Schildläuse an Oleander, Orchideen, Zitronenbaum

Schildläuse auf Oleander, Orchideen und Zitronenbaum OleanderSchildläuse (Coccoidea) sind saugende Insekten, die bis zu 5 mm groß werden. Die Weibchen tragen einen Schild, der je nach Art weiß bis braun und rund oder länglich sein kann. Unter diesem Schild befinden sich die Eier. Schildläuse durchlaufen mehrere Larvenstadien. Im ersten Stadium sind sie beweglich, später sind die Weibchen unbeweglich während die Männchen beweglich bleiben und auch fliegen können.

Schildläuse gehören zu den Schädlingen, die sich explosionsartig vermehren können und nur sehr schwer zu

bekämpfen sind. Sie bevorzugen hartlaubige Pflanzen wie Orchideen, Oleander und Zitronenbaum. Die Tiere sitzen sowohl an den Stämmen als auch auf den Blattober- und Blattunterseiten entlang der Blattadern.

Schadbild

Schildläuse schädigen die Pflanzen hauptsächlich durch Saugen von Pflanzensaft aus den Blattadern. Hierzu haben die Weibchen einen Stachel durch den sie einerseits den Pflanzensaft saugen, andererseits ein Sekret und Fructose abgeben. Das Sekret schadet der Pflanze zusätzlich. Die Saugstelle ist eine ideale Eintrittsstelle für Pilze, für die die Fructose ein Nährmedium darstellt. Auch Ameisen werden von Fructose angezogen.

Schildläuse an OrchideenErste Anzeichen eines Schildlausbefalls sind klebrige Stellen auf den Blättern. Im weiteren Verlauf verfärben sich die Blätter, welken und fallen ab. Auch die Blüten verformen sich.

Bekämpfung

Die Bekämpfung der Schildlaus ist schwierig und langwierig. Die Eier sind unter dem Schild gut gegen Spritzmittel geschützt. Deshalb kann man hier nur mit systemischen Mitteln arbeiten. Dies sind Mittel, die von der Pflanze aufgenommen werden.
Als erste Maßnahme sollten befallene Pflanzen unbedingt isoliert werden um ein weiteres Ausbreiten des Befalls auf andere
Pflanzen zu verhindern. Dann steht die Entscheidung an ob man zu Hausmitteln, ungiftigen ölhaltigen Produkten oder chemischen Mitteln greifen will. Bei einem geringen Befall kann man es erst mal mit „milderen“ Methoden versuchen, bei starkem Befall hilft nur Chemie.

Hausmittel
  • Abschaben mit Alkohol:
Hierzu wird ein Wattestäbchen in hochprozentigen Alkohol getaucht, die Schildläuse damit ausgiebig betupft und anschließend abgeschabt. Aber Vorsicht: Die Eier sitzen unter den Schilden, d.h. man muss hier sehr gründlich vorgehen und die Pflanzen in der Folgezeit immer wieder auf Schildläuse kontrollieren. Die abgeschabten Schildläuse in einem verschlossenen Plastikbeutel in den Restmüll geben um weitere Ausbreitung zu verhindern.
  • Abschneiden der befallenen Blätter:
Sind bei einem sehr geringen Befall nur wenige Blätter betroffen, kann man diese abschneiden. Unbedingt auch die Blattunterseiten und den Stamm untersuchen. Die abgeschnittenen Blätter verbrennen oder in einem geschlossenen Plastikbeutel in den Restmüll geben.
  • Teebaumöl, Niemöl oder Kernseife:
Teebaumöl und Niemöl auf keinen Fall beim Zitronenbaum anwenden! Zitruspflanzen reagieren darauf mit Blattabwurf.

Hierzu wird ein Lappen mit Teebaumöl, Niemöl oder Kernseifenlauge getränkt und die Schildläuse damit von den Pflanzen abgerieben. Eventuell mit einem Messer nachschaben.
Bei einem größeren Befall kann die Pflanze auch mit einer Kernseifenlösung eingesprüht werden. Nach ca. zwei Stunden wird dann die Pflanze mit einem Wasserstrahl abgespritzt.

Ölhaltige Mittel

Diese Mittel werden als Spray angeboten und wirken indem sie die Schildläuse durch einen Ölfilm mit der Pflanzenoberfläche verbinden und ersticken. Das ist zwar sehr wirkungsvoll, leider verkleben dabei aber auch die Blattporen. Daher besser

nur die Stämme, Äste und Astgabeln einsprühen und für die Blätter ein Wattestäbchen besprühen und damit die Blattläuse betupfen.
Für Oleander auf keinen Fall „Promanal“ benutzen! Dieses Mittel enthält Mineralöl-Bestandteile, die Oleander nicht verträgt. Für Oleander kann „Naturen“ verwendet werden. Es enthält Rapsöl, das vertragen wird.

Chemische Mittel

Bei chemischen Mitteln unbedingt auf Bienenverträglichkeit achten, wenn die Pflanzen draußen stehen! Diese Produkte werden als Stäbchen, die in die Erde gesteckt werden, oder als Granulat zum Einarbeiten in die Erde angeboten. Die Wirkstoffe werden von der Pflanze über die Wurzeln aufgenommen und in der Pflanze verteilt. Die Schildläuse nehmen sie über den Pflanzensaft auf. Problematisch an dieser Methode ist, dass die Präparate in der Regel auch Dünger enthalten. Hierdurch kann es leicht zu einer Überdüngung kommen, die die Pflanze schädigt.