Elsternplage - darf man Elstern töten & Elersternnester ausrauben?

Elsternplage - darf man Elstern töten & Elersternnester ausrauben?

Gibt es eine Elsternplage?

Anfang des letzten Jahrhunderts wurden Elstern so intensiv bejagt, dass gegen 1910 mit ihrem Aussterben gerechnet werden musste. In der Südschweiz wurde die Elster 1915 ausgerottet, sie ist bis heute nicht zurückgekehrt in dieses Gebiet.

vogel9_caIn Deutschland begann ab 1950 die Verstädterung der Elster, der Bestand auf dem Land ging zurück. Heute gilt die Elster aufgrund ihrer geschätzten Gesamtpopulation bei uns nicht als gefährdet, steht in einzelnen

Bundesländern aber auf der Roten Liste der geschützten Arten, und die weltweite Population ist auch eher rückläufig.

Dass bei Laien trotzdem schnell der Eindruck massiver Überbevölkerung entsteht, liegt zum einen an der Angewohnheit von Elstern (und anderen Rabenvögeln), Verbände zu bilden. Außerdem können sich Elsternpopulationen nach intensiver Dezimierung sehr schnell erholen, was schnell den Eindruck einer übermäßigen Vermehrung erweckt. Die Zahlen, die den Bestand in Deutschland angeben, schwanken übrigens stark, die Schätzungen der Jäger liegen im Durchschnitt 2,5-mal so hoch wie die Schätzung von Naturschutzvereinigungen.

Verursachen Elstern wirklich Schäden?

Den Elstern wird von Jägern zunächst nachgesagt, dass sie den jagdbaren Hühnervogelarten schaden würden, was jedoch von Fachleuten zurückgewiesen wird: Zum Beutespektrum der Elstern gehören hauptsächlich Kleinvögel, sie leben auch in einem anderen Lebensraum als diese Vogelarten. Richtig ist, dass Elstern Nesträuber sind und auch Kleinvögel erbeuten können. Wenn Gartenbesitzer jedoch das Gefühl haben, die Elstern hätten bei ihnen im Garten andere Vögel praktisch ausgerottet, ist dieser Eindruck in der Regel falsch. Meist geht es hier um unfachmännisch durchgeführte Beobachtungen, die einen einzelnen Garten oder ein einzelnes Jahr
beinhalten. 

Ornithologen rechnen das Verschwinden von Kleinvögeln nicht den Elstern zu, die in der Regel keinen Einfluss auf Kleinvögelpopulationen ausüben. Meist geht der Rückgang auf ein Tun des Menschen selbst zurück, das kann die Rodung einer Hecke sein oder die Umwandlung einer bunten Wiese in einen monokulturellen Rasen. Häufig sind auch andere Nesträuber wie Katzen oder Eichhörnchen schuld. Wer es auch war - die Natur ist auf Nestraub vorbereitet, unsere Singvögel führen bis zu fünf Ersatzbruten im Jahr durch.

Oft wird auch nicht in Betracht gezogen, dass Elstern als Aasfresser eine natürliche Gesundheitspolizei darstellen und außerdem weitere Kleinschädlinge fressen, wodurch sie wichtig für das ökologische Gleichgewicht sind. Wenn Sie trotzdem mit den Elstern nicht gut leben können, wird es schwierig:

Elstern stehen unter gesetzlichem Schutz

voegel_caNach der EG-Vogelschutzrichtlinie steht die Elster wie alle anderen wild lebenden Vogelarten, die bei uns heimisch sind, grundsätzlich unter Schutz, und zwar der Vogel selbst, die Eier, Nester und Lebensräume. Das Bundesnaturschutzgesetz hat diesen Schutz übernommen. Es gibt die Möglichkeit zu Ausnahmen, die aber nur für Jäger gelten.

Danach darf man Elstern weder nachstellen, noch sie fangen, verletzen oder töten. Sie dürfen auch ihre Entwicklungsformen nicht aus der Natur entnehmen, beschädigen oder zerstören. Oder ihre Fortpflanzungsstätten oder Ruhestätten aus der Natur entnehmen, beschädigen oder zerstören. Damit ist nicht nur die Elster selbst tabu, sondern auch ihre Nester, Eier und die Jungvögel.

Sie dürfen also weder die Elstern töten, wenn Sie der

Meinung sind, es gäbe in Ihrem Garten zu viele, noch die Elsternnester ausrauben.Der Gesetzestext geht übrigens noch weiter: Während der Fortpflanzung, der Aufzucht, der Mauser, der Überwinterung und Wanderung dürfen Sie Elstern noch nicht einmal so sehr stören, dass sich die Menge durch die Störung verringert. Auf Deutsch, Sie müssen sie in Ruhe lassen.

Elsternplage verhindern

Sie können jedoch verhindern, dass die Elsternpopulation in Ihrem Garten weiter steigt, indem Sie Nahrungsquellen wie den Kompost abdecken oder in geschlossene Form umwandeln. Sie können den Kleinvögeln Nistkästen mit Einfluglöchern zur Verfügung stellen, die auf die jeweilige Art zugeschnitten sind, die Elster hat dann keinen Zugang.