Kirschblattlaus - Blattläuse an Kirschbäumen bekämpfen

Kirschblattlaus - Blattläuse an Kirschbäumen bekämpfen KirschbaumKirschbäume zählen zu den Baumarten, die am häufigsten in Gärten gepflanzt werden. Sie machen es nicht nur möglich, schmackhafte Kirschen zu ernten, sondern sind auch immer wieder ein Fest für die Augen, wenn sie in voller Blüte stehen. Umso ärgerlicher ist es, wenn der Kirschbaum von Schädlingen befallen wird. Einer der gefährlichsten Schädlinge ist die gefräßige Blattlaus. Um größere Fraßschäden zu verhindern, sollte man schnell einschreiten und die Blattläuse mit effektiven Mitteln bekämpfen. Dazu muss man nicht

unbedingt sofort zur chemischen Keule greifen. Bevor man sich Pestizide im Fachhandel besorgt, sollte man es mit bewährten biologischen Mitteln versuchen.

Biologische Mittel im Kampf gegen Blattläuse

Es gibt viele verschiedene Möglichkeiten, gegen Blattläuse an Kirschbäumen mit biologischen Mitteln effektiv vorzugehen. Bewährt hat sich unter anderem die Anwendung von Brennnesseljauche. Man legt Brennnesseln mindestens einen Tag lang in Wasser ein. Es genügt ein Kilogramm Brennnesseln auf 5 bis 10 Liter Wasser. Durch das Einweichen tritt Silizium aus den Blättern aus, mit dem man den Blattläusen zu Leibe rücken kann. Den gesamten Kirschbaum besprüht man nun mit Brennnesseljauche. Diese macht die Blätter härter, so dass sie von den Blattläusen nicht mehr gefressen werden können. Wichtig ist aber, dass man den gesamten Baum einsprüht, damit die Blattläuse nicht die Möglichkeit haben, einfach an eine andere Stelle auszuweichen.

Kirschbaum mit FrüchtenGute Ergebnisse werden auch mit Seifenlösungen erzielt. Dafür benötigt man 100 Gramm Schmier- oder Kernseife, zwei Liter Wasser und 150 Milliliter Spiritus. Diese Zutaten werden vermischt, und der Kirschbaum wird mit der Seifenlösung besprüht. Dabei ist es wichtig, nur die Blattunterseiten zu besprühen und die Seifenlösung nicht an heißen Tagen aufzubringen, weil dies dem Kirschbaum schadet. Eine für den Kirschbaum verträglichere Lösung ist Tabaksud. Man kocht in einem alten Topf den Sud auf Tabakpflanzen heraus. Anschließend filtert man den Sud
durch und besprüht mit der Lösung die Blattunterseiten. Bei hartnäckigem Blattläusebefall muss man die geschilderten Maßnahmen unter Umständen mehrfach wiederholen. Die biologischen Varianten der Blattlausbekämpfung auf einen Blick:
  • Brennnesseljauche
  • Seifenlösung
  • Tabaksud
Den Blattlausbefall direkt bekämpfen

Bei geringem Befall genügt es häufig schon, die Blattläuse mit einem scharfen Wasserstrahl von den Blättern zu entfernen. Um sicher zu gehen, kann man zusätzlich stark geschädigte Triebspitzen abschneiden und mitsamt den Blattläusen entsorgen. Wenn der Befall zu stark ist und die Entfernung der Blattläuse oder biologische Mittel nicht mehr helfen, sollte man es mit Präparaten auf der Basis von Kaliseife und Rapsöl versuchen. Sprüht man damit den Kirschbaum gründlich ein, sollten die Blattlausplage ihr Ende gefunden haben. Bei der Auswahl der Präparate ist es wichtig, darauf zu achten, dass sie nur Schädlinge und keine Nützlinge eliminieren. Eine andere effektive Variante sind spezielle Pflaster, die Wirkstoffe gegen Blattläuse enthalten. Sie werden einfach um die Äste des Kirschbaums gelegt und entfalten ihre Wirkung über zwei Monate hinweg. Bei Kirschbäumen hat sich auch die so genannte Austriebsspritzung als sehr effektiv erwiesen. Sie muss durchgeführt werden, wenn die ersten Blattspitzen zu sehen sind. Das Austriebsmittel auf der Basis von Rapsöl überzieht die Pflanze mit einem Ölfilm und entfernt die Blattläuse.

Dem

Blattlausbefall an Kirschbäumen vorbeugen


Besser als auf den Blattlausbefall zu reagieren wäre es, ihm vorzubeugen. Hierfür kann man einige grundlegende Tipps beachten: Der Garten sollte möglichst naturnah bewirtschaftet werden. Er sollte eine große Pflanzenvielfalt und Mischkulturen enthalten. Dies sorgt dafür, dass genügend Fressfeinde der Blattlaus vorhanden sind. Die übermäßige Düngung mit Stickstoff ist zu vermeiden, denn sie nutzt den Blattläusen und schadet ihren Feinden. Insektenhotels, Fliegenkästen und Totholzhecken ziehen Fressfeinde der Blattlaus an, wie zum Beispiel Maikäfer, Florfliegen, Schwebfliegen und Schlupfwespen. Wenn diese Tiere Nistmöglichkeiten im Garten finden, ebbt der Blattlausbefall in der Regel nach kurzer Zeit ab. Eine aufwändige Blattlausbekämpfung kann man sich sparen, wenn genug Nützlinge im Garten vorhanden sind.

Betroffene Pflanze: Kirsche, Süßkirsche, Sauerkirsche

Schadbild: Saugschäden, die durch dunkelbraune bis schwarze Läuse entstehen. Süßkirschenblätter rollen sich ein, da die Läuse auf den Blattunterseiten saugen. Bei der Sauerkirsche sitzen sie an Blatt- und Fruchtstielen, starker Befall führt zu unterentwickelten Früchten. Große Bäume verkraften die Läuse ohne Gegenmaßnahmen.

Gefährlichste Zeit: Austrieb bis August

Abwehr: Ameisen, die die Läuse schützen, durch Leimgürtel von ihnen fernhalten. Junge Bäume zusätzlich mit seifenhaltigen Präparaten oder Rhabarber-, Rainfarn- oder Wermuttee läusefrei halten.