Fertigrasen oder selbst aussäen - Vor- und Nachteile

Rasen aussäenEin sattgrüner, kräftiger Rasen gehört für viele Menschen zu einem Garten dazu. Steht das Anlegen des Rasens noch bevor, stellt sich die Frage: Soll der Rasen auf die klassische Weise ausgesät werden oder fällt die Wahl auf Fertigrasen von der Rolle? Beide Möglichkeiten bieten Vor- und Nachteile.

Den Rasen selbst aussäen...

... bedeutet zunächst einmal eine lange Wartezeit von sechs bis acht Wochen, bis er vorsichtig begehbar ist, ohne Schäden davonzutragen. Bis zur vollständigen Belastbarkeit können mehrere Monate vergehen.

Andererseits eignet sich die Methode des Einsäens optimal für starke Gefälle, an denen ein Fertigrasen eventuell nicht genug Halt findet. Auch kann das Einsäen individuell auf verschiedene Gartenbereiche abgestimmt werden, zum Beispiel:
  • Areale mit wenig oder sehr viel Schatten
  • Rasen zum Spielen und Leben oder als Wildblumenzone für Insekten
  • Rasen als optisches Gestaltungselement, das sich wie ein Weg durch Blumenbeete schlängelt
Fertigrasen

FertigrasenDie Verwendung von Fertigrasen bietet sich überall dort an, wo es schnell gehen soll, und kann unabhängig von den Jahreszeiten verlegt werden. Schon nach einigen Stunden darf der Fertigrasen betreten werden und er ist nach einigen Wochen voll belastbar. Aus diesem Grund wird er häufig von Gartenbesitzern eingesetzt, die gerade ein Haus gebaut haben und dem "Charme" der Baustelle auf ihrem Grundstück mit einem schönen grünen Rasen abhelfen möchten. Auch bei folgenden Anlässen ist Fertigrasen optimal:
  •  Wenn Kinder oder Tiere im Haus sind, die sich schwer von einem angesäten Rasen abhalten ließen
  • Wenn das Grundstück einigermaßen eben ist und einen gleichmäßigen Grundriss hat
  • Wenn der Gartenbesitzer Wert legt auf Pflegeleichtigkeit, denn Fertigrasen neigt nicht so zur Verunkrautung wie eingesäter Rasen
Nachteile des Fertigrasens...

... gibt es jedoch auch und hier muss abgewogen werden. So ist der Fertigrasen deutlich teurer und muss, wenn er nicht durch den Anbieter geliefert wird, selbst geholt werden. Sobald die Rasenrollen vor Ort sind, müssen sie umgehend verarbeitet werden, anderenfalls
büßt der Rasen schnell an Qualität. Auch eignet sich Fertigrasen nicht so gut für sehr schattige Areale, da er dort schneller vermoost als gesäter Rasen, der eigens auf Schattenzonen spezialisiert ist.
Ein sehr unebener Untergrund ist für Fertigrasen ebenfalls nicht optimal, da er dort Beulen oder Dellen ausprägen kann. Eingesäter Rasen ist in diesem Fall flexibler und passt sich jeder Unebenheit an.

Gemeinsamkeiten beider Rasenarten

Für jeden neuen Rasen gilt: Zunächst muss festgestellt werden, wie die Bodenbeschaffenheit aussieht. Eine Bodenprobe bzw. ein Test ist in jedem Fall ratsam, um die Grassorte entsprechend auszuwählen. Sets für diesen Test sind im Fachhandel erhältlich. Saure Böden mit einem pH-Wert unter fünf erfordern beispielsweise die Gabe von Kalk, alkalische Böden mit einem Wert von acht und mehr benötigen Eisen und Magnesium - um nur einige Möglichkeiten der Bodenaufwertung zu nennen. Natürlich sind für jede Art Boden die entsprechenden Grassorten im Angebot. Der beste Rasen wird nicht optimal wachsen, wenn die Sorte und der Boden nicht aufeinander abgestimmt sind.

Rasen wässernDie nächste Gemeinsamkeit von gesätem Rasen und Fertigrasen ist die gute Vorbereitung des Bodens: lockern und wässern lautet hier die Devise. Und

auch nach dem Einsäen bzw. Verlegen benötigen beide Arten eine ständige und ausreichende Bewässerung, bis sie wirklich angewachsen sind.

Und noch ein Tipp...

Bei einem Fertigrasen spielt die Qualität des Rasenmähers eine wesentliche Rolle. Da bereits nach etwa zwei Wochen der erste Schnitt erfolgen sollte, um einen gleichmäßigen Wuchs zu erreichen, müssen die Messer des Rasenmähers sehr scharf sein. Ansonsten besteht das Risiko, dass Grassoden aus der Erde gerissen werden.
Gesäter Rasen oder Fertigrasen - beide Arten haben ihre Vor- und Nachteile. Auf ihren jeweiligen Zweck abgestimmt, sorgt jede Rasenart auf ihre Weise für ein sattgrünes Ergebnis und einen wunderschönen Garten zum Leben.

Vergleich der Methoden

Hier soll einmal kurz verglichen werden, welche Vorteile und Nachteile des Säens von Rasen und der Fertigrasen oder Rollrasen bieten. Vielleicht fällt Ihnen anschließend die Entscheidung leichter.

Fertigrasen
  • sofort bodendeckend, nach kurzer Zeit begehbar
  • kaum Preisunterschiede
  • Schwierigkeit des Säens entfällt
  • Einfachere Sattbeetbereitung
  • Verlegung von Fertigsoden erfordert höchste Präzision
  • Wächst am besten Ende des Jahres an, die zuvor nötige Bodenbearbeitung ist dann jedoch schwer
  • Muss sofort verarbeitet werden, keine Zwischenlagerung
  • Kann, vom Laien nicht erkennbar, minderwertige Gräser und Wildkräuter enthalten
Rasensaat
  • Darf eine Zeit lang nicht betreten werden
  • Sehr kostengünstig
  • Frische Saat vor Vogelfraß schützen
  • Keimende Saat ist anfällig für Krankheiten und wird leicht von Wildkräutern verdrängt
  • Sorgfältige Saatbeetbereitung ist nötig
  • Beste Aussaatzeit; vom Spätsommer bis zum Frühherbst
  • Samen sind lagerfähig, man kann einen günstigen Tag abwarten
  • Grassamenmischungen sind in der Regel frei von Wildkräutern