Blumenrasen anlegen - die besten Mischungen

Auf einem Blumenrasen gedeihen Gräser und Blumen in großer VielfaltEin Blumenrasen kompensiert die Eintönigkeit des einheitsgrünen Rasens mit einer Schmetterling-umschwärmten Blütenfülle, ohne den Nutzeffekt einer Grünfläche zu eliminieren. Dieser Kompromiss gelingt auf ebenso einfache, wie geniale Weise, indem die Saatmischungen so gewählt werden, dass sie langsam wachsende Gräser mit trittfesten, niedrig wachsenden Blumen kombinieren. Das Ergebnis ist ein pflegeleichter Blumenrasen, der kein Kind daran hindert, darauf zu spielen und keine Grillparty sabotiert. Wie Sie das naturnahe Rasenwunder anlegen und welche Mischungen besonders empfehlenswert

sind, erläutern die folgenden Zeilen.

Vorbereitung des Bodens

Die Anlage der Saatfläche unterscheidet sich in den wesentlichen Faktoren nicht von einer klassischen Raseneinsaat. Die Kombination aus Standortbedingungen und Saatgut-Mischung ist von ebenso essenzieller Bedeutung, wie eine extra feinkrümelige Bearbeitung des Erdreichs. So gehen Sie dabei Schritt für Schritt vor:

  • das Saatbeet bis 30 cm tief umgraben oder fräsen
  • alle Steine, Wurzeln und anderen groben Bestandteile entfernen
  • in schwerem, verdichtetem Boden kalkarmen Sand einarbeiten
  • sehr leichte, sandige Erde aufbessern mit Kompost

Im Anschluss an das Grobplanum ist eine Ruhepause von einer bis zwei Wochen empfehlenswert. In dieser Zeit kann sich das Erdreich setzen. Darüber hinaus werden sich die darin verborgenen Unkräuter entwickeln, um diese noch vor der Einsaat zu jäten. Tipp: Als idealer Saatzeitpunkt gelten die Wochen von Mitte April bis Anfang Juni sowie von Mitte August bis Mitte September.

Einsaat von Blumenrasen

Im Anschluss an die Wartezeit, steht zunächst das Feinplanum auf dem Programm. Mit einem Rechen bearbeiten Sie die Erde feinkrümelig, um sie hiernach mithilfe einer Latte zu glätten. Idealerweise steht eine Garten- oder Rasenwalze zur Verfügung, um das Areal zu festigen, ohne es zu verdichten. In dieser Hinsicht ist ein wenig Feingefühl gefragt. Wenngleich die Blumenrasen-Samen eine lockere Bodenkonsistenz für die Keimung benötigen, sollen sie nicht mit dem ersten Regenguss davonschwimmen. So gehen Sie weiter vor:

  • die Bodentemperatur hat sich auf einem konstanten Niveau über 10 °C eingependelt
  • das Saatgut mischen nach Herstellerangaben und mit dem Streuwagen ausbringen
  • Blumenrasen wird mit der richtigen Saatmischung gezielt ausgesäteine Hälfte in Längsrichtung, die andere Hälfte in Querrichtung ausstreuen
  • mit einem Drahtbesen, einem Rechen oder einer Gitterwalze die Samen ohne Druck einarbeiten
  • bei Bedarf maximal 0,5 cm hoch mit Torf oder Sand übersieben
  • für einen guten Bodenschluss das Areal nochmals walzen
  • abschließend den frisch ausgesäten Blumenrasen mit feiner Wasserbrause befeuchten
  • in der Folgezeit ist der Boden konstant feucht zu halten

Empfehlenswert ist die zusätzliche Verwendung eines Saathelfers. Dabei handelt es sich um ein natürliches Tonmineral, das als Streckungsmittel das Ausbringen von Samen vereinfacht. Vermiculite hat sich in dieser Hinsicht ausgezeichnet bewährt. Das feinblättrige Silikat punktet darüber hinaus mit weiteren Vorteilen. So reflektieren die winzigen Plättchen das Licht und speichern eine hohe Menge an Wasser, ohne die Keimung zu beeinträchtigen. Die empfindlichen Samen des Blumenrasens sind somit noch besser geschützt vor einer Austrocknung. Tipp: Ein Blumenrasen wird zu keinem Zeitpunkt gedüngt. Somit entfällt auch die sonst übliche Startdüngung.

Der erste Schnitt

Während bei einem traditionellen Rasen ab einer Halmhöhe von 6-8 cm das erste Mal gemäht wird, bestimmt beim Blumenrasen die Mischung die Schnitthöhe und das Schnittintervall. Abhängig von der gewählten Saatgut-Zusammensetzung, ist bereits nach einigen Wochen ein erster Schnitt erforderlich, um den Unkrautbesatz zu entfernen. In

späteren Jahren pendelt sich in der Regel ein Rhythmus ein von je einem Schnitt im Juli und einem weiteren im September.

