Zwiebelfliege - Steckbrief und Spritzmittel zum Bekämpfen


Schnell ist sie dahin, die Vorfreude auf junge Zwiebeln, zarten Porree und herzhaften Schnittlauch, wenn die Zwiebelfliege zuschlägt. Das winzige Insekt hat sich spezialisiert auf die Schädigung von Zwiebelgewächsen. Es sind in erster Linie die Larven, die in den Nutzpflanzen stinkende Fraßgänge verursachen. Mit bis zu drei Generationen pro Saison machen die Schädlinge Hobbygärtnern das Leben schwer. Der folgende Steckbrief bringt alle bedrückenden Details auf den Punkt. Gut zu wissen, dass verschiedene Spritzmittel zum Bekämpfen bereit stehen.

Steckbrief

  • Insektenfamilie der Blumenfliegen (Anthomyiidae)
  • Gattung: Zwiebelfliege
  • Grau-schwarze Insekten bis 7 mm lang
  • Ausgewachsene Larven bis 10 mm

    lang
  • Bis zu 3 sich überschneidende Generationen
  • Temperaturoptimum 20 Grad Celsius und höher
  • Überwinterung als Puppe im Boden
  • Lebenserwartung bis zu 4 Monate
Lebensweise

Eine effektive Bekämpfung von Zwiebelfliegen basiert auf der Kenntnis ihrer Lebensweise. Ab April sollte jeder Gang durch das Gemüsebeet mit einer Kontrolle auf einen Befall verbunden sein. Zu dieser Zeit schlüpfen die überwinterten Puppen aus dem Boden, um sich von Löwenzahn oder Wiesenkerbel zu ernähren. Haben sich die Weibchen ausreichend gestärkt, legen sie ihre Eier ab, aus denen sich die erste Generation gefräßiger Larven entwickelt. Für die Eiablage suchen sie gezielt die Nähe junger Zwiebelpflanzen, damit sich die geschlüpften Larven von den zarten Wurzeln und Trieben ernähren. Die Folge ist ein frühes Absterben der Jungpflanzen. Dieses schändliche Treiben setzt sich im Juli fort, wenn die zweite Generation zu Werke geht, gefolgt von einer dritten Plage im August/September. Da die Pflanzen in der Zwischenzeit gewachsen sind, fällt der Befall weniger ins Auge und wird von den Zwiebelgewächsen besser verkraftet.

Tipp: Der Beginn der Löwenzahnblüte signalisiert optisch den ersten Schlupf von Zwiebelfliegen.

Schadbild

Da die winzigen Insekten und Larven mit bloßem Auge nicht immer zu erkennen sind, gilt das Schadbild als wichtiges Indiz für die Anwesenheit der Zwiebelfliege. Darauf sollten Sie achten:
  • In der Saatreihe welken Zwiebel- und Lauchpflanzen unmittelbar nach dem Auflaufen
  • Im weiteren Verlauf wandern die Larven weiter zu Schalotten, Knoblauch oder Schnittlauch
  • Die Jungpflanzen sind weich, faulen und lassen sich ohne Mühe aus dem Boden ziehen
  • Im Wurzelbereich und in Bodennähe sind weißliche Maden zu sehen
Nach etwa 3 Wochen findet die Verpuppung statt, jedoch außerhalb der Wirtspflanze. Harken Sie die Beeterde durch, tauchen die 6 mm kleinen Puppen mitunter aus dem Erdreich auf.

Spritzmittel

Angesichts eines hohen Befallsdrucks, bleibt Hobbygärtnern zur Rettung ihres Gemüseanbaus häufig nur noch der Griff zu einem für den Kleingarten zugelassenen Insektizid. Die folgenden Präparate haben sich ausgezeichnet bewährt zur Bekämpfung von Zwiebelfliegen:

Schädlingsfrei Calypso Perfekt AF von Bayer Garten

Wirksam gegen saugende und beißende Insekten sowie deren Larven auf Nutz- und Zierpflanzen. Das bewährte Präparat ist anwendungsfertig und erfasst auch versteckt sitzende Schädlinge. Als Kontaktgift wirkt es unmittelbar.
  • 500 ml ab 7,90 Euro
Natria Bio Schädlingsfrei von Bayer

Das Spritzmittel agiert auf der Basis von Neem, einem natürlichen Wirkstoff des indischen Neem-Baumes. Innerhalb kurzer Zeit bewirkt das Präparat einen Fraßstopp für die Dauer von 3 Wochen. Aufgrund der teilsystemischen Wirkung werden auch Zwiebelfliegen und Larven erfasst, die nicht unmittelbar besprüht wurden.
  • 30 ml Packung ab 9,90 Euro (3 ml reichen für 1 l Wasser)
Etisso Schädlingsfrei von frunol delicia

Das breit wirkende Spritzmittel nimmt insbesondere saugende
und beißende Schädlinge aufs

Korn, wie die Zwiebelfliege. Es ist nicht bienengefährlich und sehr ergiebig. Schon 100 ml des Konzentrats ergeben 12,5 Liter Spritzbrühe. Einziges Manko ist die Wartezeit von 3-7 Tagen bis die Wirkung eintritt.
  • 100 ml Packung ab 6,90 Euro
Gemüse Schädlingsfrei Decis AF von Bayer

Ein Klassiker gegen beißende und saugende Insekten mit dem Wirkstoff Deltamethrin. Ungeachtet der raschen Wirkung gegen die gefräßigen Larven, bringt die Bienengefährlichkeit des Spritzmittels doch einen faden Beigeschmack mit sich.
  • 1000 ml Sprühflasche ab 14,90 Euro
Tipp: Die Erfahrung hat gezeigt, dass Steckzwiebeln seltener von Zwiebelfliegen heimgesucht werden, als ausgesäte Pflanzen.

Biologisch wirkende Bekämpfungsmittel

In einem frühen Befallsstadium oder zur vorbeugenden Bekämpfung rücken im naturnahen Garten die folgenden Präparate in den Fokus:

Bio-Streumittel für Gemüse von Schacht

Das Präparat fällt an dieser Stelle ein wenig aus dem Rahmen, da es nicht gegen die Zwiebelfliege unmittelbar wirkt, sondern die gefährdeten Zwiebelgewächse und anderen Nutzpflanzen gezielt stärkt. Gesundheitsbewusste Hobbygärtner favorisieren das Bio-Streumittel gegenüber einem Pflanzenschutzmittel, da die bekannten Nachteile von Spritzmitteln hier nicht zum Tragen kommen. Stattdessen wirkt das Mittel vitalisierend auf die Pflanzen, damit diese rasch aus dem bedrohten Stadium herauswachsen.
  • 600 g Streudose ab 8,90 Euro
Bio-Pflanzenspray Rainfarn & Wermut von Schacht

Umweltbewusste Hobbygärtner plädieren in der Bekämpfung von Zwiebelfliegen für die Verwendung von Rainfarn- oder Wermuttee. Wer sich nicht mit der Zubereitung herumschlagen möchte, greift zu dem Bio-Pflanzenspray von Schacht, das fix und fertig für die Anwendung ist. Das Mittel wirkt zugleich revitalisierend auf die gestresste Pflanze nach einem Befall.
  • 2,5 l Kanister ab 19,90 Euro
Biologische Spritzmittel selbst herstellen

Wer sich auf gekaufte Bio-Präparate nicht verlassen möchte, stellt ein Spritzmittel zum Bekämpfen von Zwiebelfliegen selbst her.

Rainfarntee

Rainfarn zählt zu den Korbblütlern und ist reich an ätherischen Ölen, Gerb- und Bitterstoffen. Auf Menschen kann die Kräuterpflanze giftig wirken, auf die Zwiebelfliege ebenso. So stellen Sie den Tee her:
  • gesammelt wird die Pflanze im Sommer, vorzugsweise am frühen Morgen
  • die Pflanzenteile mit kochendem Wasser übergießen und 24 Stunden ziehen lassen
  • zuerst die Teereste ausdrücken und erst dann abseihen (Teereste sind nicht als Mulch geeignet)
Ein Spritzer Flüssigseife, Spüli oder Sojaöl verbessert die Haftung von Rainfarntee auf den befallenen Zwiebelgewächsen.

Wermuttee

Wermutkraut befindet sich auf Augenhöhe mit Rainfarn, wenn es um die Verwendung als Schädlingsbekämpfungsmittel geht. Regelmäßig versprüht, vertreibt der Tee nicht nur die Zwiebelfliege, sondern zahlreiche andere ungebetene Gäste, die sich über das Gemüse hermachen. Die Herstellung erfolgt nach der gleichen Rezeptur, wie Rainfarntee.

Brennnesselaufguss

Im Naturgarten omnipräsent in der ökologischen Pflanzenpflege, erfüllen Brennnessel auch als Spritzmittel in der Schädlingsbekämpfung ihre Aufgabe zur vollen Zufriedenheit. Ziel im Rahmen der Zubereitung ist, den Aufguss nicht solange gären zu lassen, dass er sich in Jauche verwandelt. In dieser Konzentration wäre die Auswirkung auf den Geschmack von Nachteil. So gehen Sie vor:
  • 500 g Brennnesselblätter in einen Eimer füllen
  • übergießen mit 5 l Wasser
  • mit einem Gitter abdecken, damit Luft an die Mischung gelangt
In den folgenden 2-3 Tagen wird die allmählich gärende Flüssigkeit mehrmals täglich umgerührt. Sobald die ersten Luftblasen aufsteigen, ist der Aufguss bereit. Abgeseiht durch ein grobes Sieb, ist die Spritzbrühe fertig für die Anwendung. Bringen Sie die Brennnesselbrühe 2 Mal wöchentlich im Gemüsebeet aus, bis keine Schädigungen mehr auftreten.

Fazit

Ihr winziger, 7 mm langer Körper täuscht darüber hinweg, welchen Schaden die Zwiebelfliege im Gemüsegarten anrichten kann. Bereits wenn die ersten jungen Zwiebel-, Porree- oder Schnittlauchpflanzen auflaufen, rauben die gefräßigen Larven ihnen jede Lebenskraft. Wenn die zweite und dritte Generation zuschlägt, haben sich die Nutzpflanzen bereits so weit entwickelt, dass sie einen Befall verkraften können. Bis dahin sind unter hohem Befallsdruck effiziente Spritzmittel zum Bekämpfen mitunter unumgänglich. Wurde dank der Kenntnis des Steckbriefs der Schädling schon frühzeitig entdeckt, bereiten ihm und seiner Brut mit ein wenig Glück biologische Bekämpfungsmittel den Garaus.