Schermaus im Garten erfolgreich bekämpfen

WühlmausSie ist ein kleines, graubraunes Pelzknäuel, 15 Zentimeter lang und treibt in der Erde ihr Unwesen. Die Schermaus fügt den Zier- und Nutzpflanzen des Gartens erheblichen Schaden zu. Im Visier hat der Schädling Blumenzwiebeln, Gemüse, Beerensträucher, Rosen und junge Bäume. Gnadenlos werden die zarten Wurzeln angeknabbert, sodass die Pflanzen entweder gar nicht oder nur kümmerlich gedeihen. Um dem gefräßigen Nager beizukommen, ist eine ausgeklügelte Strategie gefragt. Wie Sie die Schermaus im Garten erfolgreich bekämpfen, finden Sie hier heraus.  

Verwühlprobe zur Identifizierung

Im

Vorfeld der Bekämpfung ist sicherzustellen, dass es sich tatsächlich um eine Schermaus handelt und nicht um den geschützten Maulwurf. Die Beschaffenheit der Erdhaufen gibt ersten Aufschluss. So sind die Hügel einer Wühlmaus kleiner und mit Pflanzenresten vermischt. Die Gänge einer Schermaus sind dagegen deutlich höher, als diejenigen des Maulwurfs. Um auf Nummer sicher zu gehen, führen umsichtige Hobbygärtner zusätzlich die Verwühlprobe durch. So gehen Sie dabei vor:
  • Neben einem Erdauswurf den Boden kreisförmig mit einem Stab abtasten
  • Sinkt der Stab ruckartig ins Erdreich, wurde ein Gang getroffen
  • Den Gang mit einem Spaten auf einer Länge von 30 Zentimetern freilegen
  • In jede der beiden gesäuberten Öffnungen eine Möhre legen
Eine Schermaus verwühlt den offenen Gang innerhalb kurzer Zeit und nagt die Möhren an. Ein Maulwurf dagegen unterwühlt den geöffneten Gang und rührt die Möhren nicht an.

Fallen

Da die Schermaus keinen Winterschlaf hält, ist die Bekämpfung im Garten während des ganzen Jahres möglich. Der Spätherbst und das zeitige Frühjahr haben sich erfahrungsgemäß als die effektivsten Zeitfenster erwiesen, insbesondere für den Einsatz von Fallen. Es steht eine breit gefächerte Palette an Fang-Konstruktionen zur Auswahl bereit:
  • Bayerische Drahtfalle
  • Klassische Zangenfalle
  • Kippbügelfalle
  • Röhrenfalle
  • Patentierte SuperCat Kasten-Falle
SchermausDa Wühlmäuse über einen äußerst sensiblen Geruchssinn verfügen, dürfen die Fallen nicht mit bloßen Händen angefasst werden. Idealerweise berühren Sie die Konstruktion mit alten Handschuhen, die zuvor mit Erde verrieben wurden. Metallene Fallen werden gründlich mit geruchsneutraler Kernseife gereinigt, um den Ölfilm zu entfernen. Anschließend stecken Sie die Fangvorrichtung für eine Woche in einem mit Gartenerde gefüllten Eimer. So stellen Sie eine Falle auf:
  • Als Köder Apfel- oder Selleriestücke, Kartoffeln oder Möhren verwenden
  • Den verwühlten Gang erneut freilegen
  • Die Falle am Eingang positionieren
  • Lichtdicht verschließen durch einen umgestülpten schwarzen Eimer oder ein Holzbrett
Sofern Sie sich für die Verwendung einer Kastenfalle mit nur einem Eingang entscheiden, platzieren Sie in den Gang zwei Exemplare mit einander abgewandten Zugängen. Da die Schermaus und ihre Nachkommen ein weitläufiges Gangsystem anlegen, werden etappenweise alle entdeckten aktiven Röhren mit Fallen versehen. Für ein Areal mit 500 Quadratmetern, sind durchschnittlich 20 Fallen erforderlich, um einer Schermaus-Plage Einhalt zu gebieten.

Tipp: Da die Schermaus sich nicht auf die Unterwanderung eines einzelnen Grundstücks beschränkt, erzielt eine konzertierte Aktion mit den Nachbarn mehr Erfolg in der Bekämpfung.

Begasung

Die verschiedenen Methoden einer Begasung zielen darauf ab, die Schermaus auf Dauer zu vergrämen. Die folgenden Präparate haben sich im Hausgarten bewährt:

DELU Wühlmausgas

Indem Brocken aus Calciumcarbid
mit der Feuchtigkeit im Erdreich reagieren, durchströmt ein für die Schermaus unerträglicher Geruch den Gang. Die Nager packen umgehend die Koffer und ziehen von dannen. Zurück bleibt

ein Düngekalk, der sowohl für den Boden als auch für die Pflanzen unschädlich ist.

Neudorff Wühlmausgas

Mithilfe einer Rauch-Kartusche, verbreitet sich in den Gängen ein Gas auf der Basis von Rizinusöl. Es erfolgt eine Trennung zwischen den Schädlingen und ihren Nahrungsquellen mit dem Resultat, dass sie das Gelände verlassen. Insbesondere im sandigen Boden erweist sich der Rauch als effektiv, da er länger als reines Gas in der Erde verweilt.

Norax Wühlmaus Schock

Das Präparat setzt auf die Wirkstoffkombination aus Nelken-, Knoblauch- und Patschuliöl mit Alkohol. Zunächst sind die Gänge ausfindig zu machen, um das Granulat mithilfe von Bohrlöchern einzubringen. Dort entwickelt sich der vergrämende Geruch, nachdem die Löcher verschlossen wurden. Diese Vergrämungsmittel entfalten ihre optimale Wirkung nur dann, wenn die Gänge sogleich dicht verschlossen werden.

Tipp: Tödliche Fraßgifte kommen dem umweltbewussten Hobbygärtner nicht durch die Gartenpforte. Zu groß ist die Gefahr, dass Kinder, Haustiere und Nützlinge zu Schaden kommen. Darüber hinaus nehmen Schermäuse aufgrund des großen Nahrungsangebotes ohnehin eine zu geringe Menge des Giftköders auf.

Natürliche Feinde

Die Schermaus steht einer großen Gemeinde natürlicher Feinde gegenüber, die Sie als Schützenhilfe in den Garten locken. Schon eine motivierte Katze hält die Schermaus-Plage unter Kontrolle. Hunde erweisen sich hingegen als weniger hilfreich, denn die Vierbeiner schrecken nicht davor zurück, im Eifer des Gefechtes den Garten in eine Kraterlandschaft zu verwandeln. In ländlichen Regionen lädt ein naturnah gestalteter Garten die folgenden tierischen Sekundanten ein im Kampf gegen die Schermaus:
  • Für Wiesel Steinhaufen aufschichten als Rückzugsort
  • Einem Mäusebussard Sitzstangen anbieten als Ausguck
  • Eulen ein Einflugloch in die Scheunenwand bohren
Wo sich vierbeinige oder geflügelte Verbündete des geplagten Gärtners tummeln, haben Schermaus-Kolonien auf Dauer keine Chance. In diesem Fall erübrigen sich überdies aufwändige Fallen und andere Bekämpfungsmethoden.

Pflanzen mit Draht-Körben

SchermausFallen verschleißen, Gerüche verwehen und Freßfeinde wandern ab. Vollkommene Sicherheit verspricht keine der klassischen Bekämpfungsmethoden gegen die Schermaus. Wer sich indes die Mühe macht, jede einzelne Pflanze gegen Verbiss zu schützen, schafft ein Maximum an Prävention. Das gelingt mit einem engmaschigen Drahtkorb, der jeglichen Wurzelkörper vor den knabbernden Schermäusen zu bewahren vermag. Mit einer Maschenweite von 13 mm und einer Drahtstärke von 0,7 mm halten Sie das richtige Material in Händen. Mit ein wenig handwerklichem Geschick konstruieren Sie einen Pflanzkorb selbst oder Sie erwerben fertige Geflechte im Fachhandel. So funktioniert die Anwendung im Garten:
  • Das Pflanzloch entsprechend der Korbabmessung ausheben
  • Den Korb einsetzen und zu einem Drittel mit dem Aushub füllen
  • Am feuchten Standort zwischen Drahtkorb und Pflanzerde eine Schicht Sand als Drainage verteilen
  • Für Wurzelpflanzen die Erde kegelförmig, für Knollen und Zwiebeln waagerecht ausbreiten
  • Die Pflanze mit fächerartig ausgebreiteten Wurzeln bzw. Blumenzwiebeln im richtigen Abstand einsetzen
  • Die restliche Erde einfüllen und andrücken
Sollte der Pflanzkorb über einen Deckel verfügen, biegen Sie diesen nun auf das Substrat herunter bis dicht an den Pflanzenstamm. Zwiebelblumen wachsen später durch den Maschendraht hindurch. Damit das Drahtgeflecht das optische Erscheinungsbild nicht beeinträchtigt, breiten Sie eine letzte Schicht aus Substrat oder Mulch darüber aus. Handelt es sich bei der zu schützenden Pflanze um einen Strauch oder Baum, ist auch nach Jahren keine schädliche Einengung des Wurzelballens zu befürchten. Das dünne Drahtgeflecht wächst zunächst ein und wird später mechanisch gesprengt aufgrund des Wurzeldrucks. Zu diesem Zeitpunkt wagt sich längst keine Schermaus mehr, daran herumzuknabbern.
 
Fazit

Wo sich die Schermaus eines Gartens zu bemächtigen droht, besteht unmittelbarer Handlungsbedarf. Je frühzeitiger Sie dem Schädling den Kampf ansagen, desto geringer ist der Schaden an den Zier- und Nutzpflanzen. Erscheinen kleinen Erdhügel in Beet und Rasen, bringt die Verwühlprobe letzte Gewissheit, ob es sich tatsächlich um eine Wühlmaus handelt. Die systematische Anordnung von Fallen oder die vergrämende Begasung verfügen über die besten Erfahrungswerte im Kleingarten. Damit Sie erst gar nicht über derartige Bekämpfungsmethoden nachdenken müssen, sorgt ein naturnah gestalteter Garten für die Ansiedlung einer möglichst dichten Population an natürlichen Feinden von Wühlmäusen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, pflanzt grundsätzlich mit Draht-Körben, dem praktischen Überall-Schermaus-Stopp.