Die besten Mischungen

Mondoflor - Blumenrasen

Ein langsam wachsender Rasen mit niedrigen und trittverträglichen Blumen. Enthalten sind beispielsweise Gänseblümchen, Schlüsselblümchen oder Wiesenrispe.

  • geeignet für alle Bodenarten ohne Staunässe
  • Wuchshöhe 10 bis 15 cm
  • Schnitt mit einem Sichelmäher empfehlenswert

Nara - naturnaher Rasen
Eine Premium-Mischung aus der Schweiz, die wunderschön blüht und zugleich den Anforderungen an einen Nutzrasen nachkommt. So zusammengesetzt, dass Es gibt viele geeignete Saatmischungen zum Anlegen eines Blumenrasenswährend der gesamten Vegetationsperiode für ein

buntes Erscheinungsbild gesorgt ist. Bietet Schmetterlingen, Bienen, Hummeln und anderen Nützlingen wertvollen Lebensraum. Niedrig wachsend und trittfest.

  • ideal für vollsonnige Standorte mit normalem Boden
  • keine Düngung oder Bewässerung erforderlich
  • Schnitt erfolgt im Frühjahr und im Herbst

Japanischer Blumenrasen
Bunte Mischung aus niedrig wachsenden Sommerblumen aus Großmutter's Zeiten. Im Laufe der Zeit entsteht eine umschwärmte Bienen- und Schmetterlingsweide.  Enthalten sind Zinnien, Zwergmargeriten, Ringelblumen, Schleierkraut und viele andere Bauerngartenblumen. Die natürliche Wuchshöhe bis 40 cm kann durch Mähen auf die gewünschte Höhe reduziert werden.

  • gedeiht in jedem guten Gartenboden
  • weniger trittfest, dafür noch blütenreicher
  • ununterbrochene Blüte von Juni bis September

Kräuterrasen
Geeignet für weniger genutzte Rasenflächen, aufgrund mäßiger Trittfestigkeit. Eine herrliche Mischung aus 18 verschiedenen Kräuterpflanzen und Wildblumen, wie Wiesen-Margerite, Herbst-Löwenzahn, Gewöhnlicher Thymian, Schlüsselblumen oder Gänseblümchen. Als Gräser sind vertreten Schafschwingel, Rotes Straußgras, Wiesenrispe oder Kammgras.

  • Mähbedarf 4 bis 6 Mal pro Jahr
  • Ideal für Böschungen und Gehölzsäume
  • Aussaat mit Saathelfer empfohlen

Nutriflor - der Spezialist für nährstoffreiche Standorte
Einen Blumenrasen in nährstoffreicher Erde anzulegen, ist dank dieser Mischung nun sehr viel unkomplizierter möglich. Insgesamt 18 Blumenarten und 10 Gräser schaffen ein naturverbundenes Erscheinungsbild. Da hier auf die raschwüchsigen Ackerwildkräuter verzichtet wird, dauert es ein wenig länger als allgemein üblich, bis sich der Blumenrasen in voller Pracht entwickelt hat. Aufgrund der Konkurrenzschwäche der Blumenarten, werden diese 6 Monate vor den Gräsern ausgesät, da sie andernfalls beim Auflaufen rettungslos untergehen.

  • Blumenrasen ist vielseitiger und pflegeleichter als englischer Rasenkeine Abmagerung des Erdreichs durch Sand erforderlich
  • Wuchshöhe bis 15 cm
  • Zweimaliger Schnitt pro Jahr auf eine Höhe von 8 cm

Umbraflor für schattige Lagen
In nährstoffreichen, beschatteten Regionen Ihres Gartens können Sie dank dieser Mischung ebenfalls einen Blumenrasen anlegen. Dieser Geniestreich ist Botanikern gelungen dank einer Mischung aus 15 Wildblumenarten, die so kräftig und dicht gedeihen, dass auf Klee und Rasengräser verzichtet werden kann. Als Spiel- und Liegewiese ist der Umbraflor-Blumenrasen nicht empfehlenswert, erweist sich hingegen durchaus als trittverträglich.

  • Wuchshöhe bis maximal 30 cm
  • Im Juli und September mähen mit der Sense bis auf 8 cm
  • weniger geeignet für trockene, sandige Standorte

Allen Mischungen für einen Blumenrasen ist gemeinsam, dass sie eine längere Zeit in Anspruch nehmen, um ihre ganze Pracht zu präsentieren. Dann allerdings reduziert sich der Pflegeaufwand auf ein absolutes Minimum.

Fazit der Redaktion

Naturverbundene Hobbygärtner sind nicht länger gezwungen, sich zwischen einem uniformen, immergrünen Rasenteppich und einer opulenten Blumenwiese zu entscheiden. Als salomonischen Kompromiss ist findigen Fachleuten die Entwicklung von Blumenrasen gelungen. Niedrig wachsende Wildblumen und Kräuter vereinen sich mit bewährten Rasengräsern zu einer harmonischen, äußerst pflegeleichten Einheit. Wer sich mit den besten Mischungen vertraut macht, entdeckt hier nicht nur schöpferische Kombinationen, sondern zugleich echte Problemlöser für nährstoffreiche und schattige Lagen.

Wissenswertes zum Blumenrasen in Kürze

Um einen Blumenrasen anzulegen stehen Ihnen zwei verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Sie können aus einem bereits bestehenden Rasenstück einen Blumenrasen anlegen oder Sie verschönern ein Stück Brachland, indem Sie einfach verschiedenen Blumensamen aussehen. Aber egal, für welche Variante Sie sich entscheiden, der Zeitpunkt sollte gut gewählt werden. Damit Sie das beste Resultat erreichen, sollten Sie die Blumenmischung entweder im späten Herbst oder im zeitigen Frühjahr aussäen.

Rasen einfach umgestalten

  1. Blumenrasen wird seltener gemäht, umso mehr Rasenschnitt fällt auf einmal anVerzichten Sie zunächst etwas auf die liebevolle Pflege des Rasens. Das heißt, halten Sie diesen schön kurz und entfernen Sie das abgemähte Gras.
  2. Verzichten Sie auf das Düngen, denn die Fläche sollte vor dem Anlegen des Blumenrasens soweit es geht frei von Nährstoffen sein.
  3. Im nächsten Jahr können Sie dann mit dem Anlegen des Blumenrasens beginnen, indem Sie eine spezielle Saatmischung für Blumenrasen aussäen.
  4. Verzichten Sie nach der Aussaat auf ein übermäßiges Mähen der Wiese, denn nur so können sich an allen Arten neue Samen bilden.

Blumenrasen neu anlegen

  1. Verwenden Sie hierfür am besten ein Stück Ackerland, welches im Vorfeld mit Pflanzen versehen wurde, die dem Boden viele Nährstoffe entziehen.
  2. Auch hier sollten Sie auf ein Düngen des Bodens verzichten. Als Alternative können Sie etwas Sand unter den Boden mischen.
  3. Danach säen Sie auch hier eine bunte Blumenmischung aus.

Saatmischungen
Der Handel bietet Ihnen eine breite Palettemit verschiedenen Pflanzenarten in einer fertigen Mischung an. Ideal wäre es natürlich, wenn Sie sich für Samen entscheiden, der für die von Ihnen vorgegebenen Bodenbedingungen geeignet ist, denn nur so ist ein optimales Wachstum der verschiedenen Blume- und Pflanzenarten gewährleistet. Auch hier können Sie sich im Gartenfachmarkt Ihres Vertrauens eine Mischung zusammenstellen lassen. Diese sollte jedoch nach folgenden Stichpunkten gewählt werden.

  1. Achten Sie auf den Nährstoffgehalt Ihres Bodens.
  2. Der pH-Wert des Bodens spielt ebenfalls eine entscheidende Rolle.
  3. Die Feuchtigkeit des Bodens.
  4. Um welche Bodenart handelt es sich? Jeder Boden – Sand, Ton, Lehm, bietet andere Grundlagen für die Pflanzen.
  5. In welcher Lage befindet sich der Boden. Liegt dieser eher schattig oder in der Sonne?

Natürlich kann man die meisten dieser Punkte nicht mit blankem Auge erkennen – zumindest nicht für den Laien. Ein nährstoffarmer Boden lässt sich am Sandgehalt ausmachen. Je sandiger dieser ist, desto weniger Nährstoffe enthält dieser. Für den pH-Wert sind spezielle Messgeräte im Handel erhältlich. Wenn alle Punkte abgeklärt sind, dann steht einer farbenprächtigen Blumenwiese nahezu nichts mehr im Wege und es heißt für Sie nach der Aussaat nur noch bis in den Sommer abzuwarten, bis Sie das erste Mal mähen können.

  1. Verzichten Sie jedoch hier auf den Einsatz eines Rasenmähers und greifen Sie bestenfalls zur Sense.
  2. Aus dem abgemähten Blumen-Gras können Sie sogar Heu machen und dieses später zum Verfüttern der Tiere verwenden.
  3. Das nächste Mähen erfolgt dann erst wieder im Oktober.
  4. Sie sehen also: In puncto Pflege ist ein Blumenrasen nicht sonderlich anspruchsvoll und ist in jedem Fall eine Bereicherung für Ihren Garten.