Baumpilze: Bekämpfung bei Baumpilzbefall

Baumpilze: Bekämpfung bei Baumpilzbefall

Wie äußert sich ein Baumpilzbefall?

Baumpilze oder lignikole Pilze sind eine sehr große ökologische Gruppe von Pilzen, gegen die man leider nur sehr schwer vorgehen kann. Ein Baumpilz zeigt sich als auffälliger Schwamm, meist befällt er alte oder geschwächte Bäume. Es handelt sich um Holz zerstörende Pilze, die am Baum ihre Fruchtkörper bilden, diese Fruchtkörper sehen den Pilzen am Boden durchaus ähnlich, sind in der Regel jedoch härter.

baumpilz-pilz flWelcher Baumpilz ist es?

Es gibt viele Arten von Baumpilzen, alle

sind anders zu bekämpfen und unterschiedlich gefährlich. Sie können sich Fotos verschiedener Fruchtkörper unter der Webadresse http://www.baumportal.de/Pilze_Galerie/baumpilze.htm ansehen, vielleicht erkennen Sie ja “Ihren” Baumpilz.

Aber leider hilft Ihnen das nicht sehr viel. Wenn es sich nicht um Pilze handelt, die ausschließlich Totholz besiedeln, gibt deshalb das Baumportal auch bei fast jedem Baum die gleichlautende Handlungsempfehlung “Baum begutachten lassen.” In vielen Gemeinden können Sie sich zu diesem Zweck an die Pflanzenschutzämter wenden, in der Regel kostenlos, in der Sprechstunde wird Ihnen meist auch gleich gesagt, was tun ist. Auch der Baumdoktor hat einen Rat für Sie, in der Regel allerdings gegen Bezahlung.
 
Für jeden Einzelfall muss entschieden werden, ob es Gegenmittel gibt, ob diese vor Ort eingesetzt werden können oder ob sonstige sinnvolle Maßnahmen eingeleitet werden können. Das kann sich dann wie folgt gestalten:

Bekämpfung bei Erstbefall

Meist wird der Baumpilz erst bemerkt, wenn er bereits Fruchtkörper gebildet hat. Dann ist es für die Vorbeugung mit frei zugänglichen Pilzmitteln zu spät, der eigentliche Pilz sitzt längst im Baum. Sollte er sich ausnahmsweise auf einen Ast beschränken, könnte der Ast entfernt werden, das bringt aber auch nicht bei jedem Pilz etwas.

Wenn im Einzelfall entschieden wird, dass der befallene Baum komplett gefällt werden soll, können Sie ihn nicht einfach umhauen. Auch für diesen Baum gilt die örtliche Baumschutzverordnung: Wenn er geschützt ist, müssen Sie vor dem Fällen ein Gutachten vorlegen, dass den Pilzbefall nachweist. Aufgrund dieses Gutachtens wird dann eine Baumfällgenehmigung erteilt (die um 100,- Euro Gebühren kostet), dann dürfen Sie
fällen.

In der Regel bringt es allerdings wenig, befallene Bäume zu entfernen, da die Pilzsporen schon allgegenwärtig sind. Vielleicht werden Ihnen einige Maßnahmen empfohlen, die das Absterben hinauszögern, zu retten ist der Baum meist nicht mehr.

Wenn Ihr Baum so steht, dass er niemanden gefährden kann, können Sie ihn in Würde sterben lassen. Bäume mit Pilzbefall des Holzes können je nach Pilz noch viele Jahre leben und sogar Früchte tragen. Die Pilze verwirklichen an alten Bäumen einen natürlichen Recyclingprozess der Natur, der schon sehr lange funktioniert. Sie können den alten Baum von Kletterrosen, Clematis oder Efeu beranken lassen, er ist immer noch ein wichtiges Refugium für viele Vögel und Insekten. Wenn er sich dann irgendwann dem Pilz ergeben muss, können Sie auf dem Stumpf etwas aufstellen, Blumenschalen oder Vogeltränken beispielsweise, manche Gartenkünstler schnitzen aus dem verbliebenen Stumpf eine kunstvolle Statue. Das Altholz kann im Kamin verfeuert werden oder es wird an einer passenden Stelle im Garten aufgeschichtet. Ein solcher Totholzhaufen ist ein wunderbarer Unterschlupf für viele Tiere: Eidechsen, Blindschleichen, Igel, Molche, Mauswiesel, Insekten - vielleicht werden

Sie in der Folgezeit tolle Entdeckungen machen in Ihrem Garten ...

Wenn der umfallende Baum gefährlich werden kann, muss er rechtzeitig gefällt werden, siehe oben.

Ausbreitung verhindern

Das schlimmste an einem Pilzbefall ist, dass der Pilz sich immer dann nicht auf sein erstes Opfer beschränken wird, wenn er andere Opfer findet.

Es gibt Pilze, die sich durch die Luft verbreiten. Diese Pilze werden sich nur weiter ausbreiten, wenn Sie an anderen Bäumen eine Angriffsfläche finden. Das kann eine Astwunde sein oder eine andere Beschädigung am Stamm, solche Wunden sollten also bei einem Befall mit entsprechenden Pilzen sofort behandelt werden. Es gibt spezielle Wundverschlussmittel im Fachhandel, die Fungizide enthalten, allerdings auch in spezieller Art und Weise aufgetragen werden müssen. Zum Beispiel muss die Wunde vorbereitet werden, die Wundfläche darf meist auf keinen Fall komplett behandelt werden, Kernholz darf überhaupt nicht mitbehandelt werden, etc. Auch hier sollte also im Zweifel ein Fachmann die Anwendung übernehmen.

Noch schlimmer wird es, wenn es sich um einen wurzelbürtigen Pilz handelt. Ein solcher Pilz wird nun einen Baum nach dem anderen befallen, sogar scheinbar gesunde Bäume, die ihm aufgrund eines nur geringfügig suboptimalen Standortes eine Angriffsfläche bieten. Hier muss meist ein richtiger “Bekämpfungs-Schlachtplan” entworfen werden, das kann nur ein Fachmann.

Am besten gefeit sind Sie gegen einen Pilzbefall, wenn Sie den richtigen Standort für die richtigen Bäume von vornherein sorgfältig auswählen, junge gesunde Bäume werden nur selten von Pilzen befallen. Eine ganze Reihe von Baumpilzen kann man übrigens essen, andere werden für verschiedene Heilzwecke eingesetzt.