Mittel gegen Mehltau - diese helfen wirklich!

Mehltau Grundlegend wird zwischen Echtem und Falschen Mehltau unterschieden. Beide Erkrankungen werden von unterschiedlichen Pilzen ausgelöst, haben verschiedene Symptome und Bekämpfungsmetoden.

Symptome des Echten Mehltaus

Der Echte Mehltau befällt überwiegend Blätter. Der Erreger ist ein Schlauchpilz (Ascomycota), wobei es spezielle Pilze gibt, die sich auf bestimmte Pflanzenarten spezialisiert haben (Getreide, Weidegräser, Wein). Zu erkennen ist der Befall an einem zunächst mehlartigen Belag auf der Blattoberseite. Im Laufe der Zeit verfärben sich die Blätter, werden braun und vertrocknen. Im fortgeschrittenen

Stadium können auch Triebspitzen, Knospen und Früchte befallen werden. Der Pilz überwintert an der Pflanze. Trockenes Wetter begünstigt seine Verbreitung, weshalb er auch Schönwetterpilz genannt wird. Allerdings mag er auch schwül-warme Witterung und starke Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht, wie sie im Herbst häufig auftreten.  Gute Bedingungen findet der Schlauchpilz bei Temperaturen über 20°C und einer Luftfeuchte von etwa 70 Prozent. Im Spätherbst bildet der Pilz Winterfruchtkörper. Diese überwintern im abgefallenen Laub, aber auch in Pflanzenresten aus der Umgebung. Es gibt Ausnahmen vom normalen Erscheinungsbild. Bei Erdbeeren zeigt sich nicht der mehlige Belag auf den Blättern. Dagegen färbt sich die Blattunterseite rot. Die Blätter rollen sich nach oben ein. Bei Weinreben sieht der Befall ähnlich aus. Hier kommt es mit Fortschreiten der Erkrankung auch zum Aufplatzen der Trauben.
  • Schönwetterpilz
  • Mag Temperaturen zwischen 20 und 25°C und Trockenheit
  • Einzelne Pilze haben eine Spezialisierung auf bestimmte Pflanzen
  • Besonders betroffen: Rosen, Astern, Möhren, Stachelbeeren, Gurken
  • Sporen werden hauptsächlich durch Wind und Insekten verbreitet
  • Harte Winter sind kein Problem
  • Überwinterungssporen überdauern in abgefallenen Blättern und in Pflanzenresten
  • Erste Symptome erscheinen schon früh im Jahr
Symptome des Falschen Mehltaus

Beim Falschen Mehltau dringt der Erreger, in diesem Fall ein Eipilz, tief in die Pflanze ein. Dabei entsteht ebenfalls ein weißlicher Belag, aber an der Unterseite der Blätter. Auf der Blattoberseite zeigen sich rötlich-violetten Flecken, manchmal auch gelbe bis braune Flecken, welche durch die Blattadern begrenzt bleiben. Knospen und Triebe trocknen aus und am Ende sogar die Früchte. Im Gegensatz zum Echten Mehltau wächst der Falsche besser bei feuchter und mäßig warmer bis kühler Witterung. Außerdem begünstigt ein zu hoher Stickstoffanteil im Boden die Ausbreitung. Der Pilz bildet ständig neue Unterarten, was die Bekämpfung nicht einfach macht.
  • Schlechtwetterpilz
  • Befällt sowohl Zier- als auch Gemüsepflanzen
  • Pilz dringt in die Pflanze ein, lebt zwischen den Zellen
  • Pilz wächst nach außen
Sporenträger auf den Blattunterseiten
  • Befall deutlich später als bei Echtem Mehltau
  • Pilz überwintert in den Triebspitzen, unter Knospenschuppen oder in abgefallenen Blättern
Mehltau vorbeugen

Vorbeugen ist bei diesem Pilzbefall besser als Heilen. Das fängt beim der Auswahl robuster oder resistenter Sorten an, geht über den
richtigen Standort und das entsprechende Substrat für die Pflanzen und Gehölze, bis zur Pflege, also das Pflanzen, die Bewässerung, Düngung, den Schnitt und die Überwinterung. Pflanzenstärkungsmittel helfen, die Gewächse zu kräftigen. Gesunde und starke Pflanzen können sich gegen Krankheitserreger besser zur Wehr setzen. Ackerschachtelhalmbrühe ist da sehr wirkungsvoll. Außerdem muss eine Überdosierung von Düngemitteln vermieden werden, vor allem von Stickstoff. Ausreichend Abstand zu Nachbarpflanzen sorgt dafür, dass die Blätter besser abtrocknen können, nicht zu lange nass oder feucht bleiben. Auch ein regelmäßiger Schnitt ist dabei hilfreich.
  • Resistente Pflanzensorten auswählen
  • Gibt es die nicht, auf widerstandsfähige Sorten

    zurückgreifen
  • Ausreichend Pflanzabstand
  • Passender Standort
  • Gute Luftzirkulation
  • Keine feuchten und schattigen Plätze
  • Pflanzenstärkungsmittel – Schachtelhalmbrühe, Knoblauchsud
  • Bestimmte Kräuter zwischenpflanzen, Kerbel, Schnittlauch, Basilikum
  • Gezielte Bewässerung, nicht auf die Blätter gießen
  • Morgens statt abends wässern
  • Nicht zu viel Stickstoff düngen
  • Boden mulchen, Unkraut entfernen
Mehltau bekämpfen

Mehltau Wichtig ist, die befallenen Pflanzenteile zu entfernen. Das kann mühsam sein, die ganzen Blätter abzuzupfen, aber es hilft und das ohne Chemie. Auch heruntergefallenes Laub muss aufgesammelt und entsorgt werden. Sind Triebe befallen, sollten diese weggeschnitten und ebenfalls entsorgt werden.

Tipp: Geräte und Schnittwerkzeuge kann organisches Material anhaften. Daran können Pilzsporen überwintern. Deshalb ist es sehr wichtig, dass nach Gebrauch alles gereinigt und Schnittwerkzeuge auch desinfiziert werden.

Beim Echten Mehltau hilft anfangs noch das Abwischen der Blätter, wenn das auch mühevoll ist. Einfacher ist, die befallenen Pflanzen einzusprühen. Ein Hausmittel ist dafür gut geeignet, nämlich Milch. Die Milch wird mit Wasser verdünnt (1:9) und dann auf den Pflanzen verteilt. Günstig ist, rundum zu besprühen, auch von unten. Die Behandlung sollte ein bis zweimal wiederholt werden, immer im Abstand von einigen Tagen. Wem diese Methode nicht geheuer ist, der kann auch niem- oder kieselsäurehaltige Präparate aus dem Handel nutzen. Wichtig ist, an einem Tag zu spritzen, an dem kein Regen droht. Es wird direkt auf die befallenen Stellen gesprüht, aber auch ringsum. Extrem umweltschonend ist der Einsatz von Nützlingen. Diese helfen nicht nur bei der Reduzierung von Schadinsekten, sie sind auch ideal für den Pflanzenschutz. Sie ernten den Pilzrasen. Leider wächst der wieder nach, aber trotzdem ist es hilfreich. Geeignet sind normale Marienkäfer, Zweiundzwanzigpunkt-Marienkäfer und Blattwespen.

Tipp: Die eingesammelten oder abgetrennten Blätter und Triebe gehören nicht auf den Kompost. Sie werden am besten im Restmüll entsorgt.

Alternativ kann Mehltau auch mit chemischen Mitteln bekämpft werden. Es gibt Breitbandfungizide, welche gegen unterschiedliche pilzliche Erreger helfen  und Spezialprodukte, beispielsweise für Rosen, Gemüse und andere Pflanzen. Einige Mittel helfen sowohl gegen den Echten, als auch gegen den Falschen Mehltau, andere nur gegen einen. Echter Mehltau – Rosenpilzfrei Saprol (Celaflor), Rosenpilzfrei Saprol (Celaflor), Naturen Netzschwefel WG (Celaflor) besonders für Gemüse
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Fazit

Bei einem Mehltaubefall handelt es sich meist um den Echten- oder den Falschen Mehltau. Beide werden durch Pilze hervorgerufen, allerdings durch unterschiedliche. So sind auch die Symptome recht verschieden. Es ist wichtig, die Mehltauart zu bestimmen, denn das ist für die Bekämpfung wichtig. Es gibt chemische Mittel, die helfen gegen beide Pilze, aber gerade bei den Hausmitteln geht man nur gegen einen der Erreger vor. Er muss also richtig identifiziert werden. Der Echte Mehltau ist einfacher zu bekämpfen, denn er bleibt oberflächlich, dringt nicht wie der Falsche Mehltau in die Pflanze selbst ein. Wichtig ist die Vorbeugung, dass es erst gar nicht zu einem Befall kommt.