Erdfloh-Bisse vermeiden - Erdflöhe im Garten bekämpfen


Erdfloh-Bisse sind lästig oder bei bestehenden Überempfindlichkeiten und Allergien sogar gefährlich. Aber auch für Pflanzen können die Parasiten zur Gefahr werden, denn so klein die Insekten sind - ihr Appetit ist riesig. Umso wichtiger ist es, bei einem bestehenden Befall schnell zu handeln oder ihn idealerweise gänzlich zu verhindern. Viel Aufwand oder teure Produkte sind dafür nicht von Nöten, wenn die passenden Pflegeschritte im Garten durchgeführt werden. Lediglich Geduld und Regelmäßigkeit sind erforderlich.

Eigenschaften und Vermehrung

Bei Erdflöhen handelt es sich nicht etwa um tatsächliche Flöhe, sondern um verschiedene Arten

von Blattkäfern. Ihren Namen haben sie sich durch das wortwörtlich "sprunghafte" Verhalten verdient. Eben dieses macht die Identifizierung auch verhältnismäßig einfach. Werden Erdflöhe gestört, springen sie auf. Ein sicheres Erkennen durch bloßes Ansehen ist hingegen deutlich schwieriger, denn Erdfloh ist nicht gleich Erdfloh. So kann der Parasit anderthalb bis vier Millimeter groß sein und eine Vielzahl von Farben tragen. Blauschwarz, grau, blau, gelb und bronzefarben oder gestreift - die länglich ovalen Käfer sind durchaus hübsch anzusehen. Ihre Spuren weniger, da sich der Fraß in kleineren Löchern oder bis auf die Adern kahlen Blättern äußert. Unsichtbar aber ebenso schädlich sind Erdflöhe, die sich oft lange Zeit unbemerkt an den Wurzeln gütlich tun. Und das - haben sich die Insekten erst einmal eingenistet - meist von Frühjahr bis Herbst. Verantwortlich hierfür ist die geschickte und schnelle Fortpflanzung. Die Eier werden in der Erde abgelegt, sodass sich die Larven zunächst ungestört entwickeln können. Kaum selbst zum Käfer verpuppt und nun oberirdisch lebend, legen die Erdflöhe die nächsten Eier ab. Auf diese Weise ist mit mindestens zwei Generationen pro Gartensaison zu rechnen. Genug also, um die Ernte von frühen und späteren Aussaaten erheblich zu dezimieren. Soweit muss es allerdings gar nicht erst kommen, wenn die richtigen Maßnahmen durchgeführt werden.

Vorbeugung

Junge Setzlinge oder frische Triebe - vor allem von frühblühenden Pflanzen - zählen zu den Leibspeisen der Erdflöhe. Gerade dann, wenn es sich um Kohl, Kartoffeln, Rettich, Tomaten und Melonen oder andere Kreuzblütler handelt. Ist die Erdfloh-Population bereits hoch, bleibt es nicht bei kleinen Schäden am Grün. Stattdessen ist der gesamte Anbau in Gefahr. Um dies zu vermeiden, muss das Beet entsprechend vorbereitet werden. Umgraben und Aufhaken des Substrats sind bereits hilfreiche Maßnahmen, denn die Erdflöhe fühlen sich schnell durch Aktivität in der Erde gestört und suchen dann das Weite. Gleiches gilt für Feuchtigkeit. Regelmäßiges Gießen und Besprühen ist eine hilfreiche Variante, das leichte Feuchthalten durch einen Verdunstungsschutz die andere. Letzteres ist durch eine Auflage aus Gartenvlies, Gartenfolie oder Mulch zu erreichen. Dabei muss natürlich stets beachtet werden, dass es den Pflanzen selbst nicht zu nass wird.

Pflanzliche Hilfe

Während viele Pflanzen, darunter auch der vermeintlich abstoßende Spinat, von den Erdflöhen in großen Mengen verspeist wird, halten sich die kleinen Blattkäfer bei Zwiebeln und Knoblauch zurück. Wenn möglich, sollten diese also zwischen die Reihen und Gewächse in das Gemüsebeet gesetzt werden. Ebenfalls hilfreich sind Pflanzenjauchen aus Knoblauch und Speisezwiebeln, die sich mit der folgenden Anleitung ganz einfach selbst herstellen und verwenden lassen:
  • 1. Dazu werden das Grün oder die Knollen selbst in kleine Stücke geschnitten und im Anschluss in Wasser gelegt.
  • 2. Je nach Temperatur beginnt innerhalb von ein bis drei Tagen die Gärung dieser Lösung. Erkennbar ist diese an

    aufsteigenden Gasbläschen.
  • 3. Ist die Gärung abgeschlossen - steigen also selbst beim Umrühren keine Bläschen mehr auf - ist die Pflanzenjauche bereit zum Einsatz. Ab sofort sollte sie kühl und dunkel stehen.
  • 4. Eine Mischung aus
    Jauche und Wasser im Verhältnis eins zu zehn kann nun zum Gießen befallener Pflanzen oder in eine Blumenspritze gefüllt, zum gezielten Besprühen der Blätter und Erde verwendet werden.
Wer den Geruch dieser Mittel nicht mag, kann Jauchen auch aus Wermut oder Rainfarn herstellen.

Tipp: Bei der Herstellung und Verwendung von Pflanzenjauche handelt es sich um eine gelinde gesagt geruchsintensive Angelegenheit, das Gefäß sollte daher möglichst abgelegen stehen. Der Einsatz erfolgt am besten mit Gummihandschuhen und entsprechender Kleidung.

Aktive Bekämpfung

Haben sich Erdflöhe bereits im Beet oder auf anderen Pflanzen angesiedelt, können die bereits erwähnten Maßnahmen dennoch helfen. Knoblauch und Küchenzwiebel als Pflanznachbarn oder Jauche vertreiben die Schädlinge auch später noch. Dazu sollte die Erdoberfläche so oft wie möglich bearbeitet werden, um die Erdflöhe in ihrer Ruhe zu stören. Unkraut jäten, Aufhaken oder gar das Abfegen mit einem Besen machen das Substrat und die Gewächse unattraktiv für die kleinen Blattkäfer. Da sich die Insekten in einer warmen, trockenen und ruhigen Umgebung am wohlsten fühlen, hilft auch das bereits erwähnte regelmäßige Gießen und Besprühen. Mulch oder Folie als Verdunstungsschutz auf der Erde sind zusätzliche Maßnahmen, die schnell Erfolg zeigen. Gerade in sehr trockenen und heißen Phasen des Sommers und bei wenig Zeit für die Pflanzenpflege, empfiehlt sich das Abdecken mit transparenter Folie oder - je nach Größe der Pflanzen - mit speziellen Hauben. Hierunter ist die Luftfeuchtigkeit höher, das Klima unfreundlicher für Erdflöhe. Ebenfalls sinnvoll kann eine Bewässerungsanlage mit Zeitschaltuhr sein, die das Feuchthalten von Pflanzen und Boden - und damit auch die Bekämpfung der Erdflöhe - automatisch übernimmt.

Alternative Mittel

Neben den bereits erwähnten Maßnahmen, können Erdflöhe auch mit anderen Mitteln und mit ihren natürlichen Feinden bekämpft werden. Günstig aber effektiv sind beispielsweise Klebefallen. Diese sind auch sinnvoll, um einen Befall eindeutig festzustellen. Eine andere Variante ist das gezielte Einbringen einer Lockpflanze. Besonders beliebt sind Rettich, Brokkoli oder Paprika. Damit die Erdflöhe gezielt auf eine Pflanze springen, sollte diese bereits größer sein als andere Gewächse in der Umgebung. Es lohnt sich daher, wahlweise einige Gewächse im Haus vorzuziehen oder direkt einzelne größere Exemplare zu kaufen. Dazu ist die Erde rund um die Lockpflanze trocken zu halten und sollte nicht gestört werden. Haben sich dann zahlreiche Erdflöhe auf der dazu bestimmten Pflanze niedergelassen, wird diese bei trockenem und heißem Wetter vorsichtig mit einem Plastikbeutel abgedeckt und aus dem Beet entfernt. Hiermit sollte nicht gewartet werden, bis die Blätter vollständig abgefressen sind, denn dann werden sich die Schädlinge neue Nahrung suchen.

Tipp: Die Lockpflanze samt Topf eingraben und entnehmen, so werden auch Eier und Larven gleich mit entfernt.

Natürliche Feinde

So gefräßig die Erdflöhe sein können, auch sie stehen auf den Speiseplänen einiger Tiere. Gezielt eingebracht oder aber zumindest willkommen geheißen werden sollten daher die folgenden natürlichen Fressfeinde des Erdflohs:
  • Laufkäfer
  • Igel
  • Spitzmaus
  • Schlupfwespe
  • Raubkäfer
Letzte Hilfen

Bleibt für die regelmäßige Bearbeitung der Erde keine Zeit oder ist der Befall bereits sehr stark fortgeschritten, können die Erdflöhe auch mit Insektiziden bekämpft werden. Dabei ist natürlich darauf zu achten, dass hiermit keine für den Verzehr bestimmten Gewächse behandelt werden. Von den Insektiziden im Handel abgesehen, können auch Streichholzköpfe eingesetzt werden. Diese werden direkt in die Erde gesteckt und vergiften die Schädlinge. Auch hier gilt aber, dass die Pflanzen dann nicht mehr auf dem Teller landen dürfen.

Biss-Schutz

Bei einem bereits bestehenden Befall sollten zum Schutz vor Erdfloh-Bissen während aller Maßnahmen Gummihandschuhe sowie Stiefel oder aber lange, in die Socken gesteckte, Hosen getragen werden.  

Fazit
Wer öfter zu Harke und Gießkanne greift, muss die Erdflöhe und ihre Bisse nicht fürchten. Bei trockeneren Kulturen, sehr warmem Wetter oder in ruhigen Beeten sind allerdings einige Eingriffe nötig, um die Schädlinge effizient fernzuhalten.