Rasensaat- wann? Wo und wie?

Wie auch immer Sie Ihren Rasen nutzen möchten, er ist die Visitenkarte des Gartens. Es lohnt sich deshalb, beim Anlegen nur Qualitätssaatgut oder hochwertigen Fertigrasen zu verwenden.

Ein hochwertiger Rasen von feiner Struktur, eben und kurz geschnitten, strahlt Ruhe aus, und sein Grün wirkt erfrischend. Man benötigt dafür feinblättrige Grassorten von dichtem Wuchs.

Unabdingbar sind des Weiteren ständige Pflege, geringe Trittbelastung sowie ständiges Mähen, damit gröbere Gräser nicht überhand nehmen. Die Mehrzahl der Gartenbesitzer wünscht sich jedoch einen belastbaren und pflegeleichten

Rasen. Robuste Rasensorten sind breitblättrige als Parkrasen und bieten einen weniger einheitlichen Anblick. Häufiges Mähen mit einem guten Rasenmäher kann jedoch den optischen Eindruck mit der Zeit verbessern.
Ganz gleich, ob Sie sich für einen Parkrasen oder Strapazierrasen entscheiden, beide bilden einen schönen Kontrast zu bunten Blumenrabatten und werden es nicht sofort übel nehmen, wenn einmal eine Horde Kinder darauf herumtollt.

Die Bodenvorbereitung

Ein neuer Rasen kann, außer im Winter, zu allen Jahreszeiten ausgesät werden allerdings besser im Herbst verlegt, eventuell auch im zeitigen Frühjahr. Auf jeden Fall muss mit der Vorbereitung des Bodens 3- 4 Monate zuvor begonnen werden.

Befreien Sie den Boden zunächst von Wurzeln und Steinen. Dann müssen alle Erdklumpen sorgfältig zerkleinert werden, da die Rasenoberfläche sonst nicht ebenmäßig wird. Ist der Boden verdichtet, sind Dränagen nötig. Eine leichte Neigung der Rasenfläche kann in diesem Zusammenhang von Vorteil sein. Bei größeren Geländen sind kleinere Unebenheiten kein Problem, doch generell müssen abrupte Bodenwellen abgetragen und Senken mit Mutterboden aufgefüllt werden. Nach dem Abtragen von Erhebungen sollten Sie überprüfen, ob das Saatbeet noch aus mindestens 15cm Mutteroden
besteht, damit die Gräser gute Wachstumsbedingungen vorfinden.

Saatbeet

Ein dichter Rasen braucht ein gut geebnetes, festes Saatbeet. Rollrasen oder Rasenfliesen haben dagegen etwas geringere Ansprüche. Erdklumpen werden mit einer Walze oder mit festem Schuhwerk gebrochen. Steine und Wurzeln werden immer wieder entfernt. Die Erde sollte bei dieser Arbeit trocken sein. Als nächstes recht man kreuz und quer und entfernt Steine und Wurzeln. Nachdem bei stark verdichteten Böden die tieferen Erdschichten umgegraben wurden und die Bodenvorbereitung abgeschlossen ist, sollte die Fläche nun feucht gehalten und das Keimen von Wildkräutern abgewartet werden. Der Boden muss sich nun setzen.

Später wird das Wildkraut ausgezupft, um die Rasensaat nicht zu beeinträchtigen. Der Umwelt zuliebe ist das Jäten der Wildkräuter allen Vertilgungsmitteln vorzuziehen.

Etwa 2 Wochen später wird das Beet mit einer schweren Walze oder durch stampfendes Seitwärtsgehen in kleinen Schritten verfestigt. Danach wird erneut gerecht und festgetreten, diesmal aber im rechten Winkel zum vorhergegangenen Arbeitsgang. Dies wird so oft wiederholt, bis es keine weichen Stellen mehr gibt und die Fläche eben ist. Die obere Erdschicht sollte leicht bröselig sein. Die Saat beziehungsweise das Verlegen der Soden erfolgt etwa 1 Woche später.

Aussaat

Zum Säen wählen Sie am besten einen trockenen und windstillen Tag. Achten Sie darauf, dass die obere Krümelschicht leicht abgetrocknet ist, die Erde jedoch feucht. Das Saatbeet muss absolut glatt sein, keine Erdklumpen dürfen stören. Weil das Saatgut verschieden schwere Samen enthält,

sollte man es vor dem Ausbringen gut mit Händen durchmischen oder mit anderen Stoffen wie zum Beispiel Sägespänen vermengen, um eine Entmischung der Grassamen zu vermeiden. Zum Säen genügt eine kleine Handvoll Grassamen/Quadratmeter.

Streuwagen, die man sich leihen kann, verteilen die Saat gleichmäßig, es geht aber auch von Hand. Um die Entstehung von Lücken zu verhindern, kann man mit Schnüren etwa 1m breite Streifen abstecken, die dann mit der Hand bestreut werden, und zwar einmal hin und einmal her.
Dann arbeiten Sie die Saat ganz leicht mit Rechen 0,5 - 1cm tief in den Boden ein. Im Anschluss daran wird die aufgeraute Fläche mit einer Walze oder mit Trittbrettern wieder leicht angedrückt.
Das Saatgut wird zwar in der Regel gegen Vogelfraß imprägniert, mindestens ebenso ärgerlich wie Vogelfraß sind aber Vögel, die ihr Gefieder in der feinen, trocknen Erde baden und das Saatgut durcheinander werfen. Deshalb ist es ratsam, eine Vogelscheuche, im Wind wehende, glitzernde Bänder oder ähnliches aufstellen.

Erste Rasenpflege

Das Keimen dauert 1 - 3 Wochen, ist jedoch abhängig von der Bodentemperatur. Bei absoluter Trockenheit nach Abschluss der Einsaat muss mit feiner Düse beregnet werden, doch ist Vorsicht geboten, damit die Saat nicht zu sehr eingewaschen wird. Ein gelber Schimmer auf der keimenden Saat ist ein Zeichen von Wassermangel: mit Bedacht Wasser versprühen, keinen Platzregen erzeugen! Ist das Saatgut aufgelaufen, sollte auf ausreichende Nährstoffversorgung geachtet werden.

Ab einer Grashöhe von 4cm kann die Fläche betreten werden. Jetzt kommt die Zeit des Wildkräuter jätens und des Absammelns von Schnecken. Leichtes Walzen des Rasens fördert das Wachstum.

Der erste Schnitt, der auch als Schröpfschnitt bezeichnet wird, erfolgt, wenn die Halme 5 - 8cm hoch sind, der zweite 14 Tage später. Um das Wachstum anzuregen, wird in der Folge wöchentlich gemäht, es ist ratsam, einen neuen Rasen nie kürzer als 4cm zu mähen, Im Jahr nach der Anlage sollte der Rasen noch etwas geschont wird.