Dickmaulrüssler mit Nematoden biologisch bekämpfen

DickmaulrüsslerDickmaulrüssler und ihre Larven befallen Gärten oft über Jahre hinweg und fressen an den Blättern und Wurzeln bestimmter Kultur- und Zierpflanzen, bei empfindlichen Pflanzen führt ein Befall oft zum Absterben. Da die Fraß-Stellen zu Krankheiten und Pilzbefall führen können, sind umgehend Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Eine biologisch sinnvolle Alternative zu herkömmlichen Chemikalien sind Nematoden, kleine Fadenwürmer, welche bei den Larven zu einer tödlichen Infektion mit Bakterien führen. Dabei werden nützliche Tiere geschont, es besteht auch keine Gefahr für den Menschen.

Dickmaulrüssler

Der Dickmaulrüssler

ist ein kleiner Käfer, der sich bei idealen Bedingungen schnell verbreiten kann. Der gefürchtete Schädling wird oft erst sehr spät bemerkt, da die Tiere nur in den Nachtstunden aktiv sind. Dickmaulrüssler bewegen sich zu Fuß fort und können ohne Probleme auch große Strecken überwinden:
  • Grauer Käfer mit 1,0 bis 1,5 cm Länge
  • Nachtaktive und umtriebige Insekten
  • Mehr als 90 Prozent der Population ist weiblich
  • Legen nach kurzer Reifezeit ohne Begattung bis zu 1.000 Eier ab
  • Erste Larven schlüpfen im Mai, die letzten oft erst im ausklingenden August
  • Favorisieren bestimmte Wirtspflanzen
  • Bevorzugen sandige und humusreiche Böden im Wurzelbereich für die Eiablage
  • 2-3 Wochen nach der Eiablage schlüpfen die Larven, diese beginnen sofort zu fressen
  • Larven überwintern im Boden, verpuppen sich im darauf folgenden Frühling
  • Verbreiten sich schnell in Reihenhaussiedlungen und Gartenkolonien
  • Können auch auf Balkone und Dachterrassen hoch krabbeln
Speisezettel & Befall

Der Dickmaulrüssler ist zwar nicht besonders wählerisch, er bevorzugt aber trotzdem bestimmte Pflanzen. Ganz oben auf dem Speiseplan des Käfers stehen Gehölze, deren Blätter etwas derber sind. Am charakteristischen Buchtenfraß ist zu erkennen, dass der Schädling nachts sein Unwesen treibt. Der Blattfraß schädigt die betroffenen Pflanzen jedoch kaum, dieser gehört mehr zu den dekorativen Ärgernissen im Garten. Den eigentlichen Schaden richten die Larven des Dickmaulrüsslers an, die sich bei idealen Bedingungen explosionsartig verbreiten können. Selbst große und extrem gesunde Gehölze können durch einen Befall zum Absterben gebracht werden, deshalb sind diese stets auf einen Befall hin zu kontrollieren:
  • Schätzt Buchsbäume, Eiben, Kirschlorbeeren, Rosen und Rhododendren
  • Frisst ebenfalls gerne Erdbeeren und viele verschiedene Staudenarten
  • Fällt auch über einige Kübelpflanzen her, zum Beispiel Clematis, Engelstrompete und Mandeville
  • Zum Wirtsspektrum gehören auch Beerenobst und Weinreben
  • Hinterlässt halbkreis- und buchtenförmige Fraß-Stellen entlang der Blattränder
  • Nachwuchs des Käfers lebt als Larve im Boden und richtet dort große Schäden an
  • Larven sind 7-10 mm groß und von weiß-gelblicher Farbe
  • Treten sehr zahlreich auf, schädigen monatelang durch Fraß die Wurzeln und Knollen
  • Es kommt zu starkem Wasser- und Nährstoffverlust
  • Als Folgen sind in den Sommermonaten welke und verkümmerte Pflanzen zu beobachten
  • Über die angeknabberten Wurzeln dringen Bakterien und Pilze ein
Nematoden

Die gefährlichen Larven lassen sich mit einheimischen und speziell dafür gezüchteten Nematoden bekämpfen, diese Methode hat sich bereits bei vielen Hobbygärtnern bewährt. Die Nematoden brauchen stets ausreichend Feuchtigkeit im Boden, damit sie sich schnell fortbewegen können, allerdings wird Staunässe überhaupt nicht vertragen. Die folgenden Aspekte sind bei dem Einsatz von Nematoden ausschlaggebend:
  • Dickmaulrüssler
margin-left: 6px; float: right;" height="199" width="300" />Nematoden sind im Boden aktive Fadenwürmer, leben parasitär
  • Verfügen nur über einen minimalen Durchmesser von 0,03 mm
  • Lassen sich mit einer guten Lupe beobachten
  • Attackieren die Dickmaulrüsslerlarven wie Torpedos
  • Dringen über die Atemöffnungen in die Blutbahn ein, hinterlassen dort dedizierte Bakterien
  • Durch die daraus entstandene Infektion sterben die Larven

    innerhalb von 2-3 Tagen
  • Extrem hoher Wirkungsgrad, liegt bei ca. 90 Prozent
  • Sind sehr empfindlich gegen starkes UV-Licht
  • Mögen keine kalten und trockenen Böden
  • Tipp: Mittlerweile gibt es eine spezielle Nematodenmischung im Angebot, welche auch bei einer Bodentemperatur von nur 8 Grad Celsius funktioniert, diese muss aber wenigstens für einige Stunden erreicht werden. Diese Mischung eignet sich ideal für Gärten in kälteren Regionen.

    Vorteile

    Die Nematoden bieten dem Gärtner viele Vorteile, deren Einsatz ist stets den chemischen Mitteln vorzuziehen. Die Wirkungsweise ist bereits seit vielen Jahren erprobt, die Fadenwürmer sind im ruhenden Stadium im Fachhandel in einem versiegelten Plastikbeutel erhältlich. Diese befinden sich in einer Art Pulver, gemischt mit Tonmineralien. Die Fadenwürmer sind möglichst bald nach dem Kauf auszubringen, diese können aber bei kühler Lagerung einige Tage im Plastikbeutel überleben. Die folgenden Vorteile zeichnen den Nematodeneinsatz aus:
    • Nematoden hinterlassen keine Rückstände
    • Sind ganz und gar biologisch
    • Mit Nematoden behandelte Flächen lassen sich durch Mensch und Tier jederzeit betreten
    • Keine lange Wartezeit
    • Larven bilden keine Resistenzen aus
    • Einfache Ausbringung, birgt keine Gefahren für Mensch, Tiere oder andere Pflanzen
    • Schont Nützlinge, wie Bienen und Regenwürmer
    • Wird nicht von den befallenen Pflanze aufgenommen
    • Es sind keine Nebenwirkungen bekannt
    • Der Einsatz hat sich schon seit vielen Jahren in der Praxis bewährt
    Tipp: Dickmaulrüssler können bis zu drei Jahre alt werden, deshalb ist es sinnvoll, die Behandlung mit Nematoden in den darauf folgenden zwei Jahren erneut zu wiederholen. Auf diese Weise wird der Befall nachhaltig gestoppt.

    Einsatz & Zeitpunkt

    Die Aufwandmenge der Nematoden erscheint auf den ersten Blick relativ hoch, jedoch erreichen die Fadenwürmer nur eine geringe Größe. Außerdem ist eine große Menge für einen raschen Erfolg erforderlich. Die Nematoden haben eine sehr nachhaltige Wirkung auf die Dickmaulrüssler, da sich die Parasiten in dem Körper der toten Larven weiter vermehren. Jedoch ist der richtige Zeitpunkt für den Einsatz wichtig, damit dieser auch zum Erfolg führen kann:
    • DickmaulrüsslerPro m² Anwendungsfläche werden etwa 500.000 Nematoden gebraucht
    • Infiziert die Larven mit Bakterien, welche innerhalb von drei Tagen zum Tod führen
    • Leben in den toten Larven weiter, auf diese Weise entstehen bis zu 300.000 neue Fadenwürmer
    • Ideale Einsatzmonate für die Bekämpfung sind April, Mai, August und September
    • Bodentemperatur darf nicht unter 12° C liegen, optimal sind 15-25° C
    • Vor der Ausbringung die befallenen Pflanzen gründlich gießen
    • Idealerweise erst am Abend oder bei bewölktem Himmel ausbringen
    • Den Inhalt des Beutels in Gießkanne mit abgestandenem Leitungs- oder Regenwasser füllen
    • Anschließend Wurzelbereich rund um befallene Pflanzen gießen
    • Für optimale Wirkungsweise in den nächsten 6-8 Wochen regelmäßig wässern
    • Erdboden sollte in der Folgezeit nicht austrocknen, Nematoden brauchen Feuchtigkeit
    • Anwendung im Freiland als auch in Töpfen und Containern möglich
    • Larve stirbt nach 24-48 Stunden ab, verfärbt sich dann rot bis braun
    • Weitere Vermehrung der Nematoden bis die Larve komplett aufgezehrt ist
    • Behandlung im Frühling und Herbst wiederholen
    Tipp: Das reguläre Wässern der Pflanzen sollte an einem warmen Einsatztag am besten morgens erfolgen, damit sich der Boden anschließend wieder erwärmen kann.

    Fazit

    Der Dickmaulrüssler ist ein gefährlicher Schädling im Garten und kann sogar Balkone und Dachterrassen befallen. Ein Befall wird oft sehr spät erkannt, da der Käfer nachtaktiv ist und sich bei Tageslicht nicht zeigt. Ein erster Hinweis sind Fraß-Stellen an den Blättern, die größten Schäden verursachen aber die Käferlarven im Erdboden. Wird ein Befall festgestellt, sind sofortige Bekämpfungsmaßnahmen einzusetzen, um ein weiteres Ausbreiten und das Absterben der befallenen Pflanzen zu verhindern. Für die Bekämpfung sind Nematoden ideal, da diese schnell wirken und keinerlei Nebenwirkungen auf Menschen, Tiere und andere Pflanzen haben. Für den Nematodeneinsatz sind die Bodentemperaturen ausschlaggebend, wenn diese zu niedrig sind, können die Fadenwürmer nicht überleben. Optimale Einsatztage sind zum Ende des Frühlings und ausgehendem Sommer, wenn sich der Boden bereits gut erwärmt hat. Die Nematoden-Mischung lässt sich ganz einfach über das Gießwasser zuführen. Wenn die Behandlung über 2-3 Jahre wiederholt wird, lässt sich der Dickmaulrüssler effektiv und nachhaltig bekämpfen.