Gallwespen an Yucca-Palmen und Laubbäumen bekämpfen

Gallwespen an Yucca-Palmen und Laubbäumen bekämpfen LaubbaumEin Schädling, von dem vor allem Yucca-Palmen und Laubbäume betroffen sind, ist die Gallwespe. Es handelt sich um eine ein bis fünf Millimeter große schwarz gefärbte Wespenart. Sie legt ihre Larven auf den Blättern von Bäumen und Gewächsen ab. Die Larven geben dort Sekrete ab, die zur Bildung der so genannten Gallen führen. Diese Gallen nutzen die Larven als Schutzraum und ernähren und entwickeln sich dort. Es gibt rund 100 verschiedene Gallwespenarten, die an unterschiedlichen Pflanzen in

Erscheinung treten. Am häufigsten wird der Gallwespenbefall an Yucca-Palmen, Brombeeren, Rosengewächsen, Ahorn und anderen Laubbäumen beobachtet. Dabei können die Gallwespen neben den Blättern auch Knospen, Blütenstände, Früchte und Wurzeln angreifen. Die Wespen treten in bis zu zwei Generationen jährlich auf.

Vorbeugung - kurz aufgelistet

Damit es erst gar nicht zum Gallwespenbefall kommt sollte man die folgenden Vorbeugemaßnahmen beachten:
  • Man sollte keine Pflanzen aus verseuchten Zonen erwerben.
  • Man sollte sich über die Verbreitung der Gallwespe informieren, bevor man Pflanzen einführt.
  • Man sollte kein Pflanzenmaterial vermehren, dessen Herkunft unklar ist.
  • Man sollte keine Pflanzen einführen oder kaufen, deren Herkunft unklar ist.
Das Schadensbild an den betroffenen Pflanzen

Die durch die Wespen hervorgerufenen Gallen haben je nach Wespenart eine Größe von wenigen Millimetern bis mehrere Zentimeter. Von kleineren Gallen können bis zu 100 gleichzeitig an einem Blatt auftreten. Die Gallen können kugelrund, linsenförmig, buckelartig sein oder unregelmäßige Auswüchse aufweisen. Einige Gallen sind schwammartig, andere weisen eine sehr feste Konsistenz auf. Die älteren Gallen verholzen und schädigen das Blattwerk. An Laubbäumen und anderen Pflanzen können sowohl die Ober- als auch die Unterseite der Blätter von den Gallwespen betroffen sein. Weitere typische Orte, an denen Gallen auftreten können, sind Eichelbecher, Knospen,
Wurzeln und Blütenstände.

Den Gallwespenbefall erkennen

Leider ist es nicht ganz einfach, den Gallwespenbefall rechtzeitig zu erkennen. Es handelt sich um einen diskreten Schädling, der bei Kauf und Pflanzung noch nicht ersichtlich ist. Erst zur Zeit des Austriebs werden die gut versteckten Larven aktiv, und es bilden sich die Gallen auf Blättern, Blütenständen und Knospen. Die Gallen behindern eine gesunde Blattentwicklung und schädigen die Blüten. Die Pflanze stirbt bei einem Gallwespenbefall nicht sofort ab, wird aber geschwächt und verliert ihre Produktivität. Dies führt dazu, dass sich weitere Krankheiten und Schädlinge einstellen. Gallwespenbefall ist in einigen Bundesländern meldepflichtig und die Bekämpfung ist obligatorisch.

Die Bekämpfung der Gallwespe

Da die Gallwespe aus dem asiatischen Raum eingeschleppt wurde, liegen in Europa noch kaum Erkenntnisse über wirkungsvolle Bekämpfungsmethoden vor. Sowohl mechanische, als auch chemische Verfahren behindern die weitere Ausbreitung der Gallwespe kaum. Dies liegt daran, dass die Larven im Inneren der Galle gut geschützt sind. Nur wenige Insektizide dringen bis dorthin durch. Das Herausschneiden betroffener Blätter gestaltet sich sehr aufwändig. Im Anfangsstadium des Befalls kann es jedoch hilfreich sein, wenn man lokale Befallsherde herausschneidet und vernichtet. Verseuchtes Pflanzenmaterial sollte verbrannt oder im Hausmüll entsorgt werden. In Japan hat man mit biologischen Bekämpfungsverfahren gute Erfahrungen gemacht. Dazu verwendet man eine chinesische Schlupfwespenart. Dieser Fressfeind der Gallwespe ist in der Lage, die Population und damit den Befall einzudämmen. In Italien wurde diese Methode bereits erfolgreich erprobt. Allerdings ist zurzeit

noch kaum bekannt, welchen Einfluss die Einführung der chinesischen Schlupfwespe auf die europäische Pflanzen- und Tierwelt hat.

Betroffene Pflanzen gezielt zurückschneiden

Zurzeit gibt es zum Zurückschneiden der von Gallwespen befallenen Pflanzen eine echte Alternative. Das gründliche Beschneiden sollte möglichst im Frühjahr erfolgen. Sämtliche betroffene Triebe sind zu entfernen und zu vernichten. Die geschädigten Pflanzenteile erkennt man an der charakteristischen Gallenbildung. Wichtig ist, dass der Schnitt vor dem Ausschlüpfen der Wespen erfolgt, weil man ansonsten mit dem Befall durch eine zweite Wespengeneration rechnen muss. Mit einem gezielten Rückschnitt kann man kleinere Befallsherde gut beseitigen, ist aber für größere Flächen sehr aufwändig und wenig effektiv. Hier hilft nur der Einsatz von Nützlingen, die die Wespenpopulation dezimieren.