Apfel-Gespinstmotte - Methoden zur Bekämpfung

Apfel-Gespinstmotte - Methoden zur Bekämpfung

Manche Naturerscheinungen erschrecken nur deshalb, weil wir sie nicht kennen. So grausen sich nicht wenige Menschen vor der Apfel-Gespinstmotte, wenn sie sich in ihrem Apfelbaum angesiedelt hat. So viel Besorgnis hat das kleine Tierchen wirklich nicht verdient:

apfel3 flDas Leben der Apfel-Gespinstmotte
  • Die Apfel-Gespinstmotte (Yponomeuta malinellus) ist ein kleiner weißer Schmetterling mit schwarzen Flecken, dessen Raupen schöne Gespinste als Wohnung bauen, in deren Schutz es sich prächtig speisen lässt. Zum Schaden Ihres Apfelbaumes, auf dessen Blätter die Raupen sich spezialisiert

    haben. Muss die Apfel-Gespinstmotte bekämpft werden, und wenn, womit?
  • Wenn im Frühjahr wie von Zauberhand weiße Gespinste in Ihrem Apfelbaum erscheinen, ist im letzten Sommer Folgendes passiert: Im letzten Juli haben Apfel-Gespinstmotten auf der Rinde dünner Apfelbaumzweige ihre Eier abgelegt und sie mit einer Schleimschicht bedeckt, die schnell hart wurde und seitdem eine wasserdichte Schutzschicht von rötlich-brauner Farbe bildete. Ein bis zwei Wochen später sind die Räupchen geschlüpft, die dann unter der Schutzschicht komfortabel überwinterten.
  • Sobald es im Frühjahr dauerhaft um 12 Grad warm wird, erwachen die Räupchen mit mächtigem Hunger, der zuerst in zarten Knospen und den Minen junger Blätter gestillt wird. Während der Apfelblüte häuten sich die kleinen Racker das erste Mal, tauchen aus den Blattminen auf und leben auf den Blättern. Die fleißigen Tierchen konstruieren nun die Gespinste, erst werden zwei Blätter bis auf die Nerven kahl gefressen und miteinander verbundenen, dann werden diese Grundkonstruktionen zu großen Gespinsten verbunden, in denen die geselligen Tierchen in Gruppen von 200 bis 300 Winzlingen leben und fressen. 
  • Das können sie ganz in Ruhe tun, das Gespinst schützt sie hervorragend vor allen Feinden. Wenn die Apfelbäume die überzähligen Fruchtanlagen abwerfen, verpuppen sich die Raupen in dicht aneinanderliegenden weißen Seidenkokons. Nach etwa einem Monat schlüpfen dann die kleinen Falter, die nur ein paar Wochen leben. In dieser Zeit paaren sie sich, wenig später beginnen die Weibchen mit der Eiablage, und alles geht von vorne los ... aber normalerweise nicht in Ihrem Apfelbaum, die Natur sorgt in der
    Regel dafür, dass im Folgejahr eine andere Wirtspflanze besucht wird.  
Bekämpfung der Apfel-Gespinstmotte
  • Milde Winter sorgen dafür, dass wirklich jedes kleine Räupchen gut durch die kalte Jahreszeit kommt. Dann wimmeln im Frühjahr viele grünlich-gelbe Räupchen in ihrem Apfelbaum, die ihre Wirtspflanze auch einmal völlig kahl fressen und so viele Gespinste flechten, dass der Apfelbaum aussieht, als wenn Oma ihm ihr weißes Haarnetz übergezogen hat.
  • Das ist aber immer noch kein Grund zur Panik, selbst wenn der ganze Baum mit Gespinsten überzogen ist, treibt er nach der Kinderaufzucht in aller Regel wieder prächtig aus, ohne dass ein bleibender Schaden entsteht. Da die Raupen hauptsächlich von Mai bis Juni fressen, schafft der Baum meist noch einen sogenannten Johannistrieb, um den 24. Juni im gleichen Jahr.
  • Wenn die Schneelandschaft jedoch genau neben einem Sitzplatz entsteht, kann sie wenig naturverbundene Menschen stören. Dann kann natürlich etwas unternommen werden, die Gespinste können zum Beispiel einfach entfernt werden.
  • Im Obstbau wird bei starkem Befall auf biologische Bekämpfung gesetzt, bei der natürliche Feinde wie die Erzwespenart Ageniaspis fuscicollis eingesetzt werden. Eine solche Aktion erscheint im Hausgarten meist etwas überdimensioniert, wenn die kleinen Wespen zu zahlreich werden, mögen das vielleicht auch nicht

    alle Gartenbenutzer.
  • Es gibt natürlich auch viel Chemie, die den Raupen schädlich werden kann. Naturkundler raten jedoch dringend von der Verwendung chemischer Insekten-Bekämpfungsmitteln ab, da diese auch Larven nützlicher Insekten vernichten. Wenn die Gespinste sichtbar sind, ist es ohnehin zu spät für die chemische Keule, die Fraßzeit geht dem Ende zu, das Gespinst schützt die Bewohner auch sehr gut vor dem Spritzmittel. Sie müssten das Präparat in jedes Gespinst einbringen, da geht absammeln wahrscheinlich schneller.
  • Wenn es doch unbedingt Chemie sein soll, sollten Sie sich vor Kauf und Anwendung der chemischen Präparate auf jeden Fall sehr gründlich informieren: Sie dürfen nur zugelassene Pflanzenschutzmittel verwenden und sollten auch immer genau nachlesen, was bei einer Anwendung in Menschennähe zu beachten ist. Es passiert zum Beispiel sehr häufig, dass im Internet irgendwelche Mittel gegen Schädlinge empfohlen werden, die in Deutschland schon lange nicht mehr zugelassen sind, bei der Anwendung drohen dann Bußgelder.
Vorbeugung für nächstes Jahr

Wenn Sie befürchten, dass die Natur ihr Versprechen nicht hält und Ihr Apfelbaum doch im nächsten Jahr wieder als Herberge herhalten muss, können Sie vorbeugen: Legen Sie einfach im September einen Leimring um den Stamm des Apfelbaumes. Dann können die flugunfähigen Weibchen nicht am Stamm hochkriechen und dort auch keine Eier ablegen.