Rasengitterplatten bei Rasenneuanlage verlegen

rasenbordsteine flImmer häufiger sieht man Rasengitterplatten statt kahler Betonflächen. Warum ist das so, und was haben diese Rasengitterplatten für Vorteile zu bieten?

Vorteile der Rasengitterplatten


Bereits 2007 lebten mehr Menschen in Städten als auf dem Land, dieser Trend zum Leben auf engstem Raum wird anhalten und künftig noch zunehmen. Grund für immer mehr Bürger, in ihr Umfeld in der Stadt so viel Grün wie möglich einzubringen.

Gartenflächen und begrünte Dächer sorgen dafür, dass im Ballungsraum natürliche Lebensräume erhalten werden oder neu

entstehen, die die Stadtökologie und das städtische Klima entscheidend verbessern. Auch Parkplätze und Einfahrten, Straßenränder und Böschungen werden zunehmend nicht einfach mit Beton versiegelt, sondern mit Rasengitterplatten, die nicht nur bepflanzt werden können, sondern auch den natürlichen Kreislauf des Wasserhaushalts erhalten.

Die Rasengitterplatten dienen auf der einen Seite der Befestigung des Untergrundes, er kann also befahren werden, auf der anderen Seite kann auf diesen Arealen Rasen angepflanzt werden, der dann wieder ein bisschen mehr Grün ins Stadtbild bringt. Rasengittersteine leisten einen sinnvollen Beitrag zur Begrünung des eigenen Lebensraumes und erhöhen damit die Lebensqualität.

Rasengitterplatten aus Kunststoff oder Beton?

Rasengitterplatten werden aus Beton oder aus Kunststoff angeboten, diese werden meist aus recyceltem Polyethylen hergestellt. Jedes Material hat seine eigenen Vorteile und Nachteile, die Steine in der klassischen Betonvariante saugen beispielsweise Feuchtigkeit auf und sie müssen nicht verankert werden, weil sie durch ihr Eigengewicht stabil sind. Auch ökologisch liegt Beton vorne, selbst bei recyceltem Kunststoff ist die gebundene Energie viel höher als bei Beton. Rasengitterplatten aus Kunststoff sind aber besser für die Tierhaltung geeignet, weil sie keine Flüssigkeiten aufsaugen, außerdem lassen sie sich fest im Boden verankern und können damit auch an Gefällen angebracht werden.

Rasengittersteine verlegen - Vorarbeit

Das eigentlich Komplizierte an der Verlegung von Rasengittersteinen ist die Vorbereitung des Untergrunds:
  1. Bevor das Rasengitter verlegt werden kann, wird also zunächst das Gelände abgesteckt, dann
    wird die Fläche, die verlegt werden soll, ausgehoben.
  2. Je nach Zweck in einer bestimmten Tiefe, z. B. bei Kunststoffgitter für eine Garagenzufahrt etwa 25 cm, für einen Parkplatz um 30 cm, für eine Feuerwehrzufahrt 45 cm, und wenn schwere Lkws das Gelände befahren sollen, mindestens 50 cm.
  3. Je nach Bodenstruktur sollte anschließend das erste Mal gerüttelt werden, auf jeden Fall müssen Sie ausschließen, dass die Verlegefläche absackt oder sich später langsam senkt.
  4. Anschließend wird eine Rasenkante verlegt, die dem Rand des verlegten Rasengitters die benötigte Stabilität gibt und eine perfekte Sichtkante herstellt
  5. Dann wird die Tragschicht eingebracht, meist eine Schotterschicht, sie muss vor dem Verlegen durch Walzen oder Rütteln sorgfältig verdichtet werden. Auf die Tragschicht wird eine etwa 5 bis 10 cm starke Splitt-Sand-Schicht aufgetragen, dieses Füllmaterial kann sich z. B. aus 20 % Edelsplitt, 30 % Lava und 50 % Oberboden zusammensetzen.
  6. Bessere Stabilität erreichen Sie, wenn Sie diesem Gemisch einige Kilogramm Tonmineral pro Kubikmeter beimischen, damit der Rasen gut durchwurzelt, sollte auch ein wenig organischer Langzeitdünger zugegeben werden.
Diese Fläche muss jetzt begradigt werden, sie kann z. B. mit einem Holzbrett abgezogen werden. Je nach Rasengitterplatte und Untergrund wird jetzt noch einmal gerüttelt, oder es kann direkt verlegt werden. Das Rasengitter

wird dann gleich nach der Verlegung mit dem Füllmaterial befüllt, dann werden die fertig verlegten Rasengitterplatten mit der Rüttelplatte abschließend befestigt.

Tipps zur Verlegung

Die Rasengittersteine selbst werden nach Herstelleranleitung verlegt, bei der Kunststoff-Variante geht das meist sehr leicht: Wenn die Gitter nicht passen, können sie einfach mit der Stichsäge zugeschnitten werden.
  • Die Kunststoff-Gitterplatten werden üblicherweise beim Auslegen ineinander eingehakt und mit Bodenankern im Erdreich befestigt.
  • Rasengittersteine aus Beton müssen nicht im Boden verankert oder ineinander verhakt werden. Sie können ebenfalls passgenau zugeschnitten werden, meist geht das handelsüblichen Hartmetallkreissägeblättern. Betonsteine werden mit bündiger Unterkante verlegt, an der Oberkante sollte dann ein Abstand von ca. einem Zentimeter entstehen, da die Kanten abgeschrägt sind.
steinplatteWenn die erste Verlegearbeit abgeschlossen ist, muss sich das Rasengitter etwa einen Monat setzen, dann wird erneut befüllt und befestigt. Meist muss die Füllung aus statischen Gründen 3 bis 5 mm unter Oberkante liegen, wenn sie fertig ist. Anschließend kann Rasen gesät werden, auf Rasengitterplatten aus Kunststoff kann meist auch Rollrasen eingewalzt werden.

Rasenaussaat

Je nach Größe kann der Rasensamen manuell oder mit einer Sämaschine ausgebracht werden. Je nach vorgesehener Nutzung sollte die richtige Saatgutmischung ausgewählt werden, wobei nicht fantasievolle Herstellernamen, sondern Regelsaatgutmischungen die Gewissheit geben, dass die Mischung nur Gräser enthält, die für die beschriebenen Zwecke geeignet sind.

Die Liste der Regelsaatgutmischungen, die in Fachkreisen auch “Bibel der Qualitätsrasengräser” genannt wird, wird veröffentlich von der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau e.V. (FLL) und kann dort auch bezogen werden, www.fll.de. Natürlich wird ein auf Qualität bedachter Samenfachhändler die Liste für Sie auch zur Ansicht bereithalten. Das neu wachsende Gras sollte recht früh das erste Mal gemäht werden, bei ca. 6 bis 8 cm Höhe, so fördern Sie die Entstehung kräftiger Untergräser und einer dichten Grasnarbe.