Marder vergrämen statt vergiften - Vorsicht Artenschutz

Marder vergrämen statt vergiften - Vorsicht Artenschutz

Marder finden sich häufig als ungebetene Gäste auf den Dachböden, richten aber auch gewaltige Schäden an Autos an, indem sie im Motorraum Kabel und Leitungen anfressen.

marder flSie zu vergiften oder auf andere Weise zu töten, ist jedoch weder erlaubt, noch auf Dauer wirksam, denn ein frei gewordenes Revier eines Marders wird meist bald von einem anderen Marder wieder genutzt. Daher ist es sinnvoller, diesen Tieren das Leben möglichst schwer zu machen, um sie

so weit wie möglich wieder in die freie Natur zurück zu drängen.

Marder unterliegen dem Jagdrecht

Bei den Mardern, die sich gern einen Unterschlupf in Häusern oder anderen Gebäuden suchen und die für die oft großen Schäden an Autos verantwortlich sind, handelt es sich in der Regel um Steinmarder. Diese Marderart unterliegt jedoch nicht, wie häufig angenommen wird, dem Arten- oder Naturschutz, sondern dem Jagdrecht.

Das bedeutet, dass das Töten dieser Tiere sowie das Aufstellen von Fallen nur Personen erlaubt ist, die einen Jagdschein besitzen. Doch selbst sie haben sich bei der Bekämpfung von Mardern an viele Vorschriften zu halten. Privatpersonen ohne Jagdschein bleibt dagegen nur die Möglichkeit, die Tiere zu vergrämen. Allerdings ist dies ohnehin die bessere Variante, denn einen Marder zu töten, hätte wahrscheinlich zur Folge, dass sich bald ein anderer Marder in dessen frei gewordenem Revier ansiedeln würde, sodass die Probleme von vorn begännen.

/>Marder vergrämen

Um einen Marder wirksam zu vergrämen, ist es wichtig, zu wissen, dass diese Tiere nachtaktiv sind. Bei Einbruch der Dämmerung gehen sie auf Futtersuche, daher sind nachts oft Trippel- und Fressgeräusche auf dem Dachboden zu hören. Den Unterschlupf auf dem Dachboden nutzen sie aber auch, um sich dort tagsüber auszuruhen und zu schlafen. Ist es zu laut, findet der Marder nicht die nötige Ruhe und wird sich bald ein anderes Quartier suchen. Daher ist es hilfreich, den Dachboden möglichst oft mit viel Lärm zu betreten oder dort ein Radio oder eine andere Geräuschquelle aufzustellen. Ebenso gibt es im Handel Geräte, die einen Ton aussenden, der für Menschen nicht hörbar, für Marder jedoch äußerst störend ist.

Ist der Marder vertrieben, sollte der Dachboden genauestens untersucht werden, damit sich kein anderer Marder dort ansiedelt. Hierzu werden alle möglichen Einschlupflöcher sorgfältig mit Holz, Maschendraht oder anderen Materialien verschlossen. Hierbei ist aber unbedingt darauf zu achten, dass sich der Marder tatsächlich nicht mehr auf dem Dachboden befindet, denn ein eingesperrter und dementsprechend wütender Marder kann enorme Schäden verursachen.

Als nächstes sollte begutachtet werden, ob ein Marder Bäume, Pergolen und Spaliere, Regenrinnen und anderes als Kletterhilfe nutzen könnte, um auf den Dachboden zu gelangen. Können oder sollen diese nicht entfernt werden, ist es eventuell hilfreich, eine Absperrung nach oben anzubringen. Sie sollte aus einem möglichst glatten Material bestehen.

Schonzeit für Jungtiere

Ein Marderweibchen, das sich auf dem Dachboden eingenistet hat, zieht dort möglicherweise seine Jungen groß. Sie haben nicht die Möglichkeit zu fliehen und würden verenden, wenn das Muttertier vom Dachboden ausgesperrt würde. Dies wäre nicht nur für die Jungtiere eine Qual, sondern könnte auch einen

extremen Verwesungsgeruch nach sich ziehen, denn die jungen Tiere sind oft nicht so einfach zu finden. Aus diesem Grund sollte das Vergrämen eines Marders nicht in der Zeit zwischen März und Juni stattfinden.