Rasenfläche vorbereiten - ebnen und begradigen



rasen-boden_flSobald der Boden vorbereitet, also gefräst und mit Hilfsstoffen verbessert ist, geht es mit Handarbeiten weiter. Das Ziel ist es, ein gleichmäßiges, in der Regel ebenes Profil zu erstellen. Löcher werden gefüllt, kleine Hügel eingeebnet und größere Steine und Wurzelstücke abgerecht. Normalerweise unterscheidet man die Grobplanie und die Feinplanie. Zumindest bei der Feinplanie hilft keine Maschine, sondern nur ein guter Rechen. Allerdings geht das Planieren leicht von der Hand, wenn die Maschinen eine gute Vorarbeit geleistet haben. Ein gut gefräster, feinkrümeliger, abgetrockneter

Boden lässt sich viel besser planieren. Gut gefräst ist sozusagen halb planiert.

Selbstverständlich wartet man auch dazu trockenes Wetter ab und greift erst dann zum Rechen, wenn der Boden im richtigen Zustand ist. Bei sandigem Boden gibt es dabei kaum Einschränkungen. Er trocknet zügig ab und lässt sich fast jederzeit leicht bearbeiten. Nicht so bei schwerem Boden; Lehm- oder Tonboden ist in nassem Zustand schwer und klumpig und nur mit Mühe zu bearbeiten. Trockener Lehm- oder Tonboden ist ebenso schwer zu bearbeiten, weil er beim Austrocknen hart wird. Am besten lässt er sich bearbeiten, wenn er nicht mehr nass, aber noch handfeucht ist. Eine gute Bodenvorbereitung macht sich bereits bei den Arbeiten zur Anlage und auch später bei den Pflegearbeiten bemerkbar. Keimen und wachsen können die meisten Rasengräser dagegen auf fast jedem Boden.

Bei einer Umgestaltung eines alten Gartens auf gewachsenem Boden oder auch bei einer Neuanlage auf aufgeschüttetem Erdreich wird die Gestaltung der Rasenfläche, speziell der Höhenverlauf, von den bestehenden Gebäuden, Grenzen und Zäunen weitgehend festgelegt, so dass die Modellierungsmöglichkeiten im Rahmen bleiben. Bei der Rasenanlage auf Neuland, also aufgeschüttetem Boden, ist darauf zu achten, dass dieser sich schon gesetzt hat und tragfähig ist. Andernfalls sind später Risse und Erdabsenkungen nicht ausgeschlossen. Besonders bei einer Hanglage sollte der Boden gut gefestigt sein oder falls nötig terrassiert und gestützt werden. Sonst sind Erdrutsche, insbesondere bei Regengüssen, leicht möglich.

Die Grobplaie

Bei der Grobplanie wird der Boden zunächst grob mit dem Rechen geebnet. Dabei zerkleinert man die Schollen und recht Steine und andere Gegenstände ab. Bei der groben Planierung werden wiederum Steine, Scherben und Unkrautwurzeln abgesammelt. Wenn noch grobe Soden vom alten Rasen vorhanden sind. sollte man diese besser kompostieren und nicht eingraben, denn die weichen Polster verrotten im Boden und verursachen dann später Mulden im Rasen. Mulden vom Fräsen werden mit Erde gefüllt, Buckel abgetragen und Unebenheiten ausgeglichen, so dass eine gleichmäßige Oberfläche Form annimmt, die mehr oder weniger dem natürlichen Gelände angepasst ist.

Am besten eignet sich dazu ein einfacher Holzrechen mit geradem Zinkenbalken, weil der sich flach und gleichmäßig über den Boden ziehen lässt. Der Rechen wird so hin und her bewegt, dass die Zinken mehrmals durch die Erde fahren und die Schollen zerkrümeln. Große Erdklumpen, die nicht zerfallen, sowie Steine und Scherben lassen sich einfach in den Boden eingraben. Dazu werden stellenweise Löcher ausgehoben, die den unbrauchbaren Abraum
aufnehmen. Danach füllt man sie wieder mit Erde. Kleine Steine stören übrigens nicht. Sie dienen zur Lockerung des Bodens und lassen sich ohnehin kaum völlig entfernen.

Dazu müsste der Boden gesiebt und frisch aufgetragen werden.

Das lohnt sich allerdings für die Rasenanlage nicht und ist auch kaum zu bewältigen. Außerdem sind nach dem nächsten Winter schon wieder Steine zu finden. Der Frost drückt sie aus tieferen Bodenschichten nach oben! Sie müssen also immer wieder abgesammelt werden, was schließlich einer Sisyphus-Arbeit gleicht. Gewöhnlich genügt es deshalb auch, später nach der Rasenanlage gelegentlich die großen Steine abzurechen und zu entfernen.

Wurzelstücke werden selbstverständlich aufgesammelt und beseitigt, damit sie nicht wieder austreiben und zwar besonders die der breitblättrigen Wurzelunkräuter, wie Löwenzahn, Ampfer und Disteln. Wurzeln von Einkeimblättrigen Pflanzen wie Quecken werden zwar mit abgerecht, völlig lassen sie sich aber nicht beseitigen, zumal jedes zurückgebliebene kleine Wurzelstückchen wieder eine neue Pflanze hervorbringt. Quecken stören aber im Rasen sowieso nicht. Sie werden mit den übrigen Gräsern abgemäht und tragen zur Bildung einer dichten Grasnarbe bei.

Während der Planierung lässt sich das Festtreten der Erde nicht vermeiden. Auch deshalb sollte der Boden abgetrocknet sein. Er ist dann tragfähiger und lässt sich auch leichter bearbeiten als im nassen Zustand. Beim Abziehen bilden sich feine Krümel, die locker durch die Rechenzinken rieseln. Nasser Boden ist schwer und nur mit Mühe zu zerkleinern. Die groben Klumpen müssen ständig mit Gewalt zerteilt werden, insbesondere auf Lehmboden. Außerdem ist nasser Boden weich. Er wird beim Gehen wieder verdichtet und das ist natürlich hinderlich und stört bei den nachfolgenden Arbeiten.

Die Feinplanie

rasenSobald die Rasenfläche in etwa ihre gewünschte Form hat, die ganze Fläche also grob geebnet und falls erwünscht modelliert ist, wird der Boden noch einmal mit dem Rechen überarbeitet. Beim Abziehen, vorzugsweise wieder mit dem Holzrechen, werden nur noch geringere Unebenheiten ausgeglichen und grobe Erdbrocken zerkleinert. Das gelingt am besten, indem der Rechen nicht flach durchgezogen wird, sondern möglichst steil, so dass der Zinkenbalken auf dem Boden streift und praktisch wie eine Abziehschiene wirkt. Selbstverständlich muss der Rechen dabei gerade gehalten und der Zinkenbalken waagrecht durchgezogen werden. Bei dieser feinen Planierung oder dem „Abziehen" wird der Rechen nicht hin und her durch die Erde gezogen, was bei der Grobplanie zur Zerkleinerung grober Schollen nötig ist, sondern nur in eine Richtung geführt. Auf diese Art werden die Steine und groben Erdbrocken nicht im Gelände verteilt, sondern mit dem Rechenbalken mitgezogen und aus der Fläche entfernt.

Je genauer und intensiver das geschieht, umso ebener wird natürlich das Saatbett für den Rasen und damit auch die Rasenfläche. Allerdings lohnt es sich nicht, den Boden nach Art eines professionellen Golfplatzes vorzubereiten, denn bei den nachfolgenden Arbeiten muss er erneut Tritte und Fahrspuren hinnehmen. Im Übrigen bilden sich bald nach der Anlage auch von Natur aus wieder flache Senken und Hügel durch Setzungen von Hohlräumen und den Abbau von organischen Substanzen, zumal der Boden belebt ist und auch die Rasenpflanzen für Veränderungen sorgen.

Mit etwas Übung, und dazu ist ja reichlich Gelegenheit, geht das Abziehen leicht von der Hand. Die Fläche wird also so gut es geht, aber nicht besser als nötig, planiert und für die Aussaat vorbereitet. Sie sollte insgesamt schön gleichmäßig und eben wirken. Einzelne Fußabdrücke und Rechenspuren stören nicht. Sie werden schon 14 Tage nach der Aussaat nicht mehr zu sehen sein.