Rüsselkäfer, Curculionidae erfolgreich bekämpfen

RüsselkäferRüsselkäfer können den Hobbygärtnern in Garten und auch im Haus das Leben schwer machen. Denn vor Ihnen sind keine Blumen und Pflanzen sicher. Viele der Käfer sind nachtaktiv und hinterlassen an den Blättern runde Löcher. Die Larven hingegen leben im Boden und fressen die Wurzeln der befallenen Pflanzen. Da die Rüsselkäfer als große Schädlinge nicht nur im Garten sondern auch wirtschaftlich gelten, gibt es mittlerweile effektive Methoden, Curculionidae erfolgreich zu bekämpfen.

Schädlinge erkennen

Um einen massiven Befall durch die Rüsselkäfer bekämpfen zu können,

muss der Hobbygärtner diese auch erst einmal erkennen und in seinem Garten ausfindig machen. Die verschiedenen Arten unterscheiden sich untereinander in vielen Dingen, wie Größe oder Farbe, aber eines haben sie alle gemeinsam, den Rüssel, der die Mundpartie verlängert. Folgende Käfer halten sich gerne auch in hiesigen Gärten auf:
  • Graurüssler hält sich vorwiegend an Kiefern auf
  • besitzt einen sieben bis zehn Millimeter langgestreckten Körper
  • Schuppen schattieren zwischen hellgrau und kupferfarben
  • Körper ist dunkelbraun bis schwarz
  • die Fühler des Käfers changieren ins rot-braune
  • großer brauner Rüssler, bevorzugt Koniferen und alle Arten von jungen Bäumen
  • Körper mit braun-grauem Panzer wird bis zu vierzehn Millimeter lang
  • gelbe Flecken und Streifen auf den Flügeln
  • Dickmaulrüssler, lässt sich auf Gehölzen und krautigen Pflanzen nieder
  • ist vor allem in der Dämmerung und der Nacht aktiv
  • zehn Millimeter langer Körper mit schwarz gekörnter Oberseite
Tipp: Jeder Gärtner sollte unbedingt darauf achten, dass er auf keinen Fall einen Befall durch den Dickmaulrüssler erduldet, da gerade diese Art der Rüsselkäfer im heimischen Garten die meisten Schäden anrichten kann.

Vorbeugen

Einem Befall durch Rüsselkäfer kann durchaus mit einem natürlichen Gleichgewicht im Garten vorgebeugt werden. Denn wer seinen Garten so naturnah wie möglich gestaltet, lockt damit auch viele natürliche Feinde des Rüsselkäfers an. Hierzu gehören unter anderem viele Vogelarten, Tausendfüßler, Spitzmäuse, Eidechsen, Igel, Spinnen und Erdkröten. Fühlen sich diese Tiere im eigenen Garten wohl, hat der Rüsselkäfer keine Chance, sich auszubreiten. Daher bieten sich folgende Unterschlupfmöglichkeiten für die Fressfeinde an:
  • Steinmauern als Unterschlupf für Eidechsen und Mäuse
  • Blätter unter den Bäumen nicht entfernen sondern kleine Haufen für Igel, Mäuse oder auch Tausendfüßler schaffen
  • Mischkulturen und Bodendecker als Unterschlupf anlegen
  • Ecken mit Asthaufen
  • auf torfhaltiges Substrat verzichten, da Rüsselkäfer Torf für die Brutablage bevorzugen
  • neue Pflanzen nur im gut sortierten Fachhandel besorgen, damit keine Larven der Rüsselkäfer eingeschleppt werden
Tipp: Ein oder zwei Rüsselkäfer im heimischem Garten gesichtet, sind nicht schlimm, denn eigentlich sind es nützliche Tiere, da sie den Boden rund um die Pflanzen bearbeiten und somit locker halten. Werden jedoch massive Fressschäden an den Pflanzen festgestellt, sollte gehandelt werden.

Nematoden als biologische Waffe

Gegen Rüsselkäfer gibt es eine biologische Waffe, die gegen die Larven sowie auch die ausgewachsenen Käfer gut hilft. Jedoch sollte diese nur bei einem massiven Befall des Gartens durch Rüsselkäfer eingesetzt werden. Unter Nematoden versteht der Experte weiße oder auch farblose Fadenwürmer, die allerdings so klein sind, dass sie ohne Mikroskop nicht erkannt
werden. Diese Fadenwürmer sind im Fachhandel in einem Pulver gegen die Larven oder einem Gel gegen die erwachsenen Käfer erhältlich.

Nematodeneinsatz gegen Larven

RüsselkäferUm gegen die Larven der Rüsselkäfer eingesetzt werden zu können, wird das

Pulver mit Wasser vermischt. Auf diese Weise erwachen die Nematoden aus ihrem Schlaf und werden aktiv. Das Wasser-Pulver-Gemisch kann einfach mit der Gießkanne im Garten verteilt werden. Da sich die Larven im Boden aufhalten, werden sie von den Nematoden aufgespürt und sterben etwa 24 bis 48 Stunden nach dem Angriff ab. Bei der Anwendung müssen aber einige Faktoren unbedingt beachtet werden:
  • die Art des Schädlings ist genau bekannt
  • die Rüsselkäferlarven sprechen je nach Art auf die verschiedenen Nematoden an
  • nicht alle Nematoden sind für Kälte oder Wärme geeignet
  • daher auch hier darauf achten, dass die richtigen Nematoden gewählt werden
  • das Pulver mit den Fadenwürmern sofort verwenden
  • bei der Dosierung auf die Herstellernachweise achten
  • behandelte Pflanzen direkt nach der Anwendung nicht zusätzlich gießen
  • nicht in der prallen Sonne anwenden
  • Boden für zwei Wochen feucht halten
  • die Behandlung mit dem Pulver wiederholen
  • den Boden während der Zeit der Behandlung nicht kalken
Tipp: Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, dass die Erde unter den behandelten Pflanzen bei der Behandlung mit den Fadenwürmern nicht zu nass wird, denn diese sind Nichtschwimmer und können sich bei zu viel Wasser keinen Weg durch die Erde zu den Larven der Rüsselkäfer bahnen.

Auch die Pflanzen im Gewächshaus und in den Kübeln können durchaus von den Larven und den erwachsenen Rüsselkäfern befallen werden. Für einen solchen Fall erhält der Hobbygärtner im Fachhandel ein flüssiges Substrat, das sich in Stäbchen befindet. Diese werden einfach in die Erde der befallenen Kübel und Kästen gesteckt und sind meist ausreichend für die im Kübel befindliche geringe Menge Erde.

Erwachsene Curculionidae bekämpfen

Auch die erwachsenen Rüsselkäfer können mit den Nematoden bekämpft werden. Hierzu erhält der Gartenfreund eine Köderfalle im Handel, die mit einem Gel, das Fadenwürmer enthält, gefüllt wurde. Durch spezielle Lockstoffe werden die Käfer nun in diese Falle gelockt. Kommen sie mit dem Gel in Berührung, infizieren sie sich und versterben in den nächsten 24 bis 48 Stunden. Eine Köderfalle reicht hier meist für eine Zeit von sechs Wochen auf einem leicht feuchten, etwa 10 qm² großen Stück Boden.

Natürliche Mittel

Doch es gibt auch für die Natur sanfte Mittel, die gegen die erwachsenen Rüsselkäfer Einsatz im Garten finden können. Allerdings sind nicht alle Mittel auch gegen die Larven geeignet:
  • RüsselkäferFalle aus Holzwolle für die nachtaktiven Käfer
  • Blumentöpfe mit Holzwolle füllen und umgedreht im Garten aufstellen oder -hängen
  • die Rüsselkäfer finden dort am Tag Unterschlupf
  • so können sie ganz einfach mit der Holzwolle entsorgt werden
  • Bretter rund um die befallenen Pflanzen legen
  • hierunter sammeln sich die nachtaktiven Rüsselkäfer am Tag zum Schlafen
  • so können sie einfach eingesammelt und entsorgt werden
  • da Rüsselkäfer nachts aktiv sind, können sie auch in der Dunkelheit mit einer Taschenlampe aufgespürt werden
  • fühlen sie sich ertappt, stellen sie sich tot und können so leicht aufgesammelt werden
  • Neempresskuchen, natürlicher Dünger für die Pflanzen, schädlich für die Käfer und die Larven
  • niemals gemeinsam mit Nematoden anwenden, da diese auch Schaden nehmen
  • Neempresskuchen rund um die Pflanzen in die Erde einarbeiten
  • das beinhaltete Neemöl wird von den Pflanzen aufgenommen
  • Rüsselkäfer und Larven mögen dieses nicht und halten sich von den behandelten Pflanzen fern
  • Anwendung ungefähr alle acht bis zehn Wochen wiederholen
Fazit

Einen massiven Befall im Garten durch den Rüsselkäfer erfolgreich zu bekämpfen, ist nicht ganz einfach, aber mit den richtigen Mitteln kann es eine effektive Wirkung haben. Vor allem ist wichtig, dass der Hobbygärtner, wenn er einen Befall in seinem Garten feststellt, die Art des Käfers bestimmt. Denn nur so können auch die biologischen Gegenmittel sinnvoll eingesetzt werden. Doch Vorbeugen ist immer noch die beste Lösung, um gar nicht erst mit Rüsselkäfern in Kontakt zu kommen. Indem ein natürlicher Garten geschaffen wird, mit vielen Unterschlüpfen und wenig chemischen Mitteln, können auch die natürlichen Fressfeinde des Curculionidae angelockt werden und der Garten bleibt so auf natürliche Weise weitgehend rüsselkäferfrei.