vorbeugen kann man am besten, indem krankheitsresistente Sorten gepflanzt werden, wenn es denn welche gibt. Außerdem hilft es enorm, die Bäume an einer Hauswand oder noch besser unter einem Dachvorsprung zu pflanzen, um sie in den  kritischen Wintermonaten vor Regen zu schützen. Nur so lässt sich die Infektion verhindern. Gegebenenfalls kann auch eine Plane übergehängt werden, zumindest, bis die Temperaturen über 16°C steigen.
  • Krankheitsresistente Sorten pflanzen
  • Bäume nah ans Haus oder unter einen Dachvorsprung pflanzen
  • Notfalls  mit einer Plane schützen
  • Leimringe am Stamm
  • Ausreichende Bewässerung
  • Ausreichende Stickstoffdüngung
  • Pflanzenstärkungsmittel
Die Bekämpfung ist schwierig. Im Erwerbsanbau gibt es Spritzmittel, diese sind aber für den Hausgarten nicht zugelassen. Da jedes Jahr neue Mittel genehmigt werden, lohnt es sich, da im Fachhandel einmal nachzufragen.
  • Kurz vor Knospenaufbruch im Januar oder Februar mit Fungiziden besprühen, meist kupferhaltigen Mitteln oder Peressigsäure
  • Bei Temperaturen ab 10°C damit beginnen
Blattbräune

Die Blattbräune ist eine Pilzerkrankung, die Blätter und Jungtriebe befällt. Hauptsächlich betroffen sind Süßkirschbäume und Quitten, aber auch Aprikosen, und manchmal auch Äpfel und Birnen. Die Blätter der Kirschbäume werden schon Ende Mai braun, fallen jedoch nicht ab. Bis Ende August wird die gesamte Krone braun. Die Blätter bleiben auch im Winter hängen, sie bleiben allerdings eingerollt. Deutlich zu erkennen sind auch die verdrehten Blattstiele. Bei der Quitte sind chlorotische, hellgelbe Verfärbungen der Blätter zu erkennen. Es kann zum Abfallen der Blätter kommen. Die Früchte sind ebenfalls betroffen und nicht für den Verzehr geeignet.
  • Bei Kirschen – Blätter werden braun, rollen sich ein und bleiben aber hängen, sogar den ganzen Winter über
  • Bei Quitten – hellgelbe Verfärbung der Blätter, beruht häufig auf Kalkablagerungen des Bodens
Zur Vorbeugung dienen Pflanzenstärkungsmittel wie Schachtelhalmbrühe. Mit Austriebsbeginn sollte wiederholt gespritzt werden. Bei Befall in den Monaten Mai bis Juni sollte zweimal mit Kupfermittel gespritzt werden, welches allerdings nicht für Hausgärten zugelassen ist.
  • Pflanzenstärkungsmittel wie Schachtelhalmbrühe
  • Kupfermittel spritzen
  • Obstbäumen viel Platz einräumen, sie sollten frei stehen
  • Abstand zu Gebäuden oder anderen Bäumen 6 bis 12 m
  • Jährlich die Krone auslichten
Um die Blattbräune zu bekämpfen, sollten alle Blätter abgesammelt und vernichtet werden. Sie gehören nicht auf den Kompost. Wenn Kupfermittel erlaubt sind, dann vor Knospenaustrieb spritzen. Die Krone immer schön licht halten und regelmäßig schneiden.

Fazit

Es gibt eine Menge Blattkrankheiten bei Obstbäumen. Nicht alle sind reine Blattkrankheiten, es können auch Früchte, Blüten und Triebe betroffen sein. Bei einigen Erkrankungen zeigen allerdings die Blätter den Befall an, man kann sie gut identifizieren. Es gibt schlimme Krankheiten, die mit dem Tod des Baumes enden können und auch eher harmlose. In jedem Fall ist Vorbeugen besser als Heilen. Wichtig ist die Auswahl robuster Obstsorten. Auch Standort und Pflege müssen stimmen. Trotzdem lassen sich Krankheiten nicht immer zuverlässig vermeiden. Dann helfen die frühzeitige Erkennung und die schnelle Einleitung von Gegenmaßnahmen. Pflanzenstärkungsmittel helfen den Gehölzen und können keinen Schaden anrichten.