Elstern effektiv vertreiben und verjagen

Elstern effektiv vertreiben und verjagen

Elstern als geschützte Wildvögel

Das Bundesnaturschutzgesetz hat den Schutz der Elster, den sie wie alle anderen wild lebenden Vogelarten, die bei uns heimisch sind, nach der EG Vogelschutzrichtlinie genießt, in innerstaatliches Recht überführt. Eventuelle Ausnahmen nach Landesrecht haben nur Geltung für Jäger, nicht für Privatleute.

voegel_caDanach darf man Elstern weder nachstellen noch sie fangen, verletzen oder töten. Man darf auch ihre Entwicklungsformen nicht aus der Natur entnehmen, beschädigen oder zerstören. Das bedeutet also, dass weder Eier oder Jungvögel tangiert

werden dürfen. Es ist sogar verboten, Elstern während der Fortpflanzungs-, Aufzucht-, Mauser-, Überwinterungs- und Wanderungszeiten erheblich zu stören. Dabei liegt eine erhebliche Störung immer schon vor, wenn sich durch die Störung der Erhaltungszustand der lokalen Population einer Art verschlechtert. Es ist auch verboten, Fortpflanzungs- oder Ruhestätten der wild lebenden Tiere der besonders geschützten Arten aus der Natur zu entnehmen, zu beschädigen oder zu zerstören, damit ist auch jeder Zugriff auf die Nester gesetzlich untersagt.

Es ist also nicht möglich, Elstern zu vertreiben oder zu verjagen, ohne gegen das Gesetz zu verstoßen. Denn auch das Verjagen wird durch das Gesetz ausgeschlossen: Eine verbotene erhebliche Störung liegt immer dann vor, wenn die Elstern im Garten (der lokalen Population) weniger werden (der Erhaltungszustand verschlechtert sich).

Elstern als Nützlinge im Garten

Wenn Sie ärgerlich darüber sind, dass Sie die Elster von Gesetz wegen dulden müssen, können folgende Argumente Sie vielleicht versöhnen: Elstern sind wichtig für das ökologische Gleichgewicht. Denn sie sind natürliche
Schädlingsbekämpfer, indem sie Mäuse, Raupen, Drahtwürmer und Larven vertilgen. Außerdem räumen sie als Aasfresser auch noch auf, was nicht nur üble Gerüche verhindert, sondern auch die Verbreitung von Krankheiten verhindern kann. Sie nehmen sogar anderen Vogelarten die Arbeit ab, indem sie zahlreiche Nester bauen, aber nur in einem brüten. In die anderen Nester ziehen dann andere werdende Vogelfamilien ein.

Wissenschaftler bestreiten übrigens vehement, dass die Singvögel durch Elstern ausgerottet werden. Meist ist der Mensch beteiligt am Verschwinden, indem er durch Umgestaltungen ungünstigere Bedingungen für die Fortpflanzung schafft, dann nehmen die Singvögel in diesem Bereich ab. Und wenn eine Elster einmal ein Nest geleert hat, hat die Natur einen Ausgleich vorgesehen: Die bei uns heimischen Singvogelarten führen bis zu fünf Ersatzbruten pro Saison durch, wenn ihr Gelege zerstört wird.

Elstern effektiv vertreiben - in bestimmten Bereichen

vogelscheuche2_flWenn Sie die Kleinvögel in Ihrem Garten vor der natürlichen Auslese schützen möchten, können Sie Nistkästen für diese Vögel bereitstellen. Für jede Vogelart gibt es Nistkästen mit einer bestimmten Größe der Einfluglöcher. Diese ist so bemessen, dass Räuber keine Chance haben, auch die Elstern passen nicht durch und können den Eiern nicht schaden. Wenn Sie keine Nistkästen aufhängen möchten, können Sie auch Ihren Garten so gestalten, dass die Kleinvögelnester möglichst gut versteckt angelegt werden können, also Bäume, Sträucher und Büsche pflanzen, Unterholz stehen lassen, Hauswände begrünen und Spaliere errichten.

Nicht nur Elstern, sondern auch Nager und andere Tiere werden durch Lebensmittelabfälle im Garten und einen unabgedeckten Kompost angezogen. Vermeiden Sie die Bereitstellung solcher frei zugänglichen Nahrungsquellen.
Wenn Sie Saatgut und Jungpflanzen vor

den Elstern schützen möchten, können Sie die Beete mit einem Netz von über Kreuz gespannten Schnüren abdecken, bei der richtigen Rastergröße (ca. 50 x 50 cm, aber schlaue Vögel sind lernfähig) wird das Beet in Ruhe gelassen. Diese Maßnahmen machen alle ein wenig Arbeit, helfen aber, im Einklang mit der Natur leben zu können und nicht an verbotene Eingriffe in das ökologische Gleichgewicht zu denken